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Indien 24.12.-16.01.2009
Dehli ist weder voll krass noch abartig, Dehli ist ganz einfach, typisch indisch!
Diese Stadt repraesentiert das verrückte, faszinierende Land wie keine
andere Agglomeration des grossartigen Subkontinentes. Wer Dehli besucht,
muss sich und der Stadt genuegend Zeit geben fuer eine Annaeherung.
Gerade der Kontrast, ist der Charme von Dehli, die krassen
Gegensaetze sind der Reiz dieser Grossstadt mit all den bekannten und
schon oft geschilderten indischen Eigenschaften. Wer sich Zeit laesst, die Sache
ruhig angeht und nicht nach dem ersten negativen Bild, oder einer Nase
voll unangenehm Ungewohntem schon davon rennt, wird Dehli positiv erleben.
Dehli setzt sich aus zwei gaenzlich unterschiedlichen Stadtteilen
zusammen. Da ist das von den Moguln gepraegte Old Dehli, das mit dem
Roten Fort und der Jamia Masjid Moschee ueber zwei architektonisch
hervorragende Bauwerke verfuegt, die Heimat der Armen und Aermsten ist
und dem, durch die Chandni Chowk schlendernden Besucher, - wahrhaftes Indien
bietet. In den engen Seitenstrassen ist alles zu finden, da ist
unglaublich viel zu sehen, zu riechen ja sogar zu kosten. Wer eine Pause
braucht, zieht sich in den moderneren, von den Briten entworfene
Stadtteil New Dehli zurueck. Dieser Stadtteil mit grosszuegigen
Strassen, riesigen Alleen, weitlaeufigen Parks, modernen
Verwaltungsgebaeuden und praechtigen Privatvillen, verfuegt fuer eine
Grossstadt ueber sehr viel Gruenflaeche und einen selten schoenen
Baumbestand. Hier wohnen die Reichen, hier logieren die Diplomaten, hier
gibt es fast mehr Polizisten als Einwohner und hier im Nehru-Park, steht
vom 22.-30.12.08 auch unsere "friieda". Wir haben tolle Nachbarn aus
Frankreich! Thierry und Marie sind mit ihren drei Toechtern und dem Hund
schon anderthalb Jahre unterwegs. Amelie, Clementine und Gabrielle
machen fleissig ihre Schulaufgaben schicken diese nach Hause und
erhalten sie korrigiert zurueck. Dies ohne Schulleitung, ohne
Aufgabenhilfe, ohne Stuetzunterricht, ja sogar ohne Schulpsychologischen
Dienst! Übrigens, unsere Tochter ist auch ohne das neuartige Zeug
aufgewachsen und hat den Weg nach Dehli trotzdem ganz alleine gefunden.
Wir sind also seit dem 28.12.08 zu dritt, froh und glücklich unsere Tina
bei uns zu haben, von frueher und daheim quatschen und gemeinsam auf
Entdeckungsreise gehen zu koennen!
Da man Dehli den Bronchien zu liebe nicht all zu lange besuchen sollte,
sind wir am letzten Tag des Jahres 2008 nach Agra gefahren. Am
Silvester-Nachmittag haben wir "es" von der Dachterrasse
eines Restaurants zum ersten Mal gesehen und dabei intensiv an einen
lieben Freund daheim gedacht! Prosit Neujahr, im Garten vom Taj Mahal,
das muss einfach Glueck bringen! Dieses formvollendete Bauwerk mit
seiner einzigartigen, unbeschreiblichen Ausstrahlung wird nicht umsonst
zu einem der schoensten dieser Erde gezaehlt. Wenn sich das kolossale
Monument aus weissem Marmor im Wassergraben der wunderschoenen
Gartenanlage spiegelt, wirkt es schon fast magisch und ist in
Wirklichkeit noch viel schoener als auf all den unzaehligen Bildern die
wir bisher gesehen haben. Das "Denkmal unvergaenglicher Liebe", wie das
Taj Mahal oft auch genannt wird, hat uns beruehrt und beeindruckt. Agra
hat aber mit dem "Roten Fort" ein weiteres, absolut sehenswertes
Highlight zu bieten.
Waehrend das Taj Mahal den Hoehepunkt muslimischer Baukunst verkoerpert,
ist das Rote Fort ein Zeugnis uneingeschraenkter Macht der
Mogulherrscher im 16. und 17 Jahrhundert. Obwohl dem Besucher heute nur
etwa ein Fuenftel der gigantischen Anlage gezeigt werden kann, ist der
Besuch des "Roten Fort" in Agra absolute Pflicht fuer jeden Touristen
der in die Stadt an der Yamuna kommt. Wer nach den beiden kulturellen
Hoehepunkten gern noch ein wenig echtes Indien erleben moechte, muss
einfach durch Agra's Altstadt spazieren. Die engen Gassen unterscheiden
sich in nichts von den bereits beschriebenen nordindischen Staedten.
Dreck, Laerm, Gestank und Hektik sind ebenso garantiert wie die, mit
allen Wassern gewaschenen Tuk-Tuk und Rikshas-Fahrer. Sie beherrschen
ihre Tricks genau so gut wie all die Shopbesitzer und ihr Repertoire zum
Abzocken von "Touris" ist eben so vielfaelltig. Wie dem auch sei, der
erste Tag des neuen Jahres war grossartig, die Eindruecke intensiv und
bestimmt bleibend!
