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Thailand 31.10.-28.11.2009

VON VIENTIANE BIS CHIANG RAI
Wir haben uns, wie das taeglich unzaehlige andere Touristen und Langzeitaufenthalter auch tun, in Vientiane in Laos, ein neues Thai-Visa geholt. Morgens von 9.00-11.30 Uhr Antrag stellen, am andern Tag, ab 13.00 Uhr Visa abholen. Das heisst Schlange stehen, Formulare ausfuellen, warten und sich, buddhistisch in Geduld ueben. Das heisst aber auch, andere Menschen treffen, sich austauschen, quatschen, Lebensgeschichten und Reisestorys anhoeren. Wir treffen hier den Basler Ronny, unterhalten uns kurz und nehmen seine Einladung, ihn spaeter im Norden zu besuchen spontan an. Beim verlassen der Botschaft kommt uns ein Super-Reisemobil mit Berner Kennzeichen entgegen. Brigitte und Daniel sind mit ihrem Sohn Etienne und dem Hund seit einem halben Jahr unterwegs und haben Laos ueber Russland die Mongolei und China erreicht. Wir ziehen fuer ein Tag zu ihnen in ein Guesthouse am Stadtrand und erzaehlen uns im heimeligen Garten unsere Reisegeschichten. Wir tauschen Adressen, Koordinaten und Reisetyps und hoeren von den sehr erfahrenen Travellern auch viel Interessantes ueber Afrika! Man muss ja noch Traeume haben!
Die Berner ziehen sued- und wir nordwaerts! Unsere Fahrt entlang dem Mekong ist landschaftlich vielleicht das Feinste, das Eindruecklichste was wir in diesem Land bisher gesehen haben. Anfaenglich saeumen ueber mehrere Kilometer liebliche, kleine, durch Straeucher, Buesche aber auch riesige Baeume geteilte Reisfelder die Strasse. Die Doerfer sind mit Blumen geschmueckt und Buesche am Wegrand werden kunstvoll, als waere es das Einfachste auf der Welt, zu lebensgrossen Tierfiguren geschnitten. Da lacht und staunt das Herz eines ehemaligen Heckenschneiders! Waehrend uns diese herrlichen Bilder links der Strasse begleiten, bieten sich rechts immer wieder traumhafte Ausblicke auf den friedlich dahin fliessenden Mekong und unser Verlangen nach einem Standplatz an dem beruhigenden Gewaesser wird staerker. Leider wird uns dieser Wunsch nicht erfuellt. Ein etwas sturer Moench vereitelt unseren Versuch vor einem wunderschoen gelegenen Wat zu parkieren und zwingt uns infolge einbrechender Dunkelheit, die naechst gelegene Tankstelle mit einem "Seven Eleven-Shop" aufzusuchen. Es ist hier zwar nicht so romantisch, aber aeusserst praktisch. Toiletten, Duschen und ein, waehrend 24 h geoeffneter Shop in unmittelbarer Naehe, ein gedaempft beleuchteter Parkplatz und immer wieder kurze Gespraeche mit neugierigen Menschen. Wir benutzen dieses Uebernachtungsangebot in Thailand, nebst Wat's (buddhistische Tempel) , Nationalparks und den zahllosen Wasserfaellen ganz gerne. Der zweite Reisetag entlang des Mekongs knuepft an landschaftlicher Schoenheit nahtlos an den Vortag an. Den Reisfeldern folgen zuerst kleine, an Huegeln gelegene Bananenplantagen und spaeter waehrend mehreren Kilometern unzaehlige Blumen-Gaertnereien. Irgendwo auf dieser Traumstrasse zeigt unser Tacho 77777 Kilometer und etwas spaeter donnert ein unvorsichtiger Mopedfahrer von hinten in unsere "friieda". Die Jungs liegen am Boden, das Toeffli ist kaputt und "friieda" angekratzt. Obwohl der Mopedfahrer keine Polizei will, rufen wir diese, lassen den Sachverhalt aufnehmen und werden nach einer guten Stunde mit den Worten: "All is ok. enjoi your trip and welcome in Thailand" entlastet. Grund genug auf ein Glaeschen Rotwein am Abend!
Jetzt besuchen wir wie versprochen den Basler Ronny und seine Lebensgefaehrtin Porn. Wir werden von den beiden verwoehnt. Porn kocht fuer uns in der Freiluftkueche mit Blick auf den Fluss, ausgezeichnete Thaigerichte und Ronny ueberrascht uns am Morgen danach mit einem feinen Fruehstueck. Unsere Waesche wird gewaschen, wir erkunden die romantische, noch urspruengliche Flusslandschaft, schauen uns ein Tempel  an und anschliessend hauen wir als ultimatives Experiment noch eine Toeffahrt oben drauf. Damit das Ganze auch in die Reisegeschichte eingeht, muessen am Abend einige Bierchen ihr Leben lassen und Porn serviert im Garten ein "Mogo Thai". Es war schoen bei euch, herzlichen Dank!
Nun fahren wir ca. einhundert Kilometer suedlich nach Sukhothai. Hier lassen wir uns im Orchid Guesthouse von Paolo verwoehnen. Wir besuchen jeweils fruehmorgens die Khmer-Tempel aus dem 12./13. Jahrhundert, lassen uns dann ein feines Fruehstueck servieren und geniessen tagsueber den wunderschoenen Garten und den Pool.
 
