WELTREISE

HOME WIR ROUTE INFO BERICHTE KONTAKT LINKS


















ALLE  BERICHTE


ALLE BILDER





 


Griechenland 23.04.- 02.05.2008

Ein Land der Blumen, der Nachtigallen und der "Gitzi-Fresser". Am ersten Abend haben wir uns in Ioannina fuer zwanzig Euro auf einem herrlich gelegenen Campingplatz am See niedergelassen und stundenlang dem Gesang einer Nachtigall zugehoert.  Wir haben die Dusche und das warme Wasser am Morgen zwar genossen, meinen aber, dass man das Geld in diesem Land fuer Besseres investieren kann. Campen ist in Griechenland im Fruehling sehr einfach. Ueberall sind wunderschoene Plaetzchen mit Blumen und Vogelgezwitscher unentgeltlich und wie wir glauben ohne jedes Risiko zu haben. Am Strand, auf der Alp oder irgendwo abseits der Strasse, auf dem Land. Kommt dazu, dass wir die Griechen als hilfsbereit, zuvorkommend, freundlich und sehr gesellig kennen und schaetzen gelernt haben.
In Ioannina haben wir aber zuerst eine Gruppe Schweizer getroffen die im Konvoi eine gefuehrte Tuerkei-Reise unternehmen. Nicht gerade unsere, aber offensichtlich  auch eine Variante zu reisen. Wir, - haben die Route nicht so genau geplant. Wir wussten an diesem 24.04.08 beim Fruehstueck nur, dass wir irgendwann anfangs Mai bei Sissi und Jupp in Kalandra sein wollten. Also Karte kaufen und mögliche Varianten studieren. Schnell haben wir uns fuer die erste Etappe nach  Preveza entschieden. Nach freiem campen am Strand mit Nachtigall, sind wir am dritten Tag, wie ueblich gegen Mittag zu einer weiteren, wie sich zeigen sollte sehr eindruecklichen  Fahrt gestartet.
Bis Agrinio lief alles nach Plan. Dann haben wir gluecklicherweise die richtige Abzweigung verpasst und sind einer immer schmaler werdenden,
bergwaerts fuehrenden Strasse gefolgt. Wir haben es geahnt, wollten es anfaenglich aber nicht wahr haben. Wir haben uns tatsaechlich verfahren!
Die Sache wurde richtig interessant, die Durchfahrten durch die kleinen Doerfer enger und die Aussicht schoener. Die Leute haben uns zwar auf
die schmale Strasse hingewiesen die da noch kommen wird, aber immer so getan, als kaeme Karpenisi gleich nach der naechsten Kurve.  Auf ca.
sechshundert Meter ueber Meer haben wir den Dienst dann quittiert und "friieda" auf einem wunderschoen gelegenen Platz mit Blick auf den
Trichonida-See parkiert. Eine Alpstrasse vom Feinsten, weit und breit keine Haeuser, ein laechelnder Schafhirte mit Herde auf dem abendlichen Heimweg, spaeter einige Bergler die uns musterten, sonst absolute Ruhe.
Die restliche Strecke bis Karpenisi war einfach genial. Eine teils schmale, aber wunderschoene Bergstrasse ging durch eindrueckliche Schluchten
ueber Huegel bis hinauf auf 1460 Meter durch herrliche Waelder, vorbei an einem sehenswerten Kloster langsam aber sicher Karpenisi entgegen.
Auf dieser unvergesslichen Fahrt sind uns, die ueberall aufgestellten riesigen Grill's aufgefallen an denen ganze Geissen oder auch Schafe , langsam drehend,  gebraten wurden. Erst spaeter haben wir erfahren, dass die Griechen an diesem Wochenende ihr Osterfest feierten und bei dieser Gelegenheit weder den Gaumen noch die Geselligkeit zu kurz kommen lassen. Es folgten zwei weitere traumhafte Uebernachtungsplaetze mit Nachtigallen. Auf dem morgendlichen Spaziergang, einem natuerlichen Flussufer entlang, bewunderten wir all die herrlichen Blumem und begegneten erstmals der Haubenlerche. Die Strecke bis Leptokaria war dann ein einziges Blumenmeer, bluehender Ginster, dunkelroter Mohn, Margeriten, Skabiosen und in dem von Ulla kuerzlich noch so gehaetschelten Phlomis weideten die Schafe! In Leptokaria stellten wir "friieda" wieder direkt an's Meer ! Uebernachtung mit Nachtigall, wie koennte es auh anders sein. Nach dem Fruestueck tauchten, Pascal und Roesli mit ihrem dreieinhalb jaehrigen Sohn Allessio und dem fast zehn Tonnen schweren, selbst zu einem Womo umgebauten schwarzen Lastwagen auf. Klar, dass man sich da einiges zu erzaehlen hat. Da die drei gerade auf der Rueckreise von Indien sind, somit kuerzlich die Tuerkei, den Iran und Pakistan bereist haben, sind ihre Erzaehlungen fuer uns natuerlich sehr informativ. Es beruhigt uns auch, dass sie sehr gute Erfahrungen gemacht haben, von diesen Laendern begeistert sind und obwohl seit einem Jahr unterwegs, noch nicht so richtig Lust haben nach Hause zu fahren! Wir kaufen ihnen dann noch uebrig gebliebenes indisches Geld ab, begutachten gegenseitig unsere Fahrzeuge  und verabschieden uns. Eigentlich schade, dass wir nicht noch eine Nacht dort stehen geblieben sind und uns mit den interessanten Bernern unterhalten haben. Wer weiss, vielleicht treffen wir uns irgendwann, irgendwo wieder.
Wir finden ausserhalb Thessaloniki wieder ein feines Plaetzchen unter Pinien am Strand. Die Nachtigall fehlt natürlich auch hier nicht, die bereits
erwaehnte Haubenlerche taenzelt waerend dem Fruestueck frech, direkt vor "friieda". Uberrascht sind wir vom Besuch des Wiedehopf der sich uns tatsaechlich in aller Seelenruhe nur einige Meter vor unseren Augen praesentiert. Am 1. Mai ist es dann mit der Ruhe vorbei. In der Region wird der Tag der Arbeit und das Blumenfest gefeiert. Ueberall werden schon morgens um acht, riesige Grill's aufgestellt, Plastikstuehle aus den Kombis gepackt, Tische, Tranksamen und allerhand Plastiksaecke mit Fressalien von den teils mit Blumen bekraenzten Pickups geholt. Aus dem Autoradio ertoent lautstark griechische Musik, dazu froehliche, lachende Menschen und wie koennte es anders sein, am Spiess ein "Gitzi". Wir werden von allen Seiten wie die Fuehrsten bedient, trinken "Ouzo", essen Gegrilltes und feiern ungewollt und ohne Sozialist zu sein, auf sehr angenehme Art den 1. Mai. Ein eindruecklicher Tag, mit eindruecklichen Menschen!
Morgen, am 2. Mai geht es dann ein Stueck weiter nach Kalandra. Wir freuen uns auf Sissi und Jupp, auf zwei liebe Menschen die wir schon
lange kennen, leider aber zu selten gesehen haben.


Ulla & Kari