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Iran 19.08.- 31.08.2008

Pierre Loti hat Isfahan den "Garten Eden" genannt, die Isfahaner sagen stolz; "Isfahan ist die halbe Welt" und wir empfehlen Isfahan, zwar nicht
so poetisch, aber guten Gewissens weiter. Die heutigen Besucher erleben die Anfahrt sicher nicht mehr so romantisch wie das Loti um 1900 erlebt
hat, aber die unzaehligen, tuerkisfarbenen Kuppeln und die herrlichen Gaerten am Fusse des "Kuh-e-Soffeh "sind auch heute noch eine Reise wert!
Wir haben die Stunden auf dem Meydan-e-Imam richtig genossen, wir haben die Atmosphaere dieses gigantischen Platzes (524 x 160 Meter) mit
seinen beeindruckenden drei Bauwerken, den rings um den Platz verlaufenden, doppelstoeckigen Arkaden  und der gepflegten Gruenanlage mehrmals besucht. In der Lotfollah-Moschee, haben wir kaum gesprochen, wir haben uns in der ehemaligen Privatmoschee kurz angeschaut, uns hingesetzt und dann hat jeder schweigend die Vollendung von Form, Farbe und dem Lichtspiel in sich aufgenommen. Die ausgewogene Eleganz des Kuppelsaals sucht seinesgleichen und laesst selbst "Kunstbanausen auf Weltreise", vor Ehrfurcht erstarren! Ein kurzer Spaziergang durch die Arkaden mit den Isfahaner Souvenier-Shops, ueber einige, mit bunt bemalten Kacheln eingekleidete Stufen und schon geniessen wir auf der Terrasse des Ali Qapu Palastes im Licht der untergehenden Sonne die herrliche Abendstimmung. Das Dach dieser Terrasse wird von achtzehn beeindruckenden Holzsaeulen getragen, sie war frueher Schauplatz grossartiger Empfaenge und heute vor allem ein beliebtes Ziel fuer Fotografen.
Die, an der Suedseite liegende grosse Mosche heisst seit der Revolution " Masdyed-e-Imam", gilt mit einer Bauzeit von gut zwanzig Jahren als schoenste, in der Safaviden-Zeit erbaute Hofmoschee und mit ihrem Innenhof von 68 x 53 Metern sogar als eine der groessten. Tausende von Quadratmeter, sind mit vorwiegend in Blautoenen gehaltenen Fliesen ausgelegt. Die vier ueberkuppelten Hallen mit dem vorgelegten Iwan und dem Hauptgebetssaal mit seiner in Keramik-Mosaik ausgelegten Kuppel lassen jeden Besucher erneut staunen.
Am Abend erholen wir uns auf der Terasse eines auf der Nordseite des Platzes gelegenen Teehauses, trinken Tee, essen feines Isfahaner Gebaeck
und rauchen genuesslich unsere Wasserpfeife. Ein weiteres Highligth unseres Aufenthaltes in Isfahan war der Besuch der  "Medrese-ye Chahar Baq". Dies ist eine, 1714 eingeweihte, immer noch aktive Religionsschule unweit des bekannten Hotel Abbas. Wir hatten das Glueck diese nur wenige Tage pro Jahr geoeffnete Anlage besuchen zu koennen. Fast allein bewundern wir die schoene, harmonische Parkanlage mit dem rechteckigen  Wasserbecken und den zahlreichen, uralten Platanen, besichtigen die bescheidenen Unterkünfte und Schulungsraeume sowie die
imposante Moschee. Einen bleibenden Eindruck hat bei uns auch die einmalige Akustik in einem Gebetsraum hinterlassen. Wir haben die Gelegenheit sofort benutzt und uns, ueber die dicken Saeulen auch wieder einmal etwas zugefluestert!
Auf unserem Standplatz im Hotel ITTIC haben wir Mathias aus Regenburg kennen gelernt. Mathias ist ein unternehmenslustiger, vielbereister Mann,
anfangs fuenfzig, alleine mit seinem selbstausgebauten VW-Bus fuer fuenf Wochen unterwegs und ein sehr interessanter Gespraechspartner. Nach zwei Tagen trennen wir uns, Mathias will durch die Wueste, dann nach Teheran, an das Kaspische Meer und spaeter wieder heim nach Regensburg. Wir haben bekanntlich andere Plaene und ruesten uns fuer die Weiterfahrt nach Shiraz. "friieda" war damit aber nicht ganz einverstanden und hat ganz einfach gestreikt. Ueber den Display laesst sie uns "start error" ausrichten, macht keinen Wank und bringt auch die Spezialisten der ortsansaessigen Mercedes-Garage zur Verzweiflung. Was dann geschah, ist wirklich nur nachtraeglich lustig!!!
Es wird telefoniert, diskutiert und hantiert, ein Abschleppservice aufgeboten und versucht "friieda" fuer die Fahrt zurueck nach Teheran (ca. 450 Kilometer) flott zu machen. Die ersten Versuche scheitern klaeglich, "friieda" ist zu gross, zu schwer und beim dritten Versuch zu lang.
Nach etwa zehn Stunden baumelt sie an einem Lastwagen mit Kran, die Vorderraeder zehn Zentimeter ueber dem Boden, die Kardanwelle ist geloest und wir verlassen den Hof des Hotels in Isfahan. Laut Abschleppdienst wird die Fahrt nach Teheran ungefaehr zwoelf Stunden dauern. Wir sitzen niedegeschlagen in unserer "friieda" und haben auf einer ca. vierzig Kilometer dauernden Fahrt panische Angst, die auf der unebenen Strasse bedrohlich schaukelnde "friieda", koennte umkippen. Auf einen Parkplatz ausserhalb der Stadt machen wir einen Halt, ich spiele mit dem Zuendschluessel und siehe da, "friieda" laeuft.  Ein riesiges Gelaechter bei den einen, Erleichterung bei uns, "friieda" wird herunter gelassen die Welle montiert und wir fahren selber die ganze Nacht durch, bis Teheran. Zwei Stunden Schlaf, kurze Visite in der grossen Iraner Mercedes-Zentrale
und wir werden wieder auf die Autobahn entlassen. Das Analyse-Geraet hat zwar drei Fehler in der Elektronik behoben, die Ursache der Stoerung  konnte uns aber niemand erklaeren. Wir fahren noch am gleichen Tag zurueck nach Isfahan und weiter in suedlicher Richtung bis kurz vor Shiraz.
Nach fast neunhundert Kilometer super Autobahn, uebernachten wir inmitten von Trucks und einigen iranischen Meistercampern auf einer Raststaette. Am naechsten Tag besuchen wir Persepolis, die beruehmte Terrasse am Fusse des Berges Kuh-e Rahmat. Die etwa 400 x 300 Meter
grosse Palastanlage wurde ca. 500 Jahre v.Ch. erstellt und sollte, Macht und Groesse des achaemenidischen Weltreichs architektonisch zum Ausdruck bringen. Wir gehen staunend und voller Bewunderung durch die Anlage, lehnen uns an eine prachtvoll verzierte Wand und sind glücklich dies alles sehen und erleben zu duerfen. Wir realisieren wieder einmal, dass wir daheim eine gute Basis, vor allem aber, grossartige Kinder haben die unsere Reise mittragen und uns all die unvergesslichen Momente ueberhaupt ermoeglichen.
Wir verlassen Persepolis "Stadt der Perser" und gehen nach Shiraz, in die Stadt der beruehmten Gaerten, in die Stadt der Poesie und Heimat der
gleichnamigen Weintraube. Die so oft gelobte Stadt kann uns aber nicht begeistern, die Anlagen sind nicht gepflegt, die historischen Gebaeude in
sehr schlechtem Zustand und die so berühmte Traube darf seit der Revolution nicht mehr gekeltert werden. Also ab nach Neyriz, Kerman und Bam. Hier uebernachten wir, in der Stadt die 2003 in einigen Sekunden durch ein Erdbeben voellig zerstoert wurde. Die Bilder von Bam sind noch heute, fuenf Jahre danach, einfach unglaublich traurig.
In Bam treffen wir Susanne und Bou aus Holland die mit ihrem Landcruiser auch auf dem Weg nach Indien sind. Wir unterhalten uns und merken bald, dass wir uns gut verstehen und alle froh sind, die kommenden Etappen, Bam-Mir Javeh und insbesondere jene in Pakistan, entlang der afghanischen Grenze, nicht ganz alleine fahren zu muessen. Wir verlassen also gemeinsam die Oase Bam mit ihren Dattelpalmen und steuern Zahedan und dann, der Grenze Iran -Pakistan entgegen. Ab Zahedan erhalten wir fuer die letzten einhundert Kilometer bis in den Zollhof, Begleitschutz von der Polizei! Wir erledigen den Papierkram und installieren uns im Zollhof inmitten pakistanischer "Brummifahrer", haben schnell Kontakt und erleben einen eindruecklichen Abend.
Morgen frueh gehts nach Pakistan, es kribbelt ein wenig, es ist sicher anders, neu, aber bestimmt unglaublich spannend!

Liebe Irania, das war's, du bist eigentlich eine interessante Braut, du bist schoen, du bist reich und einige Stellen an dir sind besonders gut ausgebildet! Leider, bist du trotz all den Vorzuegen, wegen deinen derzeitigen Pflegeeltern nicht vermittelbar. Wir wuenschen dir und deinem hilfsbereiten, gastfreundlichen Volk alles Gute und irgendwann, wieder bessere Zeiten.

Ulla&Kari