WELTREISE

HOME WIR ROUTE INFO BERICHTE KONTAKT LINKS
 

















ALLE  BERICHTE


ALLE BILDER





































 


MELBOURNE
Nach unserer Rueckkehr von Tasmanien pflegen wir uns wieder zwei Tage auf dem Big4 an der Elisabeth Street, unweit des Stadtzentrums. Nach Tagen wilden Campens, ohne jeglichen Komfort, ist das kein Luxus! Unsere Waesche wird gewaschen, "friieda" geputzt und wir riechen nach einer unanstaendig langen, aber noetigen Dusche auch wieder bedeutend besser. An unserem zweiten Tag in Melbourne, treffen wir uns mit Katharina und Thomas. Wir haben die beiden feinen Menschen vor Monaten im Lietchfield NP getroffen und freuen uns nun riesig auf ein Wiedersehen. Katharina und Thomas haben in den letzten drei Jahren mit ihren Motorraedern Nord- und Suedamerika, Neuseeland und nun Australien besucht. In Melbourne wohnen sie bei Carola, einer Deutschen Reisefreundin die sie in Suedamerika kennengelernt haben. Weil noch zwei andere Deutsche mit ihrem Landcruiser bei Carola untergebracht sind, sind wir sieben "Reisefuedlis" an dem fuerstlich gedeckten Fruehstueckstisch in Carolas Kueche. Es ist sehr gemuetlich, spontan, es macht einfach Spass. Wir tauschen Reiseerlebnisse aus, quatschen ueber dies und jenes und vergessen dabei fast die tickende Uhr an der Wand! Wir beenden das unvergessliche, feine Fruehstueck erst im Laufe des Nachmittags und verabschieden uns schweren Herzens aber,- mit allseits besten Wuenschen.
Am anderen Tag verlassen wir die Stadt am Yarra River in Richtung Sueden. Noch in der Stadt, auf einer dreispurigen Strasse steht eine Ampel auf  "Rot", wir muessen anhalten. Ein PW stoppt auf der Fahrbahn neben uns. Weil die Frau am Steuer lacht und mit ihren Armen fuchtelt, oeffne ich das Fenster und dann hoeren wir folgenden Wortlaut: Will nur auf Wiedersehen sagen! Meine Mutter auch von Schweiz ist. Von  "Wifelde....", (Weinfelden), sie lacht. Gehe Mutter besuchen im "Altenheim", essen geben. Ich sage: Gruessen sie ihre Mutter von uns. Sie nickt, lacht wieder und meint, Mutter ist 90 Jahre, Schweizer Blut, gutes Blut! Sie zwinkert uns zu, haelt ihre Hand aus dem Fenster und streckt den Daumen nach oben. Die Ampel schaltet auf "Gruen", wir muessen weiterfahren!

MELBOURNE-SYDNEY
Wilsons Promontory NP ist unser erstes Ziel auf dem Weg nach Sydney. Die schoene, felsige Kuestenlandschaft mit den weissen Sandstraenden, den vorgelagerten Inseln und dem weiten, gepflegten Netz an wunderschoenen Wanderwegen muss man auf einer Aussie-Tour einfach besuchen!
Empfehlen koennen wir auch die Strecke ueber Healesville zum und um den Lake Eildon, dann ueber Mansfield und von dort auf der C521 und C522 nach Bright. Die "Great Alpine Road", die Ski-Station Hotham Heights, die ehemalige Goldgraeberstadt Omeo und die Fahrt nach Tallangatta und spaeter durch den Kosciusko NP, sind nebst den Blue Mountains die Perlen auf der Reise nach Canberra. 2006 hat ein verheerender Waldbrand hunderte Quadratkilometer Wald mit stolzen, alten Eukalyptusbaeumen zerstoert. Jetzt stehen die hellgrauen, nackten Staemme wie Zuendhoelzer im gruenen Unterholz und bieten dem Betrachter ein selten schraeges, skurriles Bild. Die hellen, toten Baeume lassen die weiten Haenge wie eine gigantische, mit Raureif ueberzogene Winterlandschaft aussehen und beeindrucken uns mehr, als Canberra! Australien's Hauptstadt wirkt auf uns eher wie eine langweilige Designerstadt auf einer riesigen Schafweide. Ein Kurzbesuch ist trotzdem lohnend! Das moderne Parlamentsgebaeude ist sehenswert und das National Museum ist absolute Spitze! Auf der Fahrt von Canberra in die Blue Mountains, stoppen wir zwei Tage auf einem Free Camp am Bach. Wir sind allein. Kaenguruhs besuchen uns und zu unserer Ueberraschung sehen wir den "Suberb Lyrebird". Der stolze Vogel ist etwas groesser als ein Fasan und das Maennchen hat ein praechtiges Federkleid insbesondere filigrane, bunte, bis 60 cm lange Schwanzfedern. Dass er ein ausgezeichneter Saenger und Stimmenimitator ist, beweist er uns mit einem eindruecklichