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Loslassen!
Vor einigen Wochen durfte ich mit meinen Bergkollegen auf einem Gipfel die letzte
Skitour begiessen. Etwas später habe ich in meinem
Buero, in dem ich
sechzehn Jahre gerne gearbeitet habe, den Stecker rausgezogen, die
wichtigen Sachen gesichert und den ganzen Rest in wenigen Stunden in
der dafuer bereitgestellten Mulde entsorgt. Das war's, Berufsleben ade!
Dann ging alles sehr schnell, das Haus raeumen, einiges an Freunde, an
die Kinder, in's Brockenhaus und ein par persoenliche Dinge zu Grosi.
Es folgte ein ueberaschendes Abschiedsfest meiner Velokollegen, die
geplante Kellerparty im Freihof mit anschliessenden, schmerzhaften
Abschiedszenen von unserem Haus, von Freunden und Nachbarn und dem uns
vertrauten, lieb gewonnen Staedtchen mit seiner einzigartigen Umgebung.
Vier Wochen Haegendorf sollten eigentlich fuer die letzten
Vorbereitungen mehr als genug sein und doch wurde die Zeit am Schluss
sehr knapp. Das kleine, aber feine Familienfest am 05.04.08, bei
Marianne und Heini war dann die letzte Veranstaltung an der gelacht
wurde.
Der mit viel Liebe zubereitete und kreativ gedeckte Fruehstueckstisch am
10.04.08 an gleicher Stelle mit denselben Gastgebern war einfach
ueberwaeltigend. Da sassen wir nun, im engen Familienkreis, bewunderten
den bunten Tisch , mit all den feinen Sachen, garniert mit kleinen
Bluemchen und natuerlich dem Schweizerkreuz in verschiedenen Varianten
und Groessen. Das war dann fuer die meisten von uns zu viel.
Weinend sassen wir also da, assen lustlos vom sehr feinen Zopf unserer
Schwaegerin, bestaunten wortlos die Geschenke und hatten vielleicht
alle ein wenig Angst vor der unmittelbar bevorstehenden Abschiedszene.
Irgendwie haben wir es dann geschafft, kurz aber nicht schmerzlos,
weinend, winkend haben wir Grosi, unsere Kinder, Marianne, Heini ja den
Eggberg verlassen. Die Emotionen haben uns noch eine ganz Weile
verfolgt. Das waren auf jeden Fall sehr ruhige, erste Autobahnkilometer!
Nun, unser Unternehmen Weltreise ist geboren. Neues ist offensichtlich
nicht gratis zu haben! Es hat sich aber bereits gelohnt. Die ersten
Eindruecke sind vielversprechend. Wir wollen mehr von all dem sehen, was
diese Kugel zu bieten hat und die Gefuehle zu all den Lieben
daheim, sind viel intensiver als sie je waren.
Die ersten Reisetage!
Als Globetrotter noch unerfahren, jedoch mit einer beneidenswerten
Selbstsicherheit ausgestattet gingen wir mit "friieda" in Lustenau ueber
die
Grenze. Schon nach wenigen Kilometern wurden wir von der Polizei
angewiesen, hoeflich zwar, aber bestimmend, am Strassenrand anzuhalten.
Was zuerst wie ein schlechter Anfang ausgesehen hat, war dann nur eine
Verkehrsbefragung! 1. Frage: Von wo kommen sie, bitte schoen? Antwort:
von Haegendorf. 2. Frage: Wohin fahren sie, bitte schoen? Antwort: nach
Indien!
Dann ging es ohne Probleme ueber das Bödele bis nach Garmisch. Dort
haben wir uns kurz entschlossen auf den oeffentlichen Parkplatz im
Zentrum gestellt und beschlossen "friieda" an diesem Tag nicht mehr zu
bewegen. Leider haben wir das nahe gelegene Dancing und dessen Besucher
unterschaetzt und unsere Naivitaet, mit viel Laerm und dumpfem,
nervendem "Bum-Bum" bis in die fruehen Morgenstunden bezahlt.
Am folgenden Tag wurden wir aber mit der Fahrt ueber den Vorderriss,
Wiesing, Zell Ziller dem Gerlospass ueber Mittersill bis Lienz voellig
entschaedigt. Am Tristachersee, einem sehr schoenen, kleinen Gewaesser
ausserhalb Lienz haben wir unseren Sohn Reto kontaktiert und
mit ihm ein technisches Problem betreffend Stromumwandler besprochen.
Resultat, zwanzig Franken fuer das Telefongespraech und achundsechzig
Euro für einen staerkeren Stromumwandler. Dafuer koennen wir jetzt
ungeniert auch bei ruhender "friieda" am Compi arbeiten!
Da die aktuellen Temperaturen nicht unserem Gusto entsprechen,
entschliessen wir uns für den schnellsten Weg nach Sueden und fahren
deshab ueber den strengen Ploeckenpass via Udine nach Trieste. Dort
goennen wir uns zwei fast fruehlingshafte Tage, besuchen die Altstadt
und den Hafen von Trieste. Weiter geht es in Richtung Slowenien, das wir
leider nur kurz besuchen da es uns lediglich als Durchreiseland dient.
Ueber unsere Erlebnisse in Kroatien berichten wir in einigen Tagen!
Bis bald, Ulla & Kari
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