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MALAYSIA-SCHWEIZ-MALAYSIA 01.01.-14.02.2010
BANGKOK-PENANG
Ende Jahr verabschieden wir uns von Bangkok und verlassen Thailands Metropole auf dem Highway 39 in Richtung Sueden. Die dreitaegige Fahrt nach Penang verlaeuft planmaessig. Silvester
verbringen wir, wie richtige "Fahrende" auf einem grossen Parkplatz
einer Tankstelle. Dieser dient unzaehligen Reisecars als Ruheplatz und
wird wie wir erst spaeter feststellen, auch von den Kunden der
nahegelegenen Vergnuegungsbars mit laechelnden,
geschaeftstuechtigen Girls rege frequentiert. Unser Silvester-Menue im Chalet "friieda"
ist bescheiden, es gibt kein
Champagner und der dekantierte Chilene ist zu warm, aber wir sind in
Hochstimmung und prosten optimistisch auf das neue Jahr! Am 01.01.2010
muessen wir kurz vor der Grenze zu Malaysia ein Rad wechseln. Wir sind
nun mit zwei defekten Reseveraedern unterwegs! No risk, no fun!
Zurueck in Penang (Malaysia) haben wir einiges zu erledigen. Wir
bestellen fuer
"friieda" vier neue Pneus, ein verstellbarer Aussenspiegel
sowie ein
Keilriemen und suchen fuer sie ein Langzeitparkplatz. Dann starten
wir mit den Vorbereitungen fuer unsere Reise in das Land mit dem
Minarettverbot.
MUTTERS 90-STER GEBURTSTAG
Am 13.01.2010 landen wir in Zuerich Kloten und nehmen unsere Lieben in
die Arme. Das Empfangskomitee ist ueberwaeltigend, die Emotionen
gewaltig und die Freude wieder daheim zu sein unbeschreiblich. Allen die
uns in Kloten ueberrascht haben, ein herzliches Dankeschoen!
Wir kommen zu Mutter's 90-stem Geburtstag zurueck in den "Eggberg". Traenen der Freude fliessen und wir spueren einmal mehr, die Distanz
bringt uns naeher, sie intensiviert die Beziehung.
Der 14.01. ist anstrengend aber schoen. Familienmitglieder, Freunde, Nachbarn
und Behoerdenvertreter sorgen von frueh bis spaet fuer Unterhaltung,
fuellen in wechselnder Besetzung Grosi's grosse Stube, lachen,
diskutieren, erzaehlen von früher und ihre Mitbringsel verwandeln das
Wohnzimmer langsam in eine Gaertnerei mit Geschenkartikel. Grosi
kann ihren Geburtstag leider nicht in gewohnt frischer Manier feiern.
Eine reduziert arbeitende Niere wartet auf aerztliche Hilfe, sorgt fuer
schlechte Blutwerte und macht Mutter muede! Wir ziehen die Sache durch,
die weiteren Untersuchungen muessen bis nach dem Fest im Kreis der Familie warten. Dann
geht aber alles ziemlich schnell. Unsere Mutter, unser Grosi und Urgrosi, "s'Paeuli" wird
erfolgreich operiert und blueht wieder beinahe zur alten Frische auf.
Einige Tage vor unserer Abreise kehrt Sie an die Fridgasse 33 zurueck und uebernimmt
mit "NEUNZIG" trotz stark
reduzierter Sehkraft wieder ihren Haushalt!
DAS WECHSELBAD
Einundzwanzig Monate in Shorts, T-Shirt und Flip-Flops bei angenehmen
Temperaturen unter meist blauem Himmel, all die Erlebnisse und
Eindruecke unterwegs und die Freiheit, ab und zu bewusst nichts zu tun,
sind wohl nicht spurlos an uns voruebergegangen! Wir reisen also
mit gemischten Gefuehlen zurueck in die Heimat! Wir freuen uns zwar
riesig unsere Lieben wieder zu sehen, wissen aber nicht recht wie wir
die alte, so geordnete Welt aufnehmen werden. Daheim stellen wir
aber fest, dass uns der Alltag sehr rasch wieder hat. Ulla ist mit dem
Haushalt beschaeftigt, pflegt Grosi's Unmengen von Schnittblumen und geht
mit der Schwaegerin Marianne "poeschtele" und anschliessend in ein Kaffee
mit Vermicelles. Ich inhaliere den "Zischtig-Club", lese Zeitung, schaue sogar die "Arena" und politisiere
wieder heftig mit Grosi. Obwohl es draussen kalt ist, frieren wir nicht
wie erwartet. Stattdessen erfreuen wir uns an Marianne's bekannter Kochkunst,
an Heini's Weinkeller und an seinen feinen Single-Malts! Wir ertappen uns, all
den Luxus, die grossen, fein ausstaffierten Wohnzimmer, die komfortablen
Kuechen und die sonstigen Dinge die, die Welt eigentlich nicht braucht,
doch auch zu geniessen. Weil Ulla im Sarganserland zum Arzt muss,
besuchen wir einige Freunde in Walenstadt und strapazieren die Gastfreundschaft von zwei lieben
Menschen im Bergheim. Hoffentlich haben all jene Verstaendnis, die wir
in der kurzen Zeit nicht besuchen konnten! Obwohl wir unserem Zuhause
nur ein Blitzbesuch abstatten und sich im "Staedtli" einiges veraendert
hat, haben wir nicht das Gefuehl fort gewesen zu sein. Heimat ist halt nicht
da, wo einige Wohnblocks mehr stehen, Heimat ist da wo du Freunde hast!