Nach Punjab und Haryana, sowie Uttar Pradesh, erreichen wir am zweiten
Januar Rajasthan, das zweitgroesste, und meist besuchte Bundesland
Indiens. Die Provinz im aeussersten Nordwesten des Landes ist eines der rueckstaendigsten,
traditionellsten und farbenfrohesten Gebiete Indiens.
Die Frauen tragen hier auffallend leuchtend farbige Saris und die braungebrannten Maenner bunte Turbane. Mehr als die Haelfte der Gesamtflaeche
Rajasthans nimmt die Wueste Thar ein. Es gibt kaum Industrie, was
bleibt, ist das oestlich der aeltesten Gebirgskette der Welt liegende
Ackerland das mit Hirse, Weizen und Mais bepflanzt wird. Obwohl, oder
eben weil die Menschen hier sehr einfach und naturverbunden leben und
die Alphabetisierungsquote selbst fuer indische Verhaeltnisse mit 44 %
tief ist, sind sie auffallend froehlich und freundlich. Rajstasthan hat
aber nicht nur landschaftlich, sondern auch architektonisch einiges zu
bieten. Wir haben Jaipur, die Stadt mit dem "Palast der Winde", die
"Pink City" wie Rajstasthans Hauptstadt wegen ihren rosa farbenen
Haeuser der Altstadt auch genannt wird besucht, sind durch die ehemalige
Reissbrettstadt mit ihrem grosszuegig, rechtwinklig angelegten
Strassensystem und der orientalischen Atmosphaere gewandert haben
gestaunt, bewundert und natuerlich laufend fotografiert. Jaipur ist ein
Besuch wert, hier muss man nicht nur anhalten, hier muss man verweilen!
Auf dem Weg in den Sueden sind wir in Ajmer und Pushkar vorbei gekommen.
Waehrend Ajmer fuer die Muslime ein sehr bedeutender Wallfahrtsort mit
schon fast ekstatischer Religioesitaet ist,
ist das nur wenige Kilometer entfernte, an einem kleinen, heiligen See
gelegene Pushkar fuer die Hindus ein Ort der Meditation.
Hier soll dem Schoepfer des Universums "Brahma" eine Lotusbluete aus der
Hand geglitten sein. An der Stelle wo die Bluete den Boden beruehrte
oeffnete sich eine Quelle und es entstand ein See. Diesen Ort nannte er
"Pushkar". Das malerische, ruhige Pushkar mit seinen weissen Haeusern
und den Ghats dient auch vielen westlichen Aussteigern als willkommene
Bleibe und ist immer im November Schauplatz eines der faszinierendsten
Feste Asiens, der "Pushkar-Mela". Das als Kamel- und Heiratsmarkt
bekannte Fest dauert von Halb- bis Vollmond, dient in der ersten Haelfte hauptsaechlich dem Geschaeft und endet fuer die Pilger mit einem
Suenden erlassenden Bad im heiligen See bei Vollmond. Das waere
vielleicht auch fuer einige nicht hinduistische Geschaeftsleute ab und
zu empfehlenswert!
Udaipur, die Stadt am Pichola-See, nennt man auch "Venedig des Ostens".
Das harmonische Zusammenspiel von Altstadt, Palast, See und Bergkulisse
macht den Besuch in Udaipur zum Erlebnis. Hier ist es schoen, hier
fuehlen wir uns wohl! Udaipur ist der kroenende Abschluss unserer
Kulturreise durch Rajasthan.
Nun geht es auf dem Highway Nr. 8, schnell dem Sueden, Goa und der
Badehosen-Zeit entgegen. Drei Tage dauert die erlebnisreiche Fahrt!
Am 09.01.09 passieren zwei entscheidende Dinge. Erstens wechseln wir die
Strassenkarte Nord-, gegen Suedindien aus und zweitens bleiben wir in
Vapi, wegen einem mehrere Tage dauernden Streik der Diesellieferanten,
mit absolut leerem Tank vor einer nicht mehr bedienten Tankstelle
stehen. Es ist heiss, die Umgebung nicht sehr gemuetlich und die
"Gaffer" zu zahlreich. Obwohl niemand weiss, wann die Situation sich
aendern wird, regt sich kaum jemand auf! Inder sind genuegsam und
geduldig, sie wissen "Shiva" wird es richten, wann ist egal! Was anfaenglich ziemlich boese
aussieht, endet fuer die Touris aus der Schweiz wieder einmal gut! Ein
freundlicher, hilfsbereiter Inder besorgt uns nach ca. drei Stunden mit
Hilfe der Polizei vom begehrten Saft (absolut ohne Bakschisch) und wir koennen gluecklich
und zufrieden zurueck auf den Highway Nr. 8.
Am 11.01.09 erreichen wir Agonda-Beach. Wir stellen uns neben unsere
Freunde Nancy und Philip die wir schon in Islamabad getroffen haben. "friieda"
steht nun direkt am Meer unter den Palmen und wir, - machen Strandurlaub!
Wie es hier aussieht und was wir hier so tun, erzaehlen wir euch
nach der Fasnacht!
Wir wünschen schoene Narrenzeit und gruessen alle herzlich,
Ulla, Tina & Kari
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