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Thailand 31.07.-30.08.2009
ADIEU PENANG, ADIEU MALAYSIA
Wir machen es kurz und schmerzlos! Barbara und Uwe, ein deutsches
Ehepaar, das wir auf Penang getroffen und mit dem wir einige Tage in
Telok Bahang verbracht haben, werden wir wohl irgendwo in Thailand
wieder treffen. Die erfahrenen Overlander haben uns viel ueber Sued-,
Mittel- und Nordamerika erzaehlt und uns auf diesen Teil der Erde
richtig "gluschtig" gemacht. Besten Dank und auf Wiedersehen! Hanny und
Akbar sehen wir im Januar oder Februar 2010 wieder. Wir werden sie, ihre
Herzlichkeit, ihre Gastfreundschaft sowie ihre feinen Gerichte in der
Zwischenzeit wohl ein wenig vermissen!
Unsere letzte Station in Malaysia
ist Alor Setor und der Besuch der wunderschoenen "Zahir" Moschee. Sie,
zaehlt zu den vollendetsten, schoensten Bauten zu Ehren Allah's, in ganz Malaysia. Wir duerfen
mit Erlaubnis des oertlichen Imam im Hof, seitlich der Moschee parkieren,
kriegen ein Leib Weissbrot geschenkt und koennen dort sogar uebernachten.
Danke und adieu Malaysia!
THAILAND
Am 10.08.2009, sechzehn Monate nach unserem Start in Haegendorf,
ueberqueren wir in Sabao die Grenze zu Thailand. Es weiss zwar hier niemand
was ein Carnet de passage ist, sonst ist der Uebertritt aber einfach und absolut unkompliziert. Schon auf den ersten Kilometern
merken wir, dass da vieles anders ist. Die Leute scheinen mehr Sinn fuer
Ordnung und mehr Freude an Blumen und schoenen Gaerten zu haben. Die
Strassen sind gut, die Flora ueppiger, der Diesel ist zwar leicht
teurer dafuer zeigen die Maedchen mehr Beine! Von den ca. siebzig
Millionen Einwohnern sind laut offiziellen Angaben 97% Buddhisten,
der Rest Moslem, Hindus, Shiks und Christen. In Thailand wird wie in Sri
Lanka und den Nachbarstaaten Laos und Burma der
konservative "Theravada-Buddhismus" gepflegt der, weil er nur einer Minderheit weltentsagender Moenche und Nonnen Platz bietet, auch
"kleines Fahrzeug"
genannt wird. Hier wird noch
die Lehre der Alten gelehrt, bei der die Moenchsgemeinde (die Sangha), im
Zentrum steht. Da die Staatsfuehrung die Sangha foerdert und die Sangha die
Staatsfuehrung legitimiert, sind Staat, Kultur und Religion eine
perfekte Einheit. Man spricht deshalb von diesen Laendern auch von den
klassischen, buddhistischen Kirchenstaaten. Unser erster Halt gilt dem,
aus dem Jahre 757 stammenden Wat Mahathat in Nakhon Si Thammarat. Uns
ist klar, wir sind von einem anderen Kulturkreis, verstehen hier wohl
vieles nicht und trotzdem sind wir auf Anhieb fasziniert. Wir bestaunen
die prachtvollen buddhistischen Bauten, die tiefe Religioesitaet, die
Opferbereitschaft und Hingabe der Menschen. Dieser Ort ist zum verweilen, man sollte ihn besuchen! Die
vergoldete, zweithoechste Stupa Thailand's ist von mehreren Chedis umgeben und
Ihr Aufbau symbolisiert die Pfeiler der buddhistischen Lehre. Ein
viereckiger, gleichseitiger Kranz verkoerpert die vier edlen Wahrheiten,
die acht, die Spitze stuetzenden Buddhas deuten den achtfachen Pfad und
die unuebersehbare Spitze, das Nirvana. Das Innere des Tempels ist von einer gleichseitigen Wandelhalle
eingerahmt die mit einhundertdreiundsiebzig lebensgrossen,
vergoldeten Buddhas einfach ueberwaeltigt! Der Wat Mahathat fesselt uns!
Wir bleiben hier im Schutz all der Geister, der Buddhas und den in
safrangelb gekleideten Moenchen, zwei Naechte und geniessen die Ruhe,
das Ambiente, ja, - das Besondere das da in der Luft liegt!
