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KAMBODSCHA 20.03.-20.04.2010

REISEROUTE
Kurz vor der Grenze  faehrt ein Toyota Hilux, auf gleiche Hoehe mit "friieda", der Fahrer winkt und lacht, dreht die Scheibe runter und ruft in breitem Berndeutsch: "Tschou zaeme, wo goeht der haere"?  Wir fahren an den Strassenrand halten an und unterhalten uns ein par Minuten. James aus Biel erwatet uns dann wieder an der Grenze, filmt unsere Ankunft und fotografiert "friieda" von allen Seiten. Es macht ihm und uns Spass, sich wieder einmal auf Schweizerdeutsch unterhalten zu koennen! Wir tauschen Adressen und Telefonnummern, erzaehlen uns dies und das und wir, erhalten von dem "Thai-Profi" einige gute Tipps. Dann trennen sich unsere Wege. James geht mit seinem neuen Stempel zurueck nach Thailand und wir versuchen die Zollformalitaeten zu erledigen. Die Ausreise aus Thailand ist Routine, die Einreise in Kambodscha gleicht dann eher einer Schwergeburt. Visaerteilung und Passkontrolle gehen dank den bezahlten 1500.- Thai-Baht/Person recht zuegig, die Zollpapiere fuer "friieda" dh. das abstempeln des Carnet de passage erweist sich am Abend um 17.30 Uhr schon eher schwierig. Niemand will sich um diese Zeit um unsere Papiere kuemmern. Das Buero ist zwar besetzt, aber abgeschlossen und die veraengstigten kleinen Angestellten getrauen sich nicht ihren Chef bei einem sogenannten "Qualifikationgespraech" mit seiner Sekretaerin zu stoeren. Wir sind ja nicht das erste Mal an einer Grenze und kommunizieren klar und deutlich,  dass wir gewillt sind vor dem Buero zu uebernachten falls der Stempel mit Unterschrift nicht doch noch auf unser Papier kommt.  Dann geht ploetzlich alles sehr schnell! Der grosse Chef, - eigentlich ein kleiner Mann mit kurzen, krummen Beinen -, bemueht sich doch noch, etwas gehaessig zwar, aber speditiv um unser Anliegen und gibt uns dann per Handbewegung ein unmissverstaendliches Zeichen, dass wir nun abhauen sollen. Welcome in Cambodia!
Wir fahren von Poi Pet auf der nun gut ausgebauten Nationalstrasse Nr. 6 nach Siem Reap, besuchen eine Woche Angkor und steuern "friieda" dann ueber Kampong Thom in Kambodschas Hauptstadt Phnom Penh. Hier besorgen wir uns ein neues Thai-Visa, besichtigen die Stadt und seine Sehenswürdigkeiten und lassen uns dann von den hohen Temperaturen suedwaerts an die Kueste treiben. In Kep finden wir mehr, als wir je erhofft haben! In der von einem Schweizer gefuehrten und traumhaft schoen gelegenen Kep-Lodge fuehlen wir uns "sauwohl". Wir stehen mehrere Tage in dem gepflegten Garten, vergnuegen uns im Swimmingpool und pflegen das "dolce far niente". Am Abend lassen wir uns auf der Terrasse etwas Feines aus der exzellenten Kueche des Hauses servieren und staunen, ob der hier gepflegten Kochkunst. Dan's "Baerner-Roesti" ist ein Hochgenuss, sein Amok koestlich und das Pouletbruestchen mit knackigen Bohnen und Bratkartoffeln alleweil gut, fuer "Gault Millau Punkte". Hier treffen wir auch die Schweizer Regina und Toni, teilen mit ihnen die Annehmlichkeiten der Kep-Lodge und quatschen mit den sympathischen Winterthurern von daheim. Dabei stellt sich heraus, dass wir im Sarganserland sogar gemeinsame Bekannte haben! Wie klein die Welt doch ist! Kep und seine Provinz sind auch wegen dem beruehmten "Kampot-Pfeffer" bekannt. Wir haben uns eine solche Pfefferfarm angesehen und sind seither stille Geniesser der feinen Koerner. Serviert unter Palmen am Strand, kombiniert mit geraeuchertem Schinken, Fetakaese, Dijonsenf, einem feinen Stueck Brot einem Bier oder einem Glas Rotwein wecken die runden, schwarzen Kuegelchen wahrhaft gute Gefuehle!  Am 10.04. feiern wir Geburtstag und zwei Jahre "on the road". Am 15.04. fahren wir nach Sihanoukville und machen bei der Polin "Moni" am Otres-Beach Badeferien! Unsere Nachbarn an dem schoenen Strand sind rein zufaellig, Ulla und Peter, ein deutsches Paerchen das wir schon in Indien und in Malaysia getroffen haben. Da unser Visa auslaeuft, packen wir nach vier Tagen unsere sieben Sachen und bewegen "friieda" nach Koh Kong zur Grenze und verlassen Kambodscha am 20.04. 2010 schweren Herzens!

