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Türkei 13.05.- 28.05.2008
Griechenland hat uns soeben entlassen. Es ist der "Dreizehnte" und wir
steuern ganz langsam der tuerkischen Grenze entgegen. Die etwas antike,
in
einem Wäldchen gelegene Grenzstation ist ueppig beflaggt, personell
sicher nicht unterdotiert und Atatuerk markiert erstmals Präsenz.
Wir
zeigen die
Papiere und stellen den neugierigen Beamten unsere "friieda" vor .
Hätte diese die "Gaffer" sehen können, sie wäre rot geworden. Weder ein Blick in's Schlafzimmer noch die Frage nach den
Anschaffungskosten wurde ausgelassen! Fazit: "friieda" hat neue Fan's
und wir unsere Pässe wieder! "Hos geldiniz
Tuerkiye"
Nach wenigen Kilometern erreichen wir Edirne. Die am Fluss Tunca
gelegene Stadt beherbergt eines der schoensten Baudenkmaeler des Landes
die "Selimiye-Mosschee". Wir sind von den ersten Bildern dermassen
beeindruckt, dass wir "friieda" auf einem Parkplatz unter grossen, alten
Baeumen parkieren und uns
entschliessen, die erste Nacht in der Tuerkei, in diesem Park zu
verbringen. Ein kurzer Fussmarsch ueber zwei sehenswerte Bruecken
fuehren in's
Zentrum. Fuer uns ist alles neu, wir wundern, wir staunen! Wir
hoeren wie der Muezzin die Glaeubigen zum Gebet ruft. Wir hoeren ihn das
erste Mal in einer Stadt die lebt, die geschaeftstuechtig scheint. Wir
sehen moderne Strassen mit Banken und noble Geschaeftshaeuser, wir sehen
direkt daneben einfache Basarviertel, Kebabbuden und Verkaufslaeden die
alles anbieten was man sich denken kann. Wir sehen die vielen, meist
freundlichen Menschen die ihren
Geschaeften nachgehen, wir sehen sie beim Tee im Gespraech oder bei
ihrem beliebten Brettspiel. Es ist einfach gewaltig, all das Neue und
mitten im Gewuehl dringt unueberhoerbar die Stimme des Muezzin's an dein
Ohr.
Es ist schnell klar, es warten einige spannende Wochen auf uns, die Tuerkei
wird bestimmt ein interessantes, faszinierendes Reiseland.
Tags darauf fahren wir ueber Lueleburgaz, Corlu bis nach Silivri.
Anfangs laendlich, mit einem schoenen natuerlichen Flusslauf, wir halten sogar
mal an und beobachten Bienenfresser aus der Naehe, ein eindrueckliches, farbenpraechtiges Erlebnis! Spaeter folgt dann ein
Industrieviertel dem anderen, wobei die starke
Vertretung der Textilindustrie auffaellt. Im Hafen von Silivri
uebernachten wir auf einem oeffentlichen Parkplatz und machen kurz
Bekanntschaft mit fuenf jungen Tuerken die in einem VW-Bus unterwegs
sind und uns um "friieda" beneiden. Wir wechseln mit ihnen ein par
Worte, erhalten gute Nachrichten von Tochter Tina und verschenken vor
lauter Freude unsere letzte Flasche Whisky. Ab in die "Haia", morgen
geht's nach Istanbul! Eine Stadt mit fuenfzehn Millionen Einwohner
Istanbul ist uns gut gesinnt. Wir finden beim Airport-Hotel direkt ueber
der Metro Endstation ein Plaetzchen fuer "friieda". Wir nehmen zuerst
die Metro, dann den Bus und schon sind wir im Zentrum dieser
sehenswerten Metropole. Wir ziehen zwei Tage alles rein, die Hagia
Sophia, die blaue Moschee, den grossen Basar, den Topkapi-Palast, den
Galata-Turm, den Gewuerzbasar und die Basilika-Zisterne ( technisch wie
aesthetisch ein Meisterwerk byzantinischer Baukunst) Dazwischen liegen
gepflegte Parks, unzaehlige Restaurants, Teebuden, Souveniershops und
ueberall geschaeftstuechtige Verkaeufer die, die Touris mit ihrem
Standardspruch "Hello Sir, where do you com from?" begruessen. Geht man
dem Rummel aus dem Weg, besucht den kleinen Fischmarkt oder goennt sich
eine Auszeit in der blauen Moschee, kann man die herrliche Stadt richtig
geniessen. Istanbul ist sehr schoen, Istanbul muss man gesehen haben!
