

|
Malaysia 29.05.-28.06.2009
AFFENBESUCH
Kuala Selangor ist ein unscheinbares Staedtchen an der Muendung des
Selangor-Flusses. Waere da nicht der kleine Kuala Selangor "Nature Park" wuerde hier wohl kaum ein Tourist anhalten. Wir haben uns dieses
Vergnuegen gegoennt und den See im Mangrovenwald besucht. Die Anlage mit
den drei Beobachtungstuermen, einem Naturlehrpfad und den gepflegten
Wanderwegen ist beruehmt fuer die Vielfalt seiner Pflanzen- und Vogelwelt,
sowie der Langschwanz-Makaken und den eher seltenen Silber-Languren
Affen. Es sind ausser uns keine Touri's im Park! Wir uebernachten in der
Naehe des Parkeinganges wo wir "friieda" anderntags auch mehrere Stunden
allein lassen. Die Ruhe in dem Wald am kleinen See ist fast unheimlich
und was wir alles zu sehen bekommen, ist nicht aufgrund der Sensation,
sondern wegen der Intensitaet, fantastisch. Wir haben viel Zeit sitzen still,
beobachten und geniessen die gebotenen Bilder. Im Laufe des Nachmittags
kehren wir zu "friieda" zurueck und stellen fest, dass wir waehrend
unserer Abwesenheit Besuch hatten. Ein, von Innen nicht verschlossenes
Fenster und unsere Vorfahren haben die Gelegenheit benutzt und sich
unser Zuhause mal gruendlich angesehen. Der greifbare Zucker und die
Backhefe muessen es ihnen ganz besonders angetan haben! Weiter mussten
wir diesem Angriff eine Tube Zahnpasta und beinahe, Kari's neue
Sonnenbrille opfern. Die Langschwanz-Makaken konnten unser "Chuchichaeschtli"
zwar nicht oeffnen, haben aber offensichtlich ihren Spass gehabt, eine
Sauerei hinterlassen und uns eine Lektion
erteilt!
BIENENANGRIFF
Die Cameron Highlands sind die groesste von den Englaendern angelegte
"Hill-Station", liegen im Herzen der Titiwangsa-Kette auf 1500-2000
Meter ueber Meer und sind die touristische Attraktion Malaysia's.
Zumindest wird die Berglandschaft mit seinen Tee, Gemuese, Obst und
Schnittblumen-Plantagen in allen Reisefuehrern und Prospekten als das
verkauft. Tatsaechlich sind die Cameron Highlands von einigen wenigen
Ausnahmen mal abgesehen, eine kaputte Region und das traurige Resultat
eines unachtsamen, ruecksichtslosen Umganges mit der Natur. Mehrere
hundert Jahre alte Baeume fallen der Habgier und dem sogenannten Fortschritt
zum Opfer und die Orang Aslis, die Ureinwohner die ueber Generationen in
ihren Waeldern gelebt haben ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen,
werden umgesiedelt und unkritischen, schaulustigen Touristen vorgefuehrt.
Auf den einstigen Urwaldboeden wird heute Blumenkohl, Brokkoli, Tomaten,
Paprika, oder Kartoffeln und gruener Spargel mit viel, mit sehr viel Chemie
gezogen.
Das Einheitsgemuese das nach nichts schmeckt und aussieht als waere
es in Formen gross geworden waechst wie das Obst und die Schnittblumen
auf unvorsichtig angelegten, ungepflegten Terrassen und ist fast
ausschliesslich fuer den Export nach Singapur bestimmt. Wir haben Glueck,
treffen Daniel, den Malaysia-Profi und duerfen mit ihm auf eine
mehrstuendige Wanderung. Der naturverbundene Deutsche kennt sich hier
gut aus, gibt uns Informationen ueber Land und Leute und fuehrt uns auf
kleinen Pfaden durch dichten Urwald auf einen nahe gelegenen Berg. Kurz
vor dem Gipfel wird Ulla von Bienen angegriffen und mit acht Stichen
versorgt. Wir sind zirka anderthalb Stunden Fussmarsch von der naechsten
befahrbaren Strasse entfernt und eine Rega ist hier Wunschdenken. Es
bleibt uns also nur der Rueckzug und die Hoffnung, dass alles gut geht.
Zurueck im Tal, gehen wir in Tanah Rata in's Spital, Ulla wird
untersucht, erhaelt Medikamente gegen die Allergie, die Schwellungen und
die "Beisserei" sowie eine Rechnung von 15,- Ringgit (Fr. 4.70) !
Der Dank gebuehrt hier der guenstigen, in unserem Fall hilfreichen Staatsmedizin!
Wer aus Tanah Rata und Brinchang, den beiden Ortschaften in den Cameron
Highlands positive Bilder mitnehmen will, muss die idyllisch gelegene Boh-Teeplantage ausgangs Brinchang
unbedingt besuchen. Hier kann man sich erholen, hier ist es schoen. Die
gepflegte Plantage ist eine Augenweide und die verschiedenen Gruentoene
im wechselnden Licht an den sanften Haengen des Tales sind Balsam fuer
Koerper und Seele. Wir erfahren hier einiges ueber den Anbau, die Gewinnung
und die Verarbeitung der wohlschmeckenden Blaetter und geniessen auf der
Terrasse mit der traumhaften Aussicht mehr als eine Tasse Tee!