GEDANKEN ZUR GESCHICHTE
Wer dieses Land besucht, kann und darf sich nicht nur an dem beruehmten Khmer-Laecheln erfreuen und sich von der Einmaligkeit Angkor's berieseln lassen. Kambodscha's Besucher/innen kommen nicht umhin sich auch mit der juengeren Geschichte dieses Landes zu befassen. Als junge Leute haben wir Begriffe wie "Mekong-Delta", Phnom Penh oder "Ho Chi Minh Pfad" durch die taeglichen Berichterstattungen gespeichert, ohne zu wissen, wo der Konflikt genau stattfindet und was dahintersteckt! Erst spaeter haben wir erfahren, welch grauenhafter Krieg hier gewuetet und wie graesslich die Taten der Roten-Khmer waren. Unter Pol-Pot wurden zwischen 1975-1979 fast zwei Millionen Menschen von eigenen Leuten gedemuetigt, gequaelt, gefoltert und brutal abgeschlachtet! Es ist unfassbar zu welchen Greueltaten der Mensch immer wieder faehig ist und noch schlimmer ist, dass er aus der Geschichte nichts lernt. Es hat den Holocaust gegeben, es hat den Voelkermord an den Armeniern gegeben, es hat Ruanda, es hat Srebreniza und es hat Kambodscha gegeben und immer hat die Bevoelkerung gelitten, geopfert und geblutet und die Waffenlobby hat kraeftig mitverdient. Ein ganz besonders "kreativer" Zeitgenosse hat zur Belebung seines Portfolios, sogar die Achse des Boesen verlegt und vor noch nicht so langer Zeit, soll einer seiner Verteidigungsminister gesagt haben:" Wir brauchen ab und zu einen kleinen Krieg um einen Grossen zu verhindern"! Aufhorchen laesst auch die Deutsche Regierung die darueber debattiert, ob ihre Soldaten in Afghanistan im Krieg, oder im Einsatz sind! Waehrend die moderne I-Phon Gesellschaft sich also rhetorisch windet, - aber immer noch Mienen produziert - , versucht das traumatisierte Volk Kambodscha's, zwoelf Jahre nach der Kapitulation der letzten Pol Pot-Anhaenger ihr Leben wieder in den Griff zu kriegen. Wir wuenschen ihm viel Glueck und die Kraft die es dazu braucht.

DR. BEAT RICHNER "BEATOCELLO"
Er ist ein edler Mensch mit einem grossen Herz für kleine Leute! Dr. Beat Richner hat mit Enthusiasmus, Hartnaeckigkeit und einem unbaendigen
Glauben an eine gute Sache sein Traum in die Tat umgesetzt. Wer das Resultat heute in Siem Reap besichtigen darf, zieht ehrfuerchtig den Hut vor ihm, seinem Team und der "Kantha Bopha Foundation". Es ist unfassbar was einzelne Menschen zu leisten im Stande sind. Sie setzen sich taeglich  uneigennuetzig, hingebungsvoll und mit einer unbeschreiblichen Herzlichkeit fuer die Schwaechsten ein. Sie kaempfen um Leben, plagen sich mit der Buerokratie ab,  versuchen die Korruption zu daemmen und muessen das noetige Kleingeld fuer ihre gute Tat in der reichen Welt noch immer zusammenbetteln!  (siehe)    www.beatocello.com      www.beat-richner.ch

