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ADELAIDE
Die Stadt am Torrens River ist huebsch. Sie ist trotz ihrer cirka 1.1 Millionen Einwohner uebersichtlich, lebhaft aber nicht hektisch. Wir besuchen die Hauptstadt von Sued-Australien mit ihren Parks, Museen, Galerien und der sympathischen Fussgaengerzone an zwei Tagen. Vom noblen Adelaide Shores Caravan Park, wo wir uns fuer drei Tage niedergelassen haben, verkehren regelmaessig Busse ins Stadtzentrum und von dort sind Adelaides Sehenswuerdigkeiten zu Fuss gut erreichbar. Klar koennen wir uns nicht alles ansehen, aber die zwei gemuetlichen Stadtbummel machen richtig Spass. Wir schauen uns den informativen, sehenswerten botanischen Garten, das beeindruckende South Australien Museum mit seiner imposanten naturgeschichtlichen Sammlung und der, fuer uns bisher schoensten Aboriginal - Kulturgalerie an. Zu einem Tag in der Stadt, das lasse ich mir von kompetenter Seite sagen, gehoert auch eine Pause mit Kaffee und Kuchen! Also erholen wir uns in einem Strassenkaffee in der Fussgaengerzone bei Suessigkeiten und beobachten interessiert die beschaeftigten Menschen der kosmopolitischen Stadt.

HAHNDORF
Die aelteste deutschstaemmige Siedlung in Australien ist das kleine, huebsche Dorf in den Adelaide Hills. Die 1839, von deutschen Lutheranern gegruendete Gemeinde ist heute eine der Hauptattraktionen in der Umgebung von Adelaide. Die tuechtigen, fleissigen Leute haben ihre neue Heimat nach Kapitaen Dirk Hahn, der die religioes Verfolgten damals an die Kueste Adelaides gebracht hat, benannt. Schmucke Fachwerkhaeuser, Blumengaerten, kleine Geschaefte, Handwerkslaeden, Kaffee's und Restaurants zieren noch heute die Hauptstrasse von Hahndorf. Hier gibt es Knoedel, Eisbein, Bier in Humpen und wer ein wenig schaukeln will, kann auch das zu deutschen Klaengen tun. Wir entscheiden uns fuer ein feines Glas Shiraz und Lachsbroetli in einem gemuetlichen "Beizli" an der Strasse, stossen auf alle Hahn daheim an und nehmen einen kraeftigen Schluck auf Ulla's Lieblingscousin, sprich:  "Gueggel"  Walter Hahn aus Basel.