NATIONALPARK TAMAN NEGARA
Von den Cameron Highlands gehts auf einer schoenen Strasse durch den Wald,
oder was davon uebrig geblieben ist, durch Gummi-, vorallem aber
Oelpalmplantagen, zuerst ost-, dann suedwaerts zum Haupteingang des
groessten Nationalparks Malaysias. Der ueber viertausend
Quadratkilometer grosse Park liegt ziemlich genau im Zentrum der
Halbinsel, beherbergt eine beneidenswerte Fauna und Flora und laut
einigen Literaturangaben den aeltesten Primaerurwald der Welt. Klar
koennen wir uns nur einen kleinen, fuer Touris zugaengigen Teil
anschauen, kriegen kaum Tiere zu sehen und trotzdem ist der Aufenthalt
zwischen den Urwaldriesen ein eindrueckliches Erlebnis. Der "Canopy
Walk" fuehrt ueber ein haengebrueckenartiger Weg mit Zwischenstationen
an gewaltigen Staemmen und bietet, weil am Hang gelegen und ein Tal
ueberbrueckend, selten schoene Sicht auf die Wipfelregion der
tiefer liegenden Urwaldbaeume. Wie ueberall, wird auch hier ohne
Ruecksicht auf Verlust alles vermarktet!
Touristen werden in langen schlanken Holzbooten die einst ruhig, rudernd uebers Wasser glitten, heute
von unglaublich laermigen, an Rasenmaeher erinnernde Aussenbordmotoren
angetrieben und zu romantischen Schlafplaetzen
tiefer in den Park gekarrt und es ist gut moeglich, dass am Abend aus
den Lautsprechern eines Resorts am Rande des malaiischen Urwaldes zur
Belustigung der Touristen der "Voegelitanz" ertoent!
WIEDER DAHEIM IN CHERATING BEACH
Nach der dreiwoechigen Tour ueber den Lake Chini, Singapur, Melaka, Kuala
Selangor, Cameron Highlands und Taman Negara, kehren wir am 01.06.09
wieder nach Cherating Beach zurueck und werden von Ana-Laura und
Hubert, sowie Rosa, Din und den Kindern empfangen als waeren wir hier
zuhause. Das tut gut, das geht unter die Haut! Wir stellen "friieda"
unter die grossen Baeume direkt am Strand und richten es uns
wieder gemuetlich ein. Es ist auffallend wie schnell man sich an solchen
Standplaetzen wohl und fast ein wenig daheim fuehlt. Hier stimmt das
Wetter, wir wissen was wir, wo kriegen, kennen die Verkaeuferin des
Lebensmittelladens, den Besitzer des Internetcafes, die Bedienung von
der kleinen Beiz an der Hauptstrasse, kriegen ein Laecheln von der Frau
in der Waescherei und ab und zu toent es sogar von irgendwo her; "hi
Ulla and Karl".
AUF DIE FRUECHTE GEKOMMEN
Obwohl wir viel und gerne selber einkaufen und kochen, versuchen wir
immer auch die lokale Kueche. Die malaiische Kochkunst ist o.k., sie
wird aber wohl nie internationalen Ruhm erlangen. Viel bessere Chancen
haben diesbezueglich die asiatischen Fruechte. Sie praesentieren sich auf
den Maerkten in selten schoenen Formen und Farben und duften geradezu um
die Wette. Eine Ausnahme macht da die Durian. Sie stinkt stolz vor sich
hin und wird von ihren Liebhaber/innen trotzdem geliebt und begehrt! Die
stachelige Baumfrucht wird etwa so gross wie ein Fussball, hat eine sehr
harte Schale und haette von den alten Eidgenossen auch als Morgenstern
eingesetzt werden koennen. Die reife Frucht verbreitet einen derart
penetranten, kaesig-zwiebligen Geruch, dass die meisten asiatischen
Hotels und Airlines ihren Gaesten die Mitnahme der "Stinki's" verbieten.
Wir haben das Fruchtfleisch das von den Kastaniengrossen Kernen
gelutscht werden kann und wie reifer, sehr feiner Camenbert mit
fruchtigen Untertoenen und einem Schuss Vanille schmeckt, ganz gern.
Wir werden wohl trotzdem keine Durianliebhaber! Absolute Spitze sind hier all die
verschiedenen Mangos, die Ananas und die Papaya. Sie schmecken koestlich,
sind Vitamin- und Mineralstofflieferanten und das, in der Papaya
enthaltene Enzym Papain soll sich sogar auf die Funktion verschiedener
Organe positiv auswirken. Der hier angebotene Fruechtecocktail ist
spannend, farbenfroh und gespickt mit lustigen Formen. Die exotische,
mit dem Johanniskraut verwandte Mangostane sieht nicht nur sehr schoen
aus, sie schmeckt auch ausgezeichnet. Die eher bieder aussehende Langsat
ist trotzdem gut und gehoert mit der Litschi und der stacheligen Rambutan neben
den zuerst erwaehnten Kolleginnen und Kollegen ebenfalls immer in "friieda's"
Fruechteschale.
Wir wuenschen euch schoene, erholsame
Sommerferien, gruesst die Berge, das Wallis, oder "Antonio in Rimini" und
vergesst die Fahrenden in Malaysia nicht!
Liebe Gruesse
Ulla & Kari
|