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Albanien 22.04.- 23.04.2008

In der Einleitung Montenegro haben wir uns kurz mit dem neuen Organigramm unseres Unternehmens befasst. Jetzt moechten wir euch noch
einige Ziele bekannt geben. Wir sind ein klassiches "non-profit" Unternehmen. Sind nicht Boersen kotiert, muessen also niemandem zu Liebe, Risiken eingehen. Tun wir es trotzdem, tun wir es aus Naivitaet, oder bewusst mit kalkuliertem  Restrisiko. Die ethischen Grundsaetze sind klar, das jeweilige Gastland so wie es ist achten, respektieren und moeglichst umweltschonend bereisen.
An der Grenze zu Albanien sind diese Grundsaetze dann aber bereits tuechtig auf die Probe gestellt worden. Eine Umleitung weist uns zu
einigen Blech-Baracken die wir ueber eine holprige Piste erreichen. Uniformierte lachen, diskutieren, lummern herum und niemand weiss was hier geschieht. Wir stehen respektvoll, mit gebuehrendem Abstand versteht sich,  vor dem Ort des Geschehens und warten geduldig auf ein Zeichen
des grossen Chef's. Als dieser sich dann tatsaechlich bemueht, uns zu sich zu winken, ruecken wir langsam vor. Aussteigen, Paesse
und Autopapiere am Zollschalter zeigen, dann zum Polizeischalter, Papiere wieder abgeben. Der small talk mit den Beamten ueber "friieda"
und meine angeblich sportliche Figur kosten uns zehn Euro pro Person, natuerlich ohne Quittung. Wir aergen uns ein wenig, erinnern uns dann aber an unsere Grundsaetze. Was auf den naechsten Kilometern auf uns zu kam war ernuechternd. Auffallend viele protzige Autos gesteuert von meist agressiven Lenkern beherschen nebst schlechten Strassen, Armut, Muell und Elend die Szene. Das Auto scheint in diesen Land das hoechste Gut zu sein. Ihm zu Ehren werden unzaehlige, prunkvolle Tankstellen gebaut und ueberall an der Strasse lassen die Reichen ihre Daimler's von armen, kleinen Jungs waschen. Albanien ist das Land der Gegensaetze. Grosse schwarze Augen bettelnder Kinder, Elendsviertel entlang der durchloecherten Strasse wechseln sich ab mit gepflegten Anwesen und friedlich auf den Feldern arbeitenden Menschen.
Wir lernen einige dieser Menschen als hilfsbereit und sehr freundlich kennen. Auf der Suche nach einem geeigneten Standplatz fragen wir in einem
Restaurant den Besitzer ob wir draussen vor seinem Lokal uebernachten koennen. Dieser sagt spontan zu, ist sich der Sache aber nicht so ganz sicher, ruft ein ihm bekanntes Medium an und empfiehlt uns  dann diese Gegend als Uebernachtungsplatz zu meiden. In Sorge um unsere Sicherheit verzichtet er selbstlos uns ein Nachtessen zu verkaufen! Auf der Weiterfahrt faellt uns eine Hinweistafel eines Hotels mit Parkplatz auf. Dort angekommen, parken wir "friieda" selbstbewusst vor dem Nobelschuppen und unterbreiten den Leuten unser Anliegen. Berti, der mehrere
Jahre in Deutschland gearbeitet hat,  heute Mitbesitzer des riesgen Familienhotels ist empfaengt uns sehr freundlich und erfuellt sofort und
unkompliziert all unsere Wuensche. Spaeter empfiehlt uns Berti, eine Hausspezialitaet, dazu ein albanischer Rotwein und zum Schluss serviert er einen vorkoemmlichen Expresso. Dabei plaudern wir ueber Deutschland, die Schweiz, sein Hotel und natuerlich ueber Fussball.  Berti bringt uns
sogar vor die Tuer und wuenscht uns eine gute Nacht.
Am naechsten Tag fahren wir durch laendlich, huegeliges, auffallend staerker bewirtschaftetes Gebiet dem Sueden entgegen. Die Leute verrichten hier die Feldarbeit fast ausschliesslich von Hand, hueten einzelne Kuehe oder ziehen mit kleinen Schafherden umher. Unser Albanienbild wird von Kilometer zu Kilometer besser. In griechisch Albanien fuehlen wir uns sehr wohl und gehen fast wehmuetig ueber die Grenze nach Griechenland.
 

Albanien, du bist kein einfaches, aber ein sehr interessantes Reiseland!
 
Ulla & Kari