LOI KRATHONG UND CHIANG MAI
Jeweils am Tag des Vollmondes im zwoelften Monat des thailaendischen Mondkalenders feiert Thailand das Lichterfest "Loi Krathong", welches insbesondere Chiang Mai waehrend drei Tagen ausgiebig zelebriert. Die Altstadt ist ein Lichtermeer aus bunten Laternen, oeffentliche Plaetze, Strassen und Wat's werden bunt geschmueckt und abends ziehen maerchenhafte Laternenwagen in endlos scheinenden Umzuegen durch die, die Strassen saeumende Masse von Menschen. Aus Bananenblaetter kunstvoll gebastelte Blumentorten, sogenannte "Kratongs" werden zu tausenden mit brennenden Kerzen auf den Fluss gesetzt und in tiefer Dankbarkeit und den besten Wuenschen dem "Menam", der Mutter des Wassers uebergeben. Gleichzeitig lassen die Menschen in gleicher Absicht wie sie die Kratongs auf die Reise schicken, ueberall in der Stadt weisse Heissluftballone aufsteigen und verzaubern so Himmel und Erde in ein faszinierendes Meer von warmem Licht. In der Vollmondnacht im November 2009 ist auch ein Heissluftballon mit unseren Wuenschen aufgestiegen. Chiang Mai hat aber als Dreh- und Angelpunkt des Nordens nicht nur das Lichterfest, sondern auch kulturell und landschaftlich einiges zu bieten. In der Altstadt sind noch typische alte Teakhaeuser zu bewundern und mancher prunkvolle Wat wuerde mit seinem geschwungenen, mit mythologischen Wesen kunstvoll verzierten Dach, sogar unseren "Hasenberger Altmeister im Ziegellegen" beeindrucken. Wir schauen und das natuerlich alles genau an, bummeln aber auch gerne absichtslos durch die Gassen und lassen uns irgendwo einen Kaffee servieren. Wir haben unterwegs gelernt, dass es nicht immer hell wird wenn man den Schalter dreht, oder Wasser aus der Leitung spritzt wenn sie geoeffnet wird. Wir haben auch gelernt, dass von der Kaffeebohne zum Cappuccino ein langer Weg ist, viel Arbeit, Know How und Liebe zum Detail steckt und finden deshalb den Spruch, der vor uns auf dem Rand der Kaffeetasse steht, richtig gut!            "A drink from paradise....available on earth"!
 