Die Fahrt ueber den Bosporus lassen wir uns von einem freundlichen,
hilfsbereiten Tuerken offerieren. An der Zahlstelle fuer den
Brueckenzoll bleiben wir haengen weil wir kein Ticket haben, den
Durchgang blockieren und auch keine Moeglichkeit besteht dort so ein
Ding zu kaufen. Nach dieser kurzen Aufregung
wechseln wir dann in den asiatischen Teil dieser ungewoehnlich schoenen
Stadt und steuern "friieda" ueber Izmit unserem naechsten Ziel der Stadt
Bursa
entgegen. Nahe dem Stadtzentrum parkieren wir auf einem Otopark (gebuehrenpflichtiger,
meist nur tagsueber bewachter Parkplatz) und marschieren in die
Altstadt. Kurz darauf sind wir auf einem richtigen tuerkischen Basar!
Nicht fuer Touristen, sondern fuer Einheimische gedacht. Die Sache ist
dann auch echt!
Wir sind begeistert, kaufen Tomaten, Gurken, Kaese, Oliven, Brot,
Kirschen und ein ganzes Kilo Zwiebeln bringen alles in die "friieda" und
nehmen einen zweiten Anlauf. Ohne Plastiktueten schlendern wir ueber den
gedeckten Basar, machen in einem kleinen Hinterhof eine Pause und trinken
einen çay!
In Erdek, am Marmarameer, machen wir auf einem Zeltplatz drei Tage
Urlaub und bringen "friieda" und uns auf Vordermann. Der anschliessende
Besuch im sogenannten Vogelparadies Kuscenneti war nett. Ein Vergnuegen hingegen,
war die Fahrt ueber Balikesir, Edremit nach Ayvalik. Wir bewundern die
Landschaft , die Flora und fragen uns, wie die mehrschichtig bekleideten
Frauen, bei ueber dreissig Grad, in ungewohnter Stellung, kauernd oder
nach vorne gebueckt ihre Arbeit auf den Feldern erledigen koennen. In
Alibey wird wieder pausiert. Auf dem Parkplatz im Hafen, zu Ulla's
Freude direkt vor einer kleinen Gaertnerei, rasten wir zwei Tage,
beobachten das Geschehen und stellen fest, dass hier Kichererbsen eine
beliebte Zwischenverpflegung sind. Vorwiegend Frauen kaufen diese zu
Buendel geschnuerten Stauden und essen die Erbsen auf offener Strasse.
Die Aegaeis bleibt uns bis Izmir erhalten. Da wir es gar nicht eilig
haben, fahren wir ueber Land, besuchen die Akropolis in Bergama, tun
somit etwas fuer die Bildung und ruhen uns kurz vor Foca auf einem
wilden Camping direkt am Meer nochmals aus. Izmir - Denizli ziehen wir
durch, sehen wie bereits Frucht eingebracht und ueberall gedroschen wird.
Denizli ist nicht nur das Mekka der tuerkischen Textilindustrie, sondern
auch Ausgangspunkt fuer die weltberuehmten weissen Kalksinterterrassen.
Einmalig, wunderschoen, darf auf einer Tuerkeireise
nicht ausgelassen werden! Am folgenden Tag geniessen wir in einer mehrstuendigen Fahrt die traumhafte Hochebene die uns an das Mittelmeer
nach Fethiye und spaeter an unseren Traumstrand in Oluedeniz fuehrt.
Man denke, all die Eindruecke erleben wir ausserhalb der Ferienzeit. Es
sind kaum Touristen unterwegs, keine Hektik, fast leere Strassen und Straende. Der
einzige, garantierte Begleiter ist Muezzin, fuenfmal am Tag , wo
du bist, was du auch tust, die blecherne Stimme aus dem meist schaebigen
Lautsprecher erreicht dein Ohr und mahnt zur Ruhe, Gebet und Einkehr.
Bis bald eure Tuerkei-Fan's!
Ulla & Kari
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