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Malaysia 29.04.-28.05.2009

CHERATING
Ende April wollten wir uns von Cherating Beach tatsachlich verabschieden und auf die Strasse zurueckkehren. Aber, erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Vier Wochen sind halt eine ganze Weile und Roma's sind ueberall sehr schnell daheim. Wir kennen hier bereits einige interessante Menschen die unsere Lust auf's Packen in keiner Weise foerdern. David ist Englaender, in unserem Alter, Surflehrer und ein aktiver Mountain-Biker. Er fuehlt sich in unserer Gesellschaft offensichtlich wohl und kommt ab und zu auf ein Schwatz und ein Kaffee vorbei. John der Australier mit der speziell charmanten Ausstrahlung, ist mit seiner Frau seit Jahren auf der ganzen Welt unterwegs, ein absoluter Naturliebhaber und exzellenter Kenner der Vogelwelt. Der begeisterte Ornithologe hat uns auf unseren Streifzuegen mit dem Feldstecher natuerlich rasch entdeckt und macht seither regelmaessig Kurzvisiten auf "friieda's" Veranda. John ist ein angenehmer Gespraechspartner, er wirkt beruhigend auf seine Umgebung beantwortet unsere Fragen zur hiesigen Vogelwelt prompt und bestimmt alle Neuentdeckungen mit absoluter Sicherheit. Ein Aufsteller ist die Masseurin Norah. Die kleine, zierliche, Indonesierin, ist alleinerziehende Mutter und obwohl sie ihre Einsaetze nicht ueber die Krankenkasse abrechnen kann, immer laechelnd und zufrieden mit sich und ihrem Leben. Norah's Besuche tun uns gut! Dann sind da noch die bereits erwaehnten Anna-Laura und Hubert und der Toni "FANTASTISCH". Unsere Gesellschaft komplettieren anfangs Mai zwei Junge Schweizer die ihre voll bepackten Fahrräder durch den Sand an den Strand schieben. Wir laden sie zu einem Kaffee ein, sie bleiben eine Woche! Franziska und Michel sind vom Zueri-Oberland, sympathisch, exzellente Fotographen, jung und fuer uns die erfrischende Gesellschaft. Wir plaudern viel Schweizer-deutsch, spielen  "tschau-Sepp" , kochen gemeinsam Spaghetti, philosophieren ueber "Gott und die Welt" und tauschen Reiseerfahrungen aus.
Am 08.05. verlassen die beiden Cherating und radeln, mit Ziel Australien, in Richtung Singapur davon. Wir winken lange und ein wenig wehmuetig! Wer weiss, vielleicht treffen wir sie in Australien ja wieder!

ZURUECK AUF DIE STRASSE
Wir machen uns auch langsam startbereit, putzen "friieda", reinigen unsere Fahrraeder und die sonstigen Utensilien. Dabei bekaempfen wir vorwiegend Schimmelpilz, Ameisen und den Rost an all den roetlich beschlagenen Teilen. Es ist unglaublich was das Salzwasser und die permanent hohe Luftfeuchtigkeit (ca. 80 %) in so kurzer Zeit fertig bringen. Wir oelen, salben, waschen und hoffen, unser Hab und Gut damit vor fruehzeitigem Zerfall retten zu koennen. Nach getaner Arbeit heisst es dann: "Auf Wiedersehen Cherating"!
Es tut gut, "friieda's" Fuenfzylinder wieder brummen zu hoeren und das Gefuehl, auf der Strasse entlang der Ostkueste, ist dann auch wirklich gut. Wir stoppen unsere Fahrt nach Singapur, erstmals in Kuantan, gehen in ein modernes Einkaufszentrum und staunen nicht schlecht ueber die Qualitaet und die Vielfalt der angebotenen Waren. Hier kann man in klimatisierten, auf Hochglanz polierten Raeumen, in angenehmer Atmosphaere vom Auto bis zum Whisky alles kaufen was man sich leisten kann! Wir haben bisher, ausser Kuala Lumpur, nur laendliche Gegenden besucht, sind ueberrascht und decken uns deshalb auch entsprechend gierig ein. Wir haben ab sofort Rotwein, Kaese und Schokolade von Lindt im Haus, die Welt ist wieder in Ordnung! Der vorgesehene Halt am Lake Cini, einem kleinen See in eigentlich herrlicher Umgebung faellt wegen uebertriebener Bautaetigkeit vor Ort, aus! Die geplante Uebernachtung im Wald am See, wird durch eine etwas weniger romantische Autobahn-Raststaette ersetzt. Die Infrastrukturen dieser Raststaetten sind beeindruckend und der Grad an Sauberkeit ueber dem schweizerischem Niveau. Nebst den ueblichen Verpflegungsmoeglichkeiten, gibt es immer auch eine Moschee, grosszuegig gebaute Sanitaeranlagen mit Toiletten und Duschen und ueberdachte Parkplaetze fuer Busse! Da "friieda" ein kleiner, aber immerhin ein Bus ist, stellen wir sie zwischen all die grossen Brueder und Schwestern unter das Dach! Was zuerst so gut aussieht,  wird dann aber zum Horror! Wir haben nicht gewusst, dass das Umweltbewusstsein der Malaien voellig unterentwickelt ist und diese, waehrend ihren oft stundenlangen Ruhepausen ihre Vehikel ruhig weiter laufen lassen damit ihre Klimaanlagen fuer die Dauer eines Nickerchens fuer Kuehlung sorgen. Tun dies zehn Lastwagen, fuenf Busse und zwanzig PKW's gleichzeitig auf engem Raum ist die Sauerei perfekt! Fluechten koennen wir wegen einem Plattfuss nicht, eine Invasion abgassuechtige, fliegende Ameisen verhindern das Aussteigen, schlafen ist unmoeglich und Atmen, gefaehrlicher als Autofahren in Indien! Nun ja, wir sind um eine Erfahrung reicher!

ABENTEUER SINGAPUR
Einfacher war die Suche nach einem Stellplatz in Johor Bahru, der Grenzstadt Malaysia's zu Singapur. Da Wohnmobile in Singapur nicht willkommen sind, muessen wir "friieda" in Malaysia stehen lassen und erhalten von einer Polyklinik in der Naehe der Grenzstation fuer sie, prompt und schnell zwei Tage Asyl. Wir nehmen den Bus und besuchen das im Urwald gelegene, hoch moderne Wirtschaftswunder. Die Stadt der Loewen "Singa Pura" ist nicht nur modern, sondern auch chinesisch traditionell und ein Symbol der wirtschaftlichen Kraft und politischen Macht.  Der Inselstaat rund einhundertdreissig Kilometer noerdlich des Aequators liegt strategisch guenstig, ist das Drehkreuz Suedostasiens und auch sonst in mancher Hinsicht einmalig. Man(n) muss sich das einfach ansehen und sollte, wenn moeglich, Frau nicht mit der Kreditkarte allein lassen! Singapur hat uns tief beeindruckt, Singapur ist eine Reise wert!!! 

WESTKUESTE JOHOR BARUH-MELAKA
Die Fahrt ueber die Bruecke, also die Rueckkehr in das Land des Hibiscus beschert uns automatisch drei weitere Monate Visum im Staate der Malaien. "friieda" bringt uns auf ausgezeichneten Strassen entlang der Westkueste bis Melaka. Wir sehen, wie auf frueheren Ueberlandfahrten
auch hier meist nur riesige Palmoelplantagen, Wald und dazwischen einige kleinere Siedlungen. Die aelteste Stadt Malaysia's liegt an der Melaka wird auch "Venedig von Asien" genannt und ist historisch sehr interessant. Hier ist wieder einmal auf kleinem Raum deutlich zu sehen was die allwissenden Europaeer und die Seelen rettenden Kirchen schon im 15./16. Jahrhundert angerichtet haben. Das Stadthuys, der Glockenturm, der Viktoria-Brunnen, das rekonstruierte und zu einem Museum umgebaute portugiesische Kriegs- und Handelsschiff  "Flor de la Mar" und das Santiago-Tor sind Zeugen der Zeit. Die Christus-, die St. Pauls-, die Franz-Xaver und die St. Peters-Kirche stehen unweit des aeltesten chinesischen Tempels von Malaysia. Der praechtige Cheng Hoon Teng Tempel ist der Schutzgoettin der Barmherzigkeit gewidmet, mit Holzschnitzereien, Glas- und Porzellanfiguren verziert und stellt im Hof die "drei Lehren" Buddhismus, Konfuzianismus und Daoismus dar. Einige Meter weiter koennen Muslime in der, vom Sumatra-Stil gepraegten Kling-, oder der sehr alten Hulu-Moschee, sowie Hindus im Sri Poyyatha Vinayagar Moorthi Tempel ihr Seelenheil pflegen. Melaka ist auch kulinarisch multikulturell und seine naehere Umgebung insbesondere der Erholungspark Ayer Keroh sehenswert. Wir geniessen die grosszuegige Anlage, die der Stadtbevoelkerung in den Morgen- und Abendstunden fuer verschiedene sportliche Aktivitaeten dient. Hier bewegen sich die meist unsportlichen Frauen und Maenner fast krampfhaft, schleppen ihre Hintern, die meist auf kurzen, krummen Beinen sitzen, durch den Wald und bekaempfen schwitzend ihre laestigen Pfunde. Aber, sie sind nett, freundlich und hier in der staedtischen Agglomeration sehr kommunikativ. Da wir mehrere Tage am gleichen Standplatz unter riesigen Baeumen stehen, haben wir rasch Kontakt, erhalten oft Besuch und werden mit Informationen aller Art versorgt. Hier erledigen wir auch einige administrativen Arbeiten, bringen unser altes Carnet de passage auf die Post und goennen "friieda" in der oertlichen Mercedes-Garage wieder einmal einen Service. Wir fuehlen uns hier gut! Es ist fast zu schoen, zu ordentlich, die Strassen sind gut, die Verkehrsregeln werden eingehalten, die Infrastrukturen fuer "Fahrende" sind sehr gut und die Einkaufsmoeglichkeiten hervorragend. Zu schaffen macht uns die Hitze und die permanent hohe Luftfeuchtigkeit. Ob das an unseren naechsten Destinationen, den Cameron Highlands und dem Taman Negara National Park auch so ist und was wir dort gesehen und erlebt haben, schildern wir im Bericht 26 so gegen Ende Juni.

Bis dann, machet's guet,
Ulla & Kari