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Pakistan 31.09.-04.10.2008
"Fairy Meadows" hat uns sehr beeindruckt. Deshalb ein Extra-Kurzbericht
vom "Fruehstueck am Fusse des Nanga Parbat 8126 m".
Wir kommen von Skardu, dem schoenen, lieblichen Tal und erreichen am
spaeten Nachmittag des 31.09. die Raikot Bridge, den Ausgangspunkt fuer Fairy Meadows. Dort stehen die Jeep's,
die Touri's, sofern vorhanden,
ueber eine 19 km lange abenteuerliche Fahrt bis zum Jeep-Stop bringen.
Wir wollen eigentlich erst am naechsten Tag in die Hoehe, lassen uns
aber ueberreden und sitzen eine halbe Stunde spaeter in einem
blauen Toyota der von einem jungen "Einheimischen" pilotiert wird.
Ein
letzter Blick zu "friieda" und schon gehts bergwaerts. Laute "local
music",
ein locker, laessig, aber absolut sicher fahrender Pakistani und zwei,
die Magenwaende strapazierende, voellig verkrampfte Pensionaere
praegen die ersten Minuten dieser unvergesslichen Fahrt. Mehr als eine
Stunde fahren wir auf der einspurigen Schotterpiste, die sich dem Hang entlang durch die
Schlucht in die Hoehe schraubt, uns immer wieder furchterregende Blicke
in die Tiefe ermoeglicht, die durch Spitzkehren und ueber Steinplatten
fuehrt die selbst dem Jeep im ersten Anlauf zu happig sind. Wir
bestaunen die tollkuehne Konstruktion dieser in Handarbeit angelegten Bergstrasse, die selbst in den steilsten Passagen fast ausschliesslich
von Trockenmauern getragen, gestuetzt wird und fragen uns, was wohl in den "wilden
Hunden" die diese Strecke in der Sommersaison fast taeglich bewaeltigen,
vorgeht?
Unsere Begleiter bringen uns in dem Bergdorf in eine einfache Behausung,
ein Raum, Teppiche am Boden und Kissen der Wand entlang. Wir erhalten
Bohnen, Beaf, Chabati und Tee, muessen wie die Einheimischen mit den
Haenden essen und werden dabei von fuenf Maenner beobachtet.
Frauen kriegen wir natuerlich auch hier keine zu sehen! Wir verbringen
mit unseren Gastgebern einen ganz besonderen Abend, plaudern ueber
Pakistan die Schweiz und natuerlich, ueber die Berge. Am andern Tag
steigen wir zu Fuss in drei Stunden, ganz gemuetlich zu Fairy Meadows
auf.
Die Maerchenwiese ist auf 3300 Meter ueber Meer, ist ein gruenes
Plateau mit zwei kleinen Seen, ist umgeben von einem schoenen
Fichtenwald und liegt am Fusse der Nordwand des Nanga Parbat. Da steht
sie auf einmal vor dir, gewaltig in Schoenheit und Dimension! Sie, die
bisher ueber vierzig Bergopfer gefordert, aber nur zwei Seilschaften den
Gipfelerfolg gegoennt hat. Sie beherrscht mit ihren gewaltigen
Gletscherabbruechen, ihren Couloires und den riesigen Eishaengen hier
klar die Szene. Ihr Anblick ist sowohl furchterregend als auch wohltuend
und geht unter die Haut. Wohl wissend, dass wir so etwas kaum wieder
zu sehen kriegen, legen wir uns in der traumhaften Bergwelt an die Sonne
und bewundern stundenlang die vor uns stehende, in den wolkenlosen
Himmel ragende majestaetische Nordwand des Achttausenders.
Nach dem Sonnenuntergang wird es richtig kalt. Seit Monaten tragen wir
erstmals wieder Pullis und Jacken, sitzen am Lagerfeuer und erhalten
spaeter unser Abendessen in der einfachen Kueche. Es gibt weder ein
Tisch noch ein Kochherd! Alles wird am Boden sitzend bei sehr schlechter
Beleuchtung vorbereitet und die Kochtoepfe stehen auf kleinen Gasflaschen.
Die Roestkartoffeln,
das Gemuese und der Tee sind koestlich und die Atmospaere einmalig. Von
unserer Schlafstelle in einer einfachen Huette, haben wir direkte Sicht
auf den stolzen Berg und sehen wie die ersten Sonnenstrahlen schon frueh
morgens den Gipfel beleuchten. Wir bleiben liegen, schauen dem
Schauspiel zu und stehen erst auf als die waermende Sonne die
Huettenwand erreicht. Draussen wird unterdessen unser beruehmtes
Fruehstueck vorbereitet und auf einer Holzpritsche die mit Kissen belegt
ist, (damit wir es bequem haben und unsere Fuedeli nicht kalt werden),
spaeter auch serviert. Es ist ein unbeschreibliches Gefuehl an diesem
traumhaften Fleck Erde, bei wolkenlosem Himmel und klarer Sicht
fruehstuecken zu duerfen. Wir sind "Glueckspilze"!
Ein Rundgang fuehrt uns ueber die, mit tausenden, allerdings verbluehten
Edelweiss bestueckte Wiese, durch den praechtigen Fichtenwald, an die
beiden kleinen Seen wieder zurueck zum Fruehstuecksplatz. Wir setzen uns
nochmals kurz an die Sonne, nehmen Abschied von der Mannschaft, von
Fairy Meadows und natuerlich, vom Nanga Parbat. Waehrend dem Abstieg
durch den Fichtenwald werfen wir immer wieder wehmuetige Blicke zurueck
auf den Berg, der uns in den letzten Tagen so viel Freude gemacht hat.
Auf der Talfahrt mit dem Jeep kommt es zu einem unerwarteten
Kreuzungsmanoever. Alles steigt aus, die Fahrer diskutieren die Lage und
wir unterhalten uns mit den Touristen vom bergwaerts fahrenden Jeep,
einem Schweizer Paerchen das wir schon am Kunjerab-Pass getroffen haben.
Die beiden aufgestellten, jungen Leute sind mit dem Fahrrad in Kirgistan
gestartet und ueber China nach Pakistan gekommen. Wir werden uns, so
Gott will, auf dem Tourist Camping in Islamabad wieder treffen.
Dort werden wir uns und unserer "friieda" einige Verwoehntage goennen,
unsere Visas fuer Indien beantragen und wenn alles planmaessig verlaeuft
in ca. zwei bis drei Wochen unseren letzten Bericht ueber Pakistan
aufschalten.
"Unterwegs sein ist geil! "
Es gruessen herzlich, eure Roma's,
Ulla&Kari
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