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THAILAND / LAOS 29.11.-31.12.2009
BESUCH VON DAHEIM
Am 28.11.09 fahren wir zum Flughafen in Chiang Rai und warten mit leicht
erhoehtem Blutdruck auf unseren Besuch von daheim. Das Flugzeug mit
Kari's Bruder Ruedi und seiner Partnerin Connie landet in Thailands
Norden, puenktlich um 12.55 Uhr. Kurze Zeit spaeter sind die zwei grossen
Rucksaecke zu sehen und Ruedis breites Lachen unter seinem
"Seehund-Schnauz" unuebersehbar. Wir lassen unseren Gefuehlen freien
Lauf, aktivieren kurz die Traenendruesen gehen dann im Garten unseres
Guesthouses bei einem Bier, aber relativ schnell zum Austausch von
Neuigkeiten, zur Tagesordnung und zur Reiseplanung ueber. Wir wollen zu
viert, in einem Auto fuer zwei, fuer drei Wochen nach Laos!
DAS BESONDERE LAND LAOS
Am 29.11. fahren wir ueber das "goldene Dreieck" zum Grenzort Chiang
Khong. Hier beziehen Connie und Ruedi, so wie wir das fuer die
gemeinsame Reisezeit geplant haben, erstmals ein Zimmer in einem
Guesthouse, wir parkieren im Garten und schlafen in der "friieda". Sie
ist dann auch taeglich unser Treffpunkt zum gemeinsamen Fruehstueck, das
wir unseren Gaesten zu Liebe, schon auf fruehmorgens 8.00 Uhr ansetzen!
Die Grenzformalitaeten setzen hueben und drueben ungewohnt hohe
konditionelle Anforderungen und die Faehre ueber den Mekong ist schon
fast etwas fuer unternehmungslustige Traveller. Aber, es hat alles
geklappt und der ersten Etappe von Huai Xai nach Luang Namtha steht nach
dem Mittagessen nichts mehr im Weg. Obwohl den Strassen von Laos gar
kein guter Ruf voraus geht, ist die Strecke durch die Berge des Nordens
gut
fahrbar und einige Teilstrecken sogar in sehr gutem Zustand. Wir
schaffen es am ersten Reisetag nach endlosem auf und ab mit teils
traumhafter Aussicht in die imposante Huegellandschaft, bis ins
malerische Vieng Phoukha. Hier treffen wir erstmals die radelnde
Rheintalerin Caroline. Die gut trainierte Duathletin ist mit ihrem
Mountainbike in drei Wochen von Bangkok ueber Kambodscha in den Norden
von Laos gefahren! Ueber dreitausend Kilometer "solo" durch die
wilde Gegend, Chapeau! Hier buchen wir auch eine eindrueckliche
Zweitagestour in ein Bergdorf, essen am Abend beim "Dorfaeltesten" unser
mitgebrachtes Huhn, uebernachten in den einfachen Huetten, spielen mit
den Kindern, erfahren viel ueber die Lebensweise der Hmong, erhalten
Nachhilfeunterricht ueber Animismus und zum Fruehstueck Nudelsuppe! Wir spuehren rasch, dass die Uhren in diesem Land
anders ticken. Vielleicht sind sie auch stehen geblieben und dies
eroeffnet uns nun Bilder die wir so schnell nicht mehr vergessen werden.
Die Menschen in dem schmalen Streifen, eingeklemmt von Myanmar,
Thailand, China, Vietnam und Kamboscha leben sehr einfach, sind
ausserordentlich freundlich, bescheiden und genuegsam. "Stickireis"
(Klebereis) mit Chilli-Sauce oder einer Paste aus getrocknetem Fisch,
eventuell eine Nudelsuppe mit Huhn, Schwein oder Rind, rohes Gemuese,
ein Bier und manchmal ein Reisschnaps das ist schon fast die komplette
Speisekarte auf dem Land. Klar gibt es in den groesseren Ortschaften
noch zwei, drei andere Dinge zu bestellen und in den "versauten
Touriorten" wie Vang Vieng werden den jungendlichen aus aller Welt
beim Fernseh-Fruestueck auch allerlei Sandwichs mit viel Mayonaise und
Ketchup verkauft. Die laotische Kueche ist aber sicher kein Grund die
Volksdemokratische Republik, die sich politisch, sozialistisch und wirtschaftlich, westlich orientiert, zu besuchen. Laos ist eines der am wenigsten entwickelten
Länder dieser Erde, hat auf einem anderen Niveau zwar, aber wie wir, auch
seine ungelösten Probleme und man fühlt auch hier eine gewisse
Orientierungslosigkeit. Das am duennsten besiedelte Land des
bevoelkerungsreichsten Kontinents entzieht sich durch Raubbau in Feld, Wald und Wiese langfristig seine
eigene Lebensgrundlage. Habgier laesst fuer den Export immer noch alte, stolze Baeume
faellen und Brandrodungen zum Anbau von Trockenreis, Rubber-Plantagen
oder zur Herstellung von Holzkohle gehoeren immer noch zur Tagesordnung.
Aus
Not, oder mangels besseren Wissens, jagen Laoten alles was kriecht, geht,
schwimmt oder fliegt und verarbeiten es mit Haut und Haar zu
undefinierbaren Suppen und Pasten oder praesentieren es ungeniert, gegrillt an
jeder Strassenecke. Das wilde Land
ist aber noch sehr urspruenglich und die Bergdoerfer, seine strahlende
Bevoelkerung, die einfachen, meist auf Stelzen stehenden Bambushuetten,
die landschaftliche Schoenheit, die Reisfelder mit den arbeitenden
Menschen, das Durcheinander aus grossen schwarzen Kinderaugen,
Satellitenschuesseln, gackernden Huehnern, nackten Füdlis, grunzenden Schweinen und den, so
anmutig gehenden Wasserbueffeln, ist einfach grossartig. Laos ist mehr
als nur
eine kurze Reise wert!