ANGKOR
Was wir in den sieben Tagen in und um Siem Reap gesehen haben, wird sich auf unserer Liste der kulturellen Reise-Highlights wohl ganz weit oben ansiedeln. Die monumentalen Anlagen aus dem 9.-13. Jahrhundert sind einmalige, bewundernswerte Zeugnisse des maechtigen Khmer-Reiches. Es gibt auf der Erde wohl nur wenige Orte die es an Faszination mit dem archaeologischen Park "Angkor" aufnehmen koennen. Angkor ist eine gewaltige Demonstration des damaligen Koennens, erbaut aus Ziegelsteinen, Laterit und Sandstein und fundiert auf hinduistischer Mythologie! Dabei spielt die Symmetrie und ganz besonders das Quadrat eine wichtige Rolle, weil es, im Hinduglauben und damit in der Khmer-Architektur symbolisch fuer Perfektion steht. Der Khmer-Tempel oder Prasat, ist ein Turm der den mythischen, kosmischen Berg Meru repraesentiert, wurde urspruenglich den Hindu-Gottheiten Brahma, Vishnu und Shiva gewidmet und besteht je nach mythologischer Herkunft aus einem, drei, oder fuenf Gipfeln. Die Tempel sind von einer oder mehreren Mauerringen umgeben, haben meist in jede Himmelsrichtung ein grandioses Portal, das man ueber den obligaten Wassergraben erreicht und verfuegen ueber gedeckte Gallerien, praechtge Pavillons, Terrassen und Teiche mit Lotusblumen. Sie sind reich verziert mit feinen Steinmetzarbeiten, aber auch ueberdimensionalen, imposanten Gesichtern, Buddha-Statuen und den kunstvollen Basreliefs die wie ein gewaltiges Manuskript auf Stein, ueber hunderte von Metern die Waende der Gallerien ziehren. Angkor ist dank einer genialen Wasserversorgung zu seinem Wohlstand gekommen und war damals fuer ueber zwei Millionen Menschen Heimat und Grundlage einer guten Existenz!  Wir haben uns Angkor sieben Tage lang, gemuetlich angeschaut. Nach einer Tuck-Tuck Erkundungstour am ersten Tag, sind wir die folgenden Tage  mit den Velos zu je einem, oder zwei Tempel gefahren und haben uns am Nachmittag im Swimmingpool des Guesthouses entspannt. Die Faszination von Angkor liegt in seiner einmaligen, magischen Athmosphaere, sie liegt im Zauber des Gleichklangs von Natur und Aesthetik der Bauwerke und dies kann nur spuehren und aufnehmen wer Zeit und Musse hat. Das groesste sakrale Bauwerk der Erde "Angkor Wat", das Herz von Angkor, "Angkor Tom" mit dem Bayon dem Koenigspalast und den riesigen Terassen, der vertraeumte Ta Phrom, der Ta Keo, der Banteay Srei und all die andern Bewundernswerten haben es verdient, dass man sich Zeit fuer sie nimmt. 

FAZIT
Wir haben das an Vietnam, Laos und Thailand grenzende Land kurz vor der Regenzeit bereist. Obwohl die Reisfelder verdoerrt, die Wasserspeicher leer und das Thermometer zwischendurch die 40° Marke gestreichelt hat, haben wir uns hier wohl gefuehlt. Kambodscha hat uns fasziniert. Der kulturelle Hochgenuss "Angkor", die sichtbare Armut, die Minenopfer, das beruehmte Khmer-Laecheln sowie das Wissen um die grauenhaften Taten des Pol Pot-Regimes, haben unsere Gefuehlswelt zwischendurch aber auch arg durcheinander gebracht. Kambodscha ist zwar nicht die Schoenste auf dem Laufsteg, aber ihre sympathische Ausstrahlung und ihr unvergleichlicher Charme kompensieren die Abweichung vom Idealmass allemal.

Aus dem rundum "heissen" Bangkok, gruessen herzlich,
Ulla & Kari




 
 

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