Wir haben fuer "friieda" vier, fuenf Kleinigkeiten zu besorgen, machen beim Womo-Lieferanten eine Bestellung und besuchen
den Campingladen in Urdorf. Fuer
unsere USA-Visa's muessen wir extra Passbilder machen lassen und unseren
Antrag auf der Amerikanischen Botschaft in Bern persönlich
abgeben. Kompliziert ist aber nur der Sicherheitscheck, das Interview
ist angenehm und die Paesse mit den gewuenschten Visas drei Tage
später bereits wieder im Briefkasten an der Fridgasse 36. Dass
meine Arbeitskraft daheim immer noch gefragt ist, haben meine beiden,
kleinen Brueder bewiesen indem sie auf Ende Januar "Holzertage" angesagt
haben. Der unverwuestliche Bauer und Berglaeufer "Toni" faellt an einem
Tag vierzehn Baeume, zerrt sie mit seinem "Huerlimann" aus dem Wald auf
die Weide, Ruedi astet aus und "Knecht Kari" putzt mit klein Heini die
maltretierte Wiese unserer Nachbarin. Dies bei Temperaturen um Null Grad,
leichter Biese und starkem Schneetreiben! Am Abend werde ich mit dem
Sauna-Besuch im "Sprudeli" belohnt, treffe einen alten Schulkollegen und
erhole mich vom Einsatz im "Waeldli". Am Sonntag vor unserer
Abreise sind wir in Tochter's neuer Heimat, bei "Tina und Stephan" in Luzern
eingeladen. Wir quatschen bei einem Kaffee und sind froh, die kurze,
gemeinsame Zeit zu haben. Das anschliessende Nachtessen bei Stephan's
Eltern in Gunzwil ist trotz, "Kueche im Umbau", koestlich und die
Gesellschaft sehr angenehm. Die letzen Stunden daheim, verbringen wir
bei Grosi. Reto und Tina kommen vorbei und am Abend gibt es in Grosi's
grosser Wohnkueche fuer alle "Gschwellti mit Chaes" und ein Glas
Rotwein. Am 03.02. verabschieden wir uns! Obwohl es schmerzt, freuen wir
uns wieder auf die Strasse, auf die Freiheit und auf die vielen
interessanten Menschen da draussen!
ZUKUNFT
Seit dem 04.02.2010 hat uns Malaysia wieder. "friieda" ist bereits mit
vier neuen Michelin, "all terrain" made in China und zwei guten
Reseveraedern ausgeruestet worden und die Montage des neuen
Aussenspiegels war ein Erlebnis der besonderen Art. Falls je ein
wissenschaftlicher Mitarbeiter irgend eines hochkaraetigen Institutes
herausfinden moechte wieso Herzinfarkte im Suedostasiatischen Raum
weniger haeufig vorkommen als im gestressten alten Europa, sollte er
unbedingt ein par Tage in der Mercedes Werkstatt in Penang verbringen!
Wir gehen nun mit unseren neuen Visas zurueck nach Thailand, besuchen
auf dem Weg in den Norden noch die Gegend um Krabi und erledigen dann in
Bangkok so wichtige Dinge wie die Visas für Australien, "friieda's"
Verschiffung nach Perth, Flugtickets fuer uns und ein neues Carnet fuer
die zollfreie Ein- und Ausfuhr unseres Eigenheims! Ist das alles
organisiert, fahren wir fuer ca. drei Wochen nach Kambodscha und machen
dann noch die verdienten Badeferien am Golf von Thailand. Ueber den
Stand dieser
eher langweiligen, organisatorischen Dinge berichten wir Ende Maerz 2010
in unserem Bericht 34. Unsere Heimreise in die Schweiz hat die
monatliche Berichterstattung leider etwas durcheinander gebracht. Wir
geben uns Muehe, den alten Rhythmus ab Ende April wieder aufzunehmen.
Bis Ende Maerz gruessen euch herzlich,
Ulla & Kari
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