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Griechenland 02.05.- 13.05.2008

Am 02.05.08 verabschieden wir uns gegen Mittag von Nea Michaniona und steuern Kassandra, den ersten Chalkidiki-Finger an. Wir fahren ueber
Nea Moudania, Kalithea nach Kalandra. Schon auf der Fahrt merken wir, dass die Gegend nicht gerade die aermsten dieses Landes beherbergt.
Die intensive Bautaetigkeit, die noblen Anwesen ueberall in den Pinienwäldern machen uns neugierig. Wir fragen uns, wie wohl Sissi und Jupp
wohnen und ob wir "Fahrende" in die feine Gegend ueberhaupt noch passen! Aufgeregt warten wir an der vereinbarten Kreuzung auf Jupp.
Kurz darauf ist das Geheimnis gelüftet. Jupp führt uns etwas bergwaerts durch ein Pinienwaeldchen und biegt dann ab in den Hof eines wunderschoenen Hauses auf einem Huegel gelegen, kaum Nachbarn und natuerlich Sicht auf's Meer. Unsere Gastgeber wohnen majestaetisch!  Auf eine herzliche Begruessung folgt ein Kaffee mit Kuchen, dann die Besichtigung des Hauses und fuer uns beide eine wohlverdiente Dusche. Aufgeputzt und deutlich besser riechend, werden wir dann von den beiden einige Tage richtig verwoehnt. Sissi und Jupp sind seit Jahrzehnten in Kalandra,sie sind assimiliert, sprechen die Sprache der Einheimischen und sind bei diesen  ganz offensichtlich auch beliebt. Es hat Spass gemacht mit den beiden die Gegend zu erkunden, einige ihrer Freunde kennen zu lernen oder ueber frueher zu plaudern!  Sissi's Kochkunst und Jupp's Weinkeller sind vom feinsten und haben uns den Abschied auch nicht gerade erleichtert. Am 06.05.08  war es dann trotzdem soweit. Mit Margoth's Reisetip's und Sissi's exklusivem Tuerkeifuehrer, machen wir uns, bestens ausgeruestet wieder auf den Weg. Schoen war es bei euch, vielen herzlichen Dank! Der Kueste entlang fahrend, bewundern wir den zweiten Finger. Dieser ist rustikaler, weniger touristisch  und gefaellt uns auf Anhieb. Wir finden in Toroni ein einsames Plaetzchen am Meer, parkieren "friieda" und bleiben ganze vier Tage. Dort treffen wir ein nettes deutsches Ehepaar das auch auf der Reise in die Türkei ist. Wir tauschen einige Erfahrungen aus und hoffen beim Abschied , dass wir uns gelegentlich wieder treffen.

Fall's jetzt jemand meint, das sei alles sehr langweilig, hier eine kleine Kostprobe aus dem Tagesprogramm pensionierter Globetrotter. 
Zirka um 8.30 Uhr aufstehen, ein bisschen Fitness (joggen, dehnen), fruehstuecken, abtrocknen, "friieda" aufraeumen, putzen. Nichtstun, lesen,  "soennele", ein obligater Spaziergang, falls vorhanden sich mit Nachbarn austauschen. Abend's, Musik hoeren, lesen, mit Mutti ein Spielchen machen! In Toroni kamen zu den ornithologischen Highligths auf wunderbare Weise noch taeglich die Beobachtungen der Delphine. Dann die
Verschiebungen von einem zum andern Ort, Besichtigungen, Einkaeufe, Hausmeisteraufgaben (Frischwasser, Abwasser, Toilette) nicht vergessen die kulinarische Befriedigung, Bueroarbeiten und die staendige Auseinandersetzung mit dem Land und den Leuten. Ihr seht, ein absolut aktiver Job, ohne Sonn- und Feiertage, keine Ferien und keine Kompensationsmoeglichkeit. Wir meinen, das wuerde einige helvetische 40-Stunden "Klopfer
an ihre Leistungsgrenze fuehren!

Wir haben diesen harten Job freiwillig gewaehlt, tun ihn gerne und werden ihn auch wohl noch eine ganze Weile tun. Die Fahrt von Toroni nach Stavros, Kavala, Xanthi, Alexandropolis  bis an die tuerkische Grenze war sehr abwechslungsreich. Irgendwo an einer Kreuzung mussten wir ausgerechnet wegen einem Velorennen anhalten und warten bis die "Guemmeler" vorbei waren. Mein ehemaliger Velochef Hansi haette bei all den teuren Maschinen und den gut trainierten Beinen wohl seine helle Freude gehabt. In Gedanken noch abwesend haben wir in der Folge die richtige Kreuzung verpasst.  Ein uns folgender Taxifahrer hat unsere Unsicherheit bemerkt, uns ueberholt und gleichzeitig laut und deutlich "Hopp St. Galle" geschrien.  Wir halten an, wechseln ein par Worte, wissen nun wo es wirklich lang geht  und dass der gute Mann jahrelang in Abtwil gelebt hat.
Weiter geht's nordoestlich. Hier sind bereits die ersten Moscheen zu sehen und Orthodoxen und Muslime leben offensichtlich friedlich zusammen. Wir fahren durch kleine Doerfer die industriell noch nicht "verseucht" sind und sehen wie einfach man leben kann! Kleine bescheidene Haeuser, ueberall Telefonstangen mit wild durch die Gegend haengenden Draehten und zuoberst ein besetztes Storchennest. Auf dem Dorfplatz unter den Baeumen plaudern aeltere Maenner  oder sitzen einfach stumm, meditierend auf wackeligen Stuehlen. In etwas groesseren Ortschaften kreuzen sich die Antike und die Moderne. Bauchfrei, geht neben dunkel verschleiert. Laermige Toeff's donnern ueber's Kopfsteinpflaster an den plaudernden, diskutierenden alten Maennern vorbei und aus dem gegenueber liegenden Internet-Cafe, das eigentlich nur ein moderner Spielsalon ist , ertoent furchtbar laute, moderne Musik .

Griechenland wir haben nur ein Teil von dir gesehen, wir sind von dir begeistert, wir haben uns bei dir sehr wohl gefuehlt und wir kommen, wenn wir
duerfen, irgendwann wieder!

Ulla & Kari,