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Tuerkei 17.06.- 02.07.2008

Kappadokien ist eine wunderschoene Region in Zentralanatolien, gehoert ins Pflichtprogramm jeder Tuerkeireise und ist als Weltkulturerbe eingetragen. Das ca. dreihundert Quadratkilometer grosse Gebiet hat sein Zentrum um Nevsehir, Goereme und Uerguep und ist bekannt durch seine Feenkamine, die  unterirdischen Staedte, das Freilichtmuseum Goereme und die traumhaften Taeler, die Natur-, und Wanderfreunde aus
aller Welt in Begeisterung versetzen. Kappadokiens skurrile , einzigartige Landschaft entstand vor ca. dreissig Millionen Jahren als umliegende Vulkane die Gegend mit einer bis zu hundert Meter hohen Schicht aus Asche ueberzogen. Im Laufe der Zeit hat sich diese Schicht zu einem leicht erodierenden sowie einfach zu bearbeitenden Material, dem "Tuff" verdichtet. Obwohl diese Schicht vielerorts mit einer harten Lavaschicht ueberlaget wurde, hat die Erosion durch Wasser, Wind und Temperaturwechsel den Tuff im Laufe der Zeit abgetragen und die bizarren Gesteins-formationen entstehen lassen.
In Goereme, also im Zentrum Kappadokiens haben wir uns gute zwei Wochen auf dem Kaya Camping aufgehalten. Für türkische Verhaeltnisse ein Platz der Superlative! Ideale Lage, sauber, gut gefuehrt, mit Swimmingpol, Internetanschluss und einem perfekt deutsch sprechenden Chef. Die idealen Voraussetzungen um es sich wieder einmal richtig gut ergehen zu lassen. Hier haben wir dann auch bereits bekannte, aber auch neue interessante Menschen getroffen. Nebst den normalen Touris auf Ferienreise, waren eine ausgeflippte Truppe junger Hollaender auf dem Weg nach China, die allein reisende Angela aus Neuseeland oder die deutsche Familie aus Namibia mit ihren zwei Jungs und dem siebeneinhalb Tonnen Truck besonders auffallend. In einer solchen "multi kulti" Gesellschaft das Fussballspiel  Deutschland-Tuerkei anzuschauen und natuerlich die Deutschen zu unterstuetzen, ist ein ganz spezielles Erlebnis. Wir haben hier aber nicht nur gebloedelt, "baedelet und g'soennelet", nein wir haben uns natuerlich auch der Geschichte und der Kultur gewidmet. Wir haben das Freilichtmuseum in Goereme und eine unterirdische Stadt besucht, und erfahren, dass die Menschen dieser Gegend  die Vorteile des Tuff's schon frueh erkannt haben. Christen haben in dem leicht abzutragenden Gestein Schutz  vor ihrer Verfolgung und kriegerischen Auseinandersetzungen gesucht. Dabei sind Kloester und bis achtstoeckige, unterirdische Staedte entstanden. Diese hatten schon im zweiten und dritten Jahrhundert nicht nur eine geniale Wasserversorgung sondern auch eine funktionierende Belueftung . In diesen Staedten haben angeblich  zehntausend Menschen gewohnt und die bis zehn Kilometer auseinander liegenden  Zentren waren mit Tunnels verbunden. Ein-, Aus-, und Durchgaenge wurden durch Rolltore  (gewaltige Scheibenraeder) gesichert. Das muessten sich die Generaele des schweizerischen Zivilschutzes einmal ansehen!