DER NORDEN, DAS ANDERE THAILAND!
Eine zehntaegige Rundfahrt um den Doi Inthanon, den mit 2565.3341 m, hoechsten Gipfel Thailands macht uns viel Freude. Die Fahrt durch die Berge bietet taeglich neue faszinierende Bilder. Die kurvenreiche Strasse fuehrt ueber mehrere Paesse mit steilen Passagen durch herrliche, riesige Waelder, durch Bergdoerfer mit all den ethnischen Minoritaeten Hmong, Yao, Lisu, Lahu, Akha und Karen vorbei an Mais- und Reisfeldern, an Tabakplantagen, Gemuesegaerten und den omnipräsenten, die Strassenraender und Felder zierenden, gelben Sonnenblumen die hier nur so heissen, eigentlich aber gar keine sind! Das ist auch nicht so wichtig. Schliesslich sind in Thailand die schoensten Maedchen ja meist auch Buben! Leider ist all das, was uns so beeindruckt nur ein kuemmerlicher Restbestand einer einst sagenhaften, intakten Natur und die hier lebenden Bergvoelker wurden frueher aus der fruchtbaren Ebene vertrieben oder mussten juengst wegen kriegerischen Auseinandersetzungen aus ihrer Heimat in die Berge Thailands fluechten. Wir meiden deshalb Schauplaetze an denen, den Touris Minderheiten wie Tiere im Zoo vorgefuehrt werden und verzichten auf die so... beruehmten Bilder der "Langhals-Frauen". In Ruk Thai, nahe der Grenze zu Burma, geniessen wir am Ufer eines winzig kleinen Stausees frischen, von Hand gepflueckten Gruentee aus der Gegend. Es ist einfach schoen hier, die Leute sind nett und die Temperaturen in den Bergen sehr angenehm. Tagsueber, mit um die dreissig Grad schoen warm, abends kuehl und nachts ist eine Decke kein Luxus! Ende Bierzeit, das ist prima, wir sind zurueck im Rotwein-Klima! Wer jemals in diese Region kommt, sollte die nahe Soppong gelegene Tham Lot Tropfsteinhoehle besuchen. Die fast zweistuendige, gefuehrte Tour durch das unterirdische Labyrinth ist ein Erlebnis und Ornithologen, bietet sich am Westeingang der Hoehle jeden Abend kurz vor Sonnenuntergang, wenn mehrere hunderttausend Mauersegler von der Futtersuche in ihr Nachquartier zurueckkehren, ein halbstuendiges, seltenes Naturschauspiel. Wir haben uns das grossartige Spektakel der kleinen, zwitschernden Kunstflieger zweimal angeschaut!
Der Norden Thailands, insbesondere die Grenzregion zu Burma ist spitze, er ist anders. In Pai, im regionalen Backpackerzentrum wo junge Leute aus aller Welt hektisch die verschiedenen Adventure-Angebote reinziehen und haengengebliebene 68-iger, heute mit falschen Rastas zwar, aber nicht weniger genuesslich als damals, bei Bob Marley-Klaengen ihr abendliches Bierchen schluerfen, wo Marktfrauen aus den Bergdoerfern in ihren bunten Trachten ihre Produkte anbieten, ruft Muezzin fuenf Mal am Tag zum Gebet, die junge Karen Frau traegt ihr silbernes Kruzifix stolz ueber dem  schwarzen T-Shirt waehrend sie Tee serviert und niemand in diesem buddhistischen Staat, hat Angst um die nationale Identitaet!!! .       "friieda" steht bei Moenchen, in einem Wat im Dorfzentrum und wir spazieren durch die Gassen und beobachten die friedliche "Multikulti-Szene". Am Morgen besucht uns der achtzig jaehrige Moench "Uepenghya" und obwohl wir von ihm nur ein Parkplatz zum Uebernachten wollten, deckt er uns mit Lebensmittel ein, als waeren wir laengst alte Freunde. Zwei Tage nach Fasnachtsanfang, am Freitag den 13!!! sitzen wir abseits der Hauptstrasse 1095 in einen einsamen Tal ganz allein auf dem Parkplatz beim Eingang zu den heissen Quellen "Pong Deo". Wir tafeln international. und essen, damit es nicht wieder viel zu schnell geht, unsere Schweizer Hoernli und die Spiegeleier mit chinesischen "Staebchen", streuen ein wenig italienischen Parmesan darueber, trinken chilenischen Rotwein und draussen im Graben ruft Freund Frosch, wie so oft nach Gesellschaft!  Dann geht es nach Mae Malai, Mae Rim und ueber das Mae Sa Valley zurueck nach Chiang Mai. Hier goennen wir "Ross und Reiter" eine Verschnaufpause. Das heisst "friieda" pflegen, Oel und Oelfilter auswechseln und sie und uns auf die Chiang Rai-Schlaufe vorbereiten. Diese fuehrt ueber Phayao, Chiang Rai, Chiang Khong bis an das goldene Dreieck. Wir schlendern in Phayao ueber den Markt, schauen immer wieder fasziniert den perfekten Ballkuenstlern beim Thai-Football zu, besuchen das Opium-Museum, gehen auf den Doi Thung und kehren dann ueber Mae Salong zurueck nach Chiang Rai. Man muesste von der Muse gekuesst, oder mit einem ganz besonders feinen, schriftstellerischen Talent ausgeruestet worden sein, um das, was einige Abschnitte dieser Fahrt bei uns ausgeloest haben, auch nur einigermassen realistisch beschreiben zu koennen. Der bekannte Toni nennt so etwas FANTASTISCH, Inder sagen dazu, "SAME, SAME, BUT DIFFERENT" und wir sind einfach SPRACHLOS! 

IN EIGENER SACHE
Unsere wohl treueste Leserin ist "Praetti". Wir nennen sie hier so, weil sie das Praettigau liebt und dort gerne lustige Singkurse bei lachenden Nonnen besucht! "Praetti" wandert gerne, ist Kunstliebhaberin und trotz ihrem Spreizfuss ein "Reisefuedli". Sie liebt Zugfahrten, das Tessin, das Berneroberland und sie liest unsere Berichte erstaunlicherweise nicht nur regelmaessig, sie studiert sie und geht voll mit uns. Sie ist sehr kritisch, stellt Fragen oder greift, wie beim Antifalten-Test auch mal zur Selbsthilfe! Sie hat nicht lange gefackelt und es daheim mit qualitativ hochwertigem Schweizer-Joghurt selber ausprobiert. "Praetti" hat unsere ernuechternden Resultate, die uebrigens in Thailand nicht besser waren, bestaetigt. Ihre  Anteilnahme ist ruehrend und es ist schoen zu wissen, dass wir Menschen wie sie in unserem Umfeld haben.
 
Eine schoene, besinnliche Adventszeit und frohe Weihnachten wuenschen,
Ulla & Kari




 
 

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