DAS BESONDERE ERLEBNIS
Bevor wir uns von oben geschildertem "Holy-Place" verabschieden
und auf die Strasse zurueckkehren, machen wir an "friieda" noch die
haeuslichen Servicearbeiten! Also Toilette leeren und Wassertank
auffuellen. Schliesslich sind wir neu in Thailand, kennen weder
die Infrastrukturen noch die Beschaffungsmoeglichkeiten und packen deshalb
unsere hiesige Chance. Wir ruecken "friieda" in die Naehe des
oeffentlichen
"bathrooms" und machen uns an die Arbeit. Ulla verabschiedet sich von
einigen Frauen und ich kuemmere mich um die Reinigung der Kassette.
Leider lassen wir dabei "friieda's" Tueren offen und unser zu Hause mit
all den wertvollen Sachen, fuer vielleicht fuenf bis zehn Minuten
unbeaufsichtigt. Ein junger Mann bewundert bei meiner Rueckkehr unser Daheim und ist voller Lob
ueber "friieda's" Interieur. Wir laecheln beide, wie man das in
Thailand tut und der Mann verschwindet auf seinem
Motorrad. Leider merken wir erst einige Minuten spaeter, dass
unsere Fototasche samt Inhalt verschwunden ist!
Wut und Enttaeuschung verwandelt sich blitzartig in ungerechtfertigten Hass
auf alle Thais und deckt die eigene Dummheit und Naivitaet für einen
kurzen Moment zu. Nachdem sich mein Wutausbruch gelegt und der Blutdruck
sich wieder normalisiert hat, Ulla hat die Szene uebrigens absolut
wortlos begleitet, schlucken wir die bittere Pille und akzeptieren den
Verlust!
Als wir wegfahren wollen, bemerke ich jenseits der Mauer ein Mann mit
Helm der mich auf unglaubliche Weise anstarrt und uns zu sich winkt. Ich
weiss nicht wieso, aber ich habe "friieda" in seine Richtung bewegt und
bin auf seiner Hoehe ausgestiegen. Der Thai reicht mir meine komplette
Fototasche ueber die Mauer und stammelt so etwas wie: "Sorry sir, I am
so sorry, sir" und etwas spaeter, "Welcome in Thailand"! Ob ihn die viel beschworenen
Geister zu seinem Schritt bewegt haben, oder ob ihn ganz einfach das
schlechte Gewissen geplagt hat ist uns nicht bekannt. Den Moment und die
nach Vergebung flehenden Augen werde ich wohl nicht so schnell
vergessen. Wir haben wieder einmal Glueck gehabt! Es stimmt halt doch;
"Die duemmsten Bauern haben die
groessten Kartoffeln"!
DIE FAHRT BIS PHUKET
Ab Thammarat fahren wir der Kueste entlang, freuen uns in Thailand zu
sein und bewundern die gepflegte, abwechslungsreiche Landschaft. In
Sichon verlassen wir die 401 und steuern "friieda" auf einer kleinen
Nebenstrasse durch Palmenhaine mit Blick auf weisse Sandstraende und das
tiefblaue Meer. Es ist nicht immer einfach "friieda" auf der Strasse zu
halten, die wunderschoenen Bilder und die winkenden, laechelnden
Menschen in der touristisch noch nicht erschlossenen Gegend, lassen die
Konzentration gelegentlich etwas vermissen. Unser Ziel, der Thong Yang Beach
ist noch schoener als in unserem Reisefuehrer beschrieben. Der ca.
zweihundert Meter lange weisse Sandstrand liegt in einer kleinen, von Huegeln umgebenen Bucht, ist von Palmen gesaeumt und beherbergt ein
kleines Resort mit einigen Bungalows, einem Restaurant und einer
gepflegten aber einfachen Gartenanlage. Uns gefaellt es hier! Die Bucht
mit Blick auf Ko Samui ist ruhig, das Meer ist tuerkis und unser
Standplatz traumhaft. Hier
sehen wir dann auch wie die Thais die Kokospalmen mit spezialisierten
Arbeitsaffen von bedrohlich ueber den Koepfen der Touristen haengenden
Kokosnuessen befreien. Die fleissigen, intelligenten Tiere steigen auf
die Palmen sehen sich um und drehen die reifen und ueberreifen Fruechte
gekonnt und blitzschnell ab und lassen sie zu Boden fallen. Falls diese
interessanten Wesen tatsaechlich unsere Vorfahren sind, hatte die
Evolution nicht nur einen aufrechteren Gang und eine schwaechere
Behaarung, sondern fuer einige ihrer Nachkommen auch ein groeberer Abbau an Geschicklichkeit, Leistungvermoegen und Ausdauer
zur Folge!
Nach vier Tagen verlassen wir das kleine Paradies und fahren ueber Surat
Thani und Phanom in den viel beschriebenen Khao Sok Nationalpark. Wir
stehen hier weitere vier Tage gut, sicher und sehr schoen. Wir wandern,
geniessen die Natur und machen einen beeindruckenden Tagesausflug auf
den zum Nationalpark gehoerenden Stausee. Die Bootsfahrt auf dem von
wilder, schoener, urwuechsiger Natur umgebenen See werden wir wohl nicht so
schnell vergessen und das Mittagessen in dem Floating-Restaurant aus
Bambus war einfach Spitze. Es ist kaum zu glauben, was und wie die
Leute, deren "Freiluft-Kueche" aus einer Gasflasche, zwei, drei
schaebigen Blechtoepfen, einer Bratpfanne und etwas Besteck besteht, uns
auf den Tisch zaubern. Stellt man dagegen, dass daheim aus mancher teuren, gestylten Kueche Fertigmenues serviert
werden, ist die Leistung hier Weltklasse! Nun geht es ueber Takua Pa und Thai Muang in Richtung
Phuket. Wir besuchen die touristische Insel und obwohl "Schickimicki" nicht
unsere Welt ist, geniessen wir hier einige Tage den gebotenen Luxus.
Einkaufszentren fuer jede Geldboerse und ein Warenangebot das keine
Wuensche offen laesst beeindrucken uns genau so, wie die perfekte
Organisation im International Hospital! In Phuket, werden wir aber auch
von Hildegard und Christian, einem Ehepaar das wir schon in Indien und
Malaysia getroffen haben empfangen. Die beiden haben sich hier ein Haus
im "Paradies" angelacht und wir duerfen ihre Gaeste sein. Es ist
wunderschoen in einer idyllisch gelegenen, ruhigen Bucht auf Phuket,
Gleichgesinnte zu treffen, Reiseerlebnisse auszutauschen und auf der
grosszuegigen Terrasse mit herrlicher Aussicht ein Glas Rotwein zu
trinken. Herzlichen Dank!
Phuket zeigt sich uns aber nicht nur von der noblen Seite! In Phuket
erleben wir nach sechzehn Monaten Strasse, unsere ersten Regentage und
hier sehen wir auch auffallend viele aeltere "Westler" mit ihren
huebschen, teils sehr jungen Thai-Maedchen durch die Gegend ziehen. Hier
faellt man nicht auf weil man eine Schweizer Autonummer, sondern weil
man (Mann) eine blonde, gleichaltrige Frau bei sich hat! Phuket ist
halt anders, Phuket ist speziell! Wir stehen hier drei Tage im Wat Chalong, besuchen Big Buddha, das Phromthep Cape und auf einer
Inselrundfahrt die Touristenstraende, Kata, Karon, Patong, Kamala und
Surin. Etwas heimeliger ist es im Norden der Insel. Der "Ton Sai
Waterfall" ist zwar keine Sensation, das Ambiente am Parkeingang
rechtfertigt aber ein Besuch. Hier besuchen wir noch den Wat Phra Thong
mit dem vor ueber hundert Jahren entdeckten Buddha der einer Legende zu
Folge im Boden vergraben war und nie ganz freigelegt werden konnte.
Jetzt zieht es uns aber endgueltig nordwaerts. Wir schauen uns noch die etwas
weniger touristischen Straende Nai Thon und Nai Yang an und
verabschieden uns von
der Vergnuegungsinsel.
DIE TRAURIGE VODKA-FLASCHE
Der wacklige Unterbau zweier Zaehne hat mir (Kari) anfangs Juli eine
ausgewachsene Entzuendung beschert. Diese hatte eine Schwellung der
linken Gesichtshaelfte und ein Besuch einer Zahnarztpraxis zur Folge.
Resultat, eine nicht sehr optimistische Diagnose und drei Saeckli mit
Pillen wovon ein sehr heftiges Antibiotika! Dieses Arzneimittel hat dann
auch zu der Vernachlaessigung des Vodkas gefuehrt. Die arme Flasche hat
im Kuehlschrank einsam vor sich hin gefroestelt und war sehr traurig,
weil sie nicht gebraucht wurde.
Ein Tag nach Einnahme der letzten Tablette haben wir uns dem Ding wieder intensiv gewidmet und das Selbstvertrauen der einsamen Flasche
aufpoliert. Fast leer zwar, aber stolz und gluecklich weil sie gebraucht
wurde, stand die Flasche einige Tage spaeter wieder in
der kuehlen Box. Das arme Ding hat wohl nicht gemerkt, dass gar
nicht sie gebraucht, sondern ihr Inhalt verbraucht wurde!
Prosit Quartalszahlen! Wir melden uns wieder Ende September und gruessen
herzlich,
Ulla & Kari
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