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Malaysia 25.03.-28.04.2009
Am 25.03.09 landen wir in Kuala Lumpur. Der Kulturschock ist gewaltig!
Wir schlendern durch den topmodernen, auf Hochglanz polierten Flugplatz
mit den feinen Restaurants, den noblen Laeden und all den gestylten
Menschen. Rucksacktouristen aus Indien sind hier schon fast ein
oeffentliches Aergernis! Wir werden aber trotzdem sehr freundlich behandelt,
erhalten unsere Einreiseerlaubnis und werden von einem Guide durch den
Flughafen begleitet. Er zeigt uns die ATM-Maschine, ein Platz zum
Fruehstuecken, die Stelle mit der Hotelreservation und begleitet uns zum
Ticket-Corner für den Bus nach Kuala Lumpur. Auf der halbstuendigen
Busfahrt ins Stadtzentrum kommen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus,
wir wissen nicht, wie, und was uns geschehen ist. "Wir sind
offensichtlich in einer neuen Welt gelandet!"
Die Strassen, die Skyline, die Sauberkeit, die Blumen, die gepflegten
Parks und der geregelte Strassenverkehr sind unsere ersten
ueberwaeltigenden Eindruecke dieser neuen Welt. Im Zentrum steuern
wir dann ziemlich selbstsicher das Red Dragon Guesthouse, ein Treffpunkt fuer Backpacker in Chinatown an. Diese guenstige, einfache
Unterkunft liegt sehr gut. Vieles ist zu Fuss erreichbar und fuer den
Rest gibt es in der Naehe den Busbahnhof. Fahrten mit dem Bus, sind in KL
auch für Landeier einfach, weil sowohl Passagiere als auch
Chauffeure sehr hilfreich sind. Das Red Dragon ist fuer sieben Tage unser
neues Zuhause! "friieda" ist auf hoher See und wir in der Metropole mit
den 452 m hohen Petronas Twin Towers, dem viertgroessten Fernsehturm der
Welt und den unzaehligen hoechst
modernen Hochhaeusern. Wir erkunden die Stadt zu Fuss, gehen durch die
Gassen von Chinatown, in die Kaufhaeuser, marschieren dem moscheeartigen,
ehemaligen Hauptbahnhof entlang und besuchen den Vogel- und
den Orchideenpark. Wir lassen es uns hier gut gehen, genehmigen einen suendhaft teuren Kaffee im Starbooks und weil die Aussicht vom
Drehrestaurants im KL-Tower so atemberaubend ist, buchen wir diesen
Besuch unter Highlights ab. In Kuala Lumpur erleben wir dann auch die
hier so typischen, kurzen aber unglaublich heftigen Regenguesse. Von hier
kommt wohl der Ausdruck; "Es giesst aus Kuebeln"
Am 28.03.09 teilt uns Jet-Express per E-Mail mit, dass "friieda" in Port
Klang angekommen ist und wir sie. das ist kein Aprilscherz, am 01.04.09
im Containerhafen in Empfang nehmen koennen. Die Formalitaeten sind schnell
erledigt, "friieda" wird von ihren Fesseln befreit, von uns herzlich
begruesst und zwei Stunden spaeter, rollen wir friedlich vereint,
erleichtert und happy, dass wir einander wieder haben an der Skyline von
KL vorbei. Wir lassen die Stadt die uns ueberwaeltigt hat hinter uns und
steuern auf einer Strasse erster Klasse, Kuantan entgegen. "friieda"
muss die Fahrt auf dem ungewohnt glatten Belag ohne Schlagloecher wie
eine Streicheleinheit vorgekommen sein! An der Ostkueste soll es im
April langsam Sommer und Badewetter werden. Wir haben Informationen und
eine Adresse von Freunden aus Indien und gehen auf Erkundungstour. Balok
Beach ist dann aber nicht gerade das gelbe vom Ei und Travellers sind
auch keine zu sehen! Also, den Reisefuehrer konsultieren und nach anderen
Moeglichkeiten suchen. Am spaeteren Nachmittag treffen wir in Cherating, an
einem herrlichen Plaetzchen am Strand auf einige bekannte Gesichter.
Annalaura und Hubert, Hildegard und Christian, Ulla und Peter kennen wir
von Indien und der bewundernswerte Toni wird uns hier erstmals
vorgestellt. Toni ist ab sofort unser direkter Nachbar, er ist 83 Jahre alt,
Deutscher und
seit fast acht Jahren ganz allein unterwegs. Der aufgestellte,
unternehmungslustige Mann hat mit seinem
selbstausgebauten Mercedes schon fast die ganze Welt besucht, seine Erlebnisse sind
hoechst interessant und die Begeisterung fuer das was er tut, ansteckend. Toni
ist fit, hat
Plaene wie ein Zwanzigjaehriger und findet das Leben, wie er immer sagt:
"FANTASTISCH".
Cherating Beach liegt in einer kleinen Bucht. Schatten spendende Baeume
saeumen den traumhaften Sandstrand, vor uns das Meer und hinter uns das
gemuetliche auf Stelzen stehende Restaurant das eigentlich nur eine
riesige ueberdachte Veranda ist. Der gemuetliche Beizer sieht aus wie ein
friedliebender Silberruecken in Bormeos Regenwald, ist ein hervorragender
Koch und ein exzellenter Beobachter. Wir beziehen von ihm fuer wenig
Geld, Strom und Wasser und koennen duschen so oft wir wollen. In Cherating erhalten wir alles fuer den taeglichen Bedarf und fuer den
Grosseinkauf fahren wir einmal woechentlich in die etwa fuenfzehn
Kilometer entfernte Stadt Chukai. Obwohl die Temperaturen sehr angenehm
sind und vom Meer staendig eine frische Brise weht, ist die sehr hohe
Luftfeuchtigkeit nicht zu unterschaetzen. An manchen Tagen sind wir auch ohne groessere
Anstrengung immer nass, schwitzen wie Schwerarbeiter und sind eigentlich
nur damit beschaeftigt, den Feuchtigkeitshaushalt im Schuss zu halten. Die
hohe Luftfeuchtigkeit und die fast taeglich vorueber ziehenden, kurzen, heftigen Gewitter sorgen
gelegentlich fuer einige Sturmschaeden, aber auch für eine eindrueckliche, selten vielfaeltige Vegetation. Hier waechst einfach alles!
Wohl nirgendwo gibt es eine solche Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten
wie in Suedostasien. Von insgesamt 5000 Baumsorten gibt es auf der
Halbinsel ca. 2500 (in Europa nur ca. 160) und Bluetenpflanzen soll es
hier um die 8000 verschiedene Arten geben. Wir radeln in Cherating gern durch die Gegend,
machen mitten im Wald eine Pause, lauschen den Geraeuschen und bewundern
die Tier- und Pflanzenwelt. Unter den bis 40 Meter hohen Baeumen fuehlt
man sich relativ klein und kriegt vor
lauter Ehrfurcht fast Gaensehaut. An unserem
Standplatz am Meer beobachten wir die bunten Kingfischer in verschiedenen Kolorierungen, die Mynas,
den Pirol, den Specht, den Nashornvogel und einige andere
Gesangskollegen die wir nicht bestimmen konnten. Varane beachtlicher Groesse trotten durch die Gegend und
Fruechte sind vorsichtshalber vor herumlauernden Affen zu schuetzen. Wer
die Natur liebt, fuehlt sich hier sauwohl! Uns gefaellt
es! Trotzdem gehen wir nun nach vier Wochen Strandurlaub wieder auf die
Strasse zurueck. Wir schauen uns das Land in dem wir jetzt leben etwas
genauer an und berichten davon, gegen Ende Mai.
Am 10.04.2009 feiern wir unser einjaehriges Reisejubilaeum! Wir lassen
die letzten zwoelf Monate Revue passieren und sind uns einig, es war;
"FANTASTISCH".
Wir haben viel gesehen, einige interessante
Menschen kennen gelernt, ca. 5000 Fotos gemacht, 28'000 km zurueck
gelegt, einmal Fr. 2.80, ein anders Mal Fr. 0.02 fuer 1 Liter Diesel
ausgegeben, wir haben einen Campari getrunken fuer Fr. 25.- aber, zu Zweit
auch fuerstlich getafelt fuer Fr. 3.50. Wir hatten einige Male unglaubliches Glueck, oft Respekt, aber nie
Angst. Wir haben 22 kg Gas verbraucht, ein Blattfuss repariert und uns
mehrmals uebers Ohr hauen lassen. Wir haben die Entschlossenheit der
indischen Bus-Chauffeure zeitweise unterschaetzt und "friieda" deshalb
zwei empfindliche, bleibende Narben zugefuegt. Wir hatten monatelang
kein Alkohol, zweimal Durchfall und eine wackere Sonnenallergie. Wir konnten
bisher alles kaufen was wir wirklich gebraucht haben, wir waren einmal
beim Friseur und das war einmal zuviel! Wir sind im Laufe der Zeit ein
gut funktionierendes Team geworden, das Betriebsklima ist, von einigen
Ausnahmen mal abgesehen gut, die Auftragsbuecher sind voll und mittlerweile
haben wir sogar die Finanzen im Griff! Wir haben gelernt mit wenig
auszukommen, nicht zu weit nach vorne zu schauen und wir wissen, dass es fuer jedes Problem eine Loesung gibt.
Wir wissen aber auch, dass wir das sorgenlose Leben, in absoluter
Freiheit, in dieser Intensitaet nur erleben duerfen, weil
wir daheim eine grossartige Basis haben. Unserem Schwager und kleinen
Bruder gilt nach 365 Tagen deshalb auch unser:
"DANKESCHOEN".
Wir haben Lust auf mehr und machen weiter,
weil:
Wo kämen wir denn hin, wenn jeder sagt: "Wo kämen wir denn hin" und
niemand ginge, um zu sehen wohin man käme, wenn man ginge.
Liebe Gruese aus Malaysia
Ulla & Kari
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