LIMESTONE COAST - MELBOURNE
Der versprochene, heisse australische Sommer verweigert sein Auftritt 2010 bisher leider erfolgreich. Ein Kaelteeinbruch, starke Winde und Regen beherrschen seit anfangs Dezember die Szene und zwingen uns seit einigen Tagen die langen Hosen und die Pullis zu tragen. Im trockensten Kontinent der Erde sind zur Zeit ueberflutete Strassen, ueber die Ufer gehende Fluese und unter Wasser stehende Fruchtfelder keine Seltenheit. Rettungsmannschaften evakuieren Menschen, Hubschrauber versorgen abgelegene Gebiete mit dem Noetigsten und die Politiker diskutieren ob und wie den Betroffenen materiell geholfen werden kann. So gesehen, ist unser voruebergehender Verzicht auf das Fruehstueck im Freien und das Tragen der Wintersachen ein kleines Opfer. Dass unser "Reisli" auch bei ungewohnt kuehlem Wetter angenehme Begegnungen bieten kann merken wir einige Kilometer suedlich von Hahndorf. Wir entscheiden uns fuer einen Uebenachtungsplatz am Highway. Kaum parkiert, faehrt ein zweites Wohnmobil vor. Wir winken uns fluechtig zu und ein par Minuten spaeter, kommt der Fahrer auf uns zu und stellt sich in "zueriduetsch" vor. Wir unterhalten uns und merken bald, dass Erich und ich, vor cirka 40 Jahren, beide fuer Sulzer Webmaschinen unterwegs waren. Die Freude und Ueberraschung ist gross, unsere Frauen Vreni und Ulla setzen sich dazu und wir quatschen vergnuegt von den guten alten Zeiten in "Oberi"! Ein simpler Parkplatz irgendwo im Sueden von Australien, zwei Fahrzeuge, vier Menschen und so viel Gemeinsamkeit! Das ist unglaublich!  Die Welt ist klein, toll und eine riesige Wundertuete!
In Ashville, suedlich von Tailem Bend verlassen wir die Hauptstrase, fahren ueber Land und lassen uns von einer Faehre nach Narrung bringen. Auf der kleinen huebschen Halbinsel campieren wir erstmals einige Tage an der sehenswerten Limestone Coast. Long Point ist ein Bushcamp im Coorong NP, die kleine Wiese am Wasser ist frisch gemaeht, es hat "Baenkli" und nur ein Steinwurf von uns entfernt putzen sich die Pelikane. Keine anderen Camper weit und breit. Ab und zu Tagesbesucher die sich fluechtig umsehen und uns dann wieder allein lassen. Leider ist die Visite von Gabi und Ulrich aus Hamburg die wir auf Anhieb sehr sympathisch finden auch nur von kurzer Dauer. Die beiden muessen wegen einem Blattfuss ins naechste Dorf und weil sie auf Urlaub sind, moechten sie noch etwas von Australien sehen. Wir geniessen in der Folge die cirka 300 km lange, einsame Kueste mit ihren rauhen, felsigen Abschnitten und den einsamen endlosen Sandstraenden. Das Hinterland der Kalksteinkueste ist landschaftlich sehr schoen, huegelig und dank genuegend Wasser, sehr fruchtbar. Die Farmen geben das Bild einer florierenden Gegend wider und die wenigen Ortschaften wie Kingston, Robe oder Mt. Gambier sind alle ein Besuch wert. Wir sind zurueck im Geschaeft. Die Broken Hill Flaute ist weggespuelt, es gefaellt uns wieder! Die Bushcamps Little Dip, Beachport, Cannunda und Piccaninnie sind trotz zweifelhaftem Wetter ein positives Erlebnis. Kleine, bunte Voegel tanzen vor unseren Stuehlen, Swamp Wallabies begutachten "friieda" neugierig und auf Spaziergaengen koennen wir Ameisenigel und Wombats aus naechster Naehe beobachten. Wir treffen so interessante Menschen wie die Australierin "Anne" die mit ihrem Toyota seit 3 1/2 Jahren ganz allein unterwegs ist und uns spontan eine perfekte Aufstellung feiner Camps fuer unsere bevorstehende Reise durch Tasmanien zusammenstellt. Auf einem abendlichen Strandspaziergang treffen wir ueberraschend die Hamburger Gabi und Ulrich wieder. Es sind drei Fahrzeuge auf dem Camp und sie, sind unsere Nachbarn. Wir begiessen den Zufall mit einem Glas Rotwein und plaudern ueber unser gemeinsames Hobby, langsames, genuessliches Reisen. Nach dieser schoenen Begegnung kurven wir gemuetlich ueber Land, wir schauen uns den Kratersee in Mt. Gambier an der sich jedes Jahr fuer cirka drei Monate in ein unglaublich intensives Blau verwandelt und passieren kurze Zeit spaeter die Grenze zu Victoria. Die Anfahrt zur Great Ocean Road ist wunderschoen, Bridgwater Bay, Portland und Warrnanbool sind die positive Ueberraschung schlechthin. Die Ortschaften eroeffnen uns eine ganz neue Seite von dem vielfaelltigen Australien. Moderne Haeuser, gepflegte Blumengaerten, Alleen mit bluehenden Agapanthus, Parks die zum verweilen einladen und bezueglich ihrer Einrichtung kein Wunsch offen lassen. Die B 100 ist die eigentliche "Great Ocean Road" und gilt wohl zu Recht als eine der schoensten, Kuestenstrassen der Welt. Die raue, peitschende See, die ihre hohen Wellen mit unglaublicher Wucht an den steilen Felswaenden und an den bis 65 m hohen, skurrilen Gesteinsformationen schaeumend zerschlaegt, bietet ein gigantisches, unvergessliches Bild. Weil es so schoen ist, verbringen wir die Weihnachtstage in Apollo Bay und das alte Jahr lassen wir in Melbourne ausklingen. Auf dem Big4 Caravan Park in Melbourne treffen wir die Melser www.nichtswieweg.ch. Ein wenig zusammen sitzen, Erfahrungen austauschen, uebers Reisen und von daheim plaudern ist halt immer wieder schoen. Lieben Dank, den beiden Teams, weiterhin viel Spass und allseits gute Fahrt.
Victorias Hauptstadt hat rund 3.8 Millionen Einwohner und weil sie nicht nur Australiens Finanz-, sondern auch deren Kulturmetropole ist, hat sie sehr viel Sehenswertes zu bieten. In Melbourne sehen wir unsere Freunde Barbara und Roger wieder. Wir haben mit ihnen ein par huebsche Tage im Northern Territory verbracht und weil die beiden hier leben, die Stadt gut kennen und auch sonst einfach "liebi Cheibe" sind, nehmen wir ihr Angebot uns die Stadt zu zeigen, gerne an. Sie fuehren uns durch die Strassen und die Parks dieser charmanten, praechtigen Stadt am Yarra River und am Silvester nehmen sie uns mit an ein BBQ bei Freunden. Es ist schon ein eindrueckliches Erlebnis, Silvester an einer Gartenparty mit "Aussie's" zu verbringen. Die Stimmung ist hervorragend, die Menschen sind unkompliziert und das mitternaechtliche Feuerwerk im Stadtzentrum gewaltig. Vielen herzlichen Dank. Barbara und Roger raeumen wieder eines unserer bloeden Vorurteile aus der Welt. Wir wissen nun, dass es auch anstaendige Aargauer gibt!
Leider ist das Wetter immer noch nicht das gelbe vom Ei was auch intern langsam zu spueren ist!  Wurde ich vor Wochen, morgens noch mit "Schaetzli", "my other heart" oder anderen Superlativen begruesst, heisst es jetzt am Fruehstueckstisch nur noch: Guten Morgen liebe Sorgen, seid ihr auch schon alle da!

GEDANKEN ZUM JAHRESENDE
Fuer einige Menschen sind die kurzen Tage, das Kerzenlicht und der durchs Haus ziehende Duft der frischen "Guezli", Weihnachten. Andere muessen sich um diese Zeit mit einem Teil ihrer Praemie einen Porsche, oder eine kleine Wohnung im Engadin kaufen damit es bei ihnen "weihnaechtelet" und wir stellen beim bilanzieren am Strand in Australien fest, dass wir mehrmals Weihnachten haben! Wir haben wunderbare, tolerante Kinder die ihre verrueckten Eltern reisen  lassen! Wir haben eine perfekte Basis die daheim alle administrativen Arbeiten erledigt und uns zu einhundert Prozent entlastet und wir haben eine aufgestellte, 91 jaehrige Mutter die Haus und Garten ganz allein im Schuss haelt und mit ihrer Nachbarin "Erika" noch taeglich aktiv Sport betreibt.
Sieht man das Leben sportlich, kann man es gut mit einem Mehretappen-Radrennen vergleichen. Das scheinbar bunte Durcheinander nennt sich Feld, ist straff organisiert, hat Chefs, Sprinter die den ganzen Tag nichts tun und kurz vor Feierabend die Praemie abholen und es hat die hart arbeitenden Wassertraeger die es auf keinen grünen Zweig bringen und im Klassement kaum erwaehnt werden! Im Feld wird gelacht, gebloedelt, sich gegenseitig auf die Schultern geklopft , aber es wird auch attackiert, gequaelt und fertiggemacht. Auf angenehme flache Teilstrecken folgen oft zermuerbende Anstiege, manchmal erschwert Schnee, Regen und Wind den Weg ins Ziel und weil niemand weiss wann sie/er den Anschluss ans Feld verliert oder von ganz oben, fuer immer aus dem Rennen genommen wird, versuchen wir im neuen Jahr noch bewusster und lustvoller zu radeln!

Wir wuenschen euch allen bewusstes, lustvolles radeln auf einer sportlich fairen, interessanten Etappe 2011.
Liebe Grüsse, Ulla & Kari



 
 

   

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