Ein besonderes Erlebnis waren natuerlich die Treffen mit Sissi und Margot. Unsere Gastgeberin aus Griechenland ist mit ihrer Freundin für einige Tage in einem Hotel in Uerguep abgestiegen was uns nicht geplante, aber sehr schoene und eindrückliche Begegnungen beschert hat. Margot hat sich im Laufe der Jahre durch mehrere Reisen in die Tuerkei viele schoene, echte  Freundschaften aufgebaut. So, durften wir dabei sein, als sie
Ayse und ihre Familie in Soganli, einem kleinen Dorf  in dem die Menschen im Sommer immer noch in den Tuff gehauenen Haeusern wohnen, besuchte. Wir wurden, wie ueberall in der Tuerkei, alle herzlich begruesst und zum Tee eingeladen. (nach der Devise, "deine Freunde sind meine Freunde") Wir haben uns bei den einfach lebenden Leuten sofort sehr wohl gefuehlt. Alles was da an Gestik, an Herzlichkeit und Gastfreundschaft rueber kommt, ist absolut echt und das Gebotene unvorstellbar. Der absolute Hoehepunkt war ein gemeinsames Essen, im Wohnzimmer am Boden sitzend und alle um den wunderschoen gedeckten Tisch mit allerhand feinen Sachen versammelt. Es wurde gegessen, getrunken und in mehreren Sprachen, manchmal harzend aber herzlich kommuniziert. Die Aufmerksamkeit der Gastgeber und die Selbstverstaendlichket mit der sie uns bewirtet und uns ihre Zeit geschenkt haben war beeindruckend. Uns ging dieser Besuch unter die Haut! Kann es sein, dass wir in ein, zwei Generationen an Bodenhaftung verloren und einige wichtige Werte gegen den sogenannten Wohlstand und "Dinge die die Welt nicht braucht" eingetauscht haben?
Uns werden auch die Wanderungen durch die wunderschoenen Taeler Kappdokiens mit ihrer vielfaeltigen Pflanzen-, und Vogelwelt. auf denen uns der Wiedehopf sowie der leuchtend gelbe Pirol staendig begleitet haben, sehr positiv in Erinnerung bleiben. Wir haben einige Neuentdeckungen nicht eindeutig bestimmen koennen, uns aber trotzdem an der Farbenpracht dem Gehabe oder Gesang gefreut. Die Tage oberhalb Goereme haben jeweils um 5.30 Uhr mit dem Schauspiel, von ca. fünfundzwanzig farbenpraechtigen, riesigen, ruhig in den Taelern auf-, und absteigenden und anmutend durch die Gegend fahrenden Heissluftballone begonnen und haben um ca. 20.30 Uhr mit einem jeweils unbeschreiblichen Sonnen-untergang geendet. Wer mehr ueber diese Region wissen moechte, muss es sich selber ansehen! Es wird sich sicher lohnen!
Wir haben uns in dieser Zeit auch um unsere Visas fuer den Iran gekuemmert und dabei einen Internet-Service von Iranianvisa aber auch unser "backoffice" in der Schweiz beanspruchen muessen. Dinge die man daheim einfach schnell erledigt, sind im Ausland ploetzlich schwierig und beanspruchen Tage. Da unser Leiter "home-base", wie das von einem kantonalen Chefbeamten auch zu erwarten ist, pflichtbewusst , zuverlaessig und man hoere und staune sogar sehr schnell reagiert hat, ist die Sache jetzt auf gutem Weg und wir koennen unsere Visas auf der Durchfahrt
in Erzurum abholen. Wir freuen uns, Ostanatolien mit dem Atatuerk Staudamm, dem Nemrut Dagi und der Region um den Vansee bis zur iranischen Grenze in den naechsten Wochen erkunden zu duerfen.  Wir kennen bereits einige tuerkische Eigenheiten, wissen, dass nicht jedes Hupen uns gilt, die Leute sehr hilfsbereit und freundlich sind, dass man in jeder groesseren Ortschaft fast alles kaufen und sich an oeffentlichen Brunnen immer mit frischem, kaltem Quellwasser versorgen kann und trotzdem ist jeder neue Tag unterwegs wie eine Wundertuete!
Der Kappadokien-Urlaub ist vorbei, der Osten mit wildem Campen wartet, wir werden gespannt Tuete um Tuete oeffnen und euch in einigen
Wochen Bericht erstatten.

allaha ismarladik
Ulla&Kari