UNTERWEGS ALS MILLIONAER
Laos ermoeglicht auch armen Schluckern wie wir das sind, wenigstens
einmal im Leben Millionaer zu sein. Eintausend Schweizer Franken sind
fast acht Millionen Kip! Eine Flasche Bier oder eine Nudelsuppe
zehntausend, eine einstuendige Fussmassage sechzigtausend, ein
Pouletschenkel fuenfundzwanzigtausend, ein einfaches Guesthouse
fuenfzigtausend und "friieda" volltanken siebenhunderttausend! Sich
langsam an die grossen Zahlen gewoehnend fahren wir von Vieng Phoukha,
ueber Luang Namtha und Oudomsay nach Nong Khiao. Hier lassen wir "friieda"
allein, nehmen ein Boot und tuckern in knapp eineinhalb Stunden durch eine
bezaubernde Flusslandschaft, gesaeumt von Karstfelsen und
Mandarinen-Plantagen nach Muong Ngoi wo wir ueber Nacht bleiben muessen.
Die geschaeftstuechtigen Leute bieten nur um neun Uhr morgens Rueckfahrten
an und sorgen so fuer die gute Bettenbelegung in ihrem schoen gelegenen
Dorf am Fluss. Nach diesem lohnenden Bootsausflug geht es suedwaerts.
Luang Prabang ist
zweifelsohne der kulturelle Hoehepunkt unserer Laosreise und der Wat
Xieng Thong ein Platz zum verweilen. Der aus dem Jahre 1560 stammende
Tempel verkoerpert mit den tiefgezogenen Daechern und den reich
verzierten Dachbalken und Sparren den Architekturstil des laotischen
Nordens am besten. Zu einem Rundgang in diesem angenehmen Touristenort
am Mekong gehoert auch ein Besuch des Wat Phou Si auf dem zentral
gelegenen, gleichnamigen Huegel, ein Spaziergang am Fluss und
der Besuch des Nachtmarktes mit seinen kulinarischen Koestlichkeiten und
all den gut gelaunten, gespraechigen Touristen aus aller Welt. Die Fahrt
nach Phone Savan fuehrt zuerst durch die Berge ueber nicht endend
wollende, unzaehlige Kurven und dann auf ein imposanntes Hochplateau von
seltener Schoenheit, bis zur eher nuechternen Stadt Phon Savan mit den beruehmten,
geheimnisvollen Tonkruegen. Am Nam Ngum Stausee, machen wir Halt,
geniessen die herrliche Landschaft und dann bringt uns ein Boot zu
den tapferen Maennern, die mit einfachster Ausruestung
Unterwasser-Holzschlag betreiben! Sie schlagen Teakholz mit der Hydrauliksaege in zwanzig Meter Tiefe! Luft kriegen die tollkuehnen
Jungs ueber einen Schlauch mit Mundstueck vom baufaelligen Boot und
getaucht wird in uralten, lausigen Neoprenanzuegen. Ein Fall fuer den
SUVA-Inspektor! Das ist gigantisch, das muss man gesehen haben!
Wir
schauen uns die Hauptstadt Vientiane an und besuchen zwei Tage spaeter ein weiteres Highligth "das Wunder von Konglor".
In Savannakhet
probieren wir gegrillte Heuschrecken und obwohl die zarten Tierchen zum
Beer Lao eigentlich ganz gut schmecken, haette Bruder Ruedi wohl lieber eine feine
Bratwurst! Nun geht es ueber Pakse und Paksong auf das Bolaven-Plateau.
Die cirka eintausend Meter ueber Meer gelegene Hochebene ist anders, hier wachsen
Robusta und Arabica-Kaffee, verschiedene Teesorten, Kardamon und in Laos sonst nicht vorkommende Obst- und Gemuesesorten. Wir machen wie die meisten Besucher dieser Region in Tat Lo, einem feinen Oertchen mit einem Wasserfall und einigen gemuetlichen Beizli's
am Bach den letzten Boxenstopp vor dem Grenzuebertritt nach Thailand.
ADIEU
Die Heimat, das Tal und die Arbeit ruft! Bronco will seinen Meister sehen und das
"Gnagi" hat lange, hoffentlich nicht zu lange warten muessen bis es mit
Sauerkraut serviert, meinem Bruder eine Freude machen darf! Am
Weihnachtstag verabschieden wir uns! Bangkok-Singapur-Zuerich und
vierzehn Stunden spaeter, Fondue-Chinoise bei "Grosi" für die Einen. Nudelsuppe in Bangkok für die
Andern! Merry Christmas!
HAPPY NEW YEAR
Falls wir nicht gerade Besuch haben, haben wir viel Zeit Buecher zu lesen und stossen dabei immer wieder auf
Aussagen die uns diskutieren und nachdenken lassen. Weil es auch nach
fast zwei Jahren "Strasse" nicht immer einfach ist die Menschen unserer
Gastlaender, ihre Mentalitaet und Lebensweisen zu verstehen und vor
allem auch vorbehaltlos zu akzeptieren, versuchen wir es im neuen Jahr
mit einer Erkenntnis von Susanna Tamaro (Va ' dove di porta il cuore)
"VERSTAENDNIS ERWAECHST AUS DEMUT, NICHT AUS DEM STOLZ ZU WISSEN"!
In diesem Sinne wuenschen wir, uns, Euch, Euren Familien und Euren
Freunden ein verstaendnisvolles 2010.
Liebe Grüsse, Ulla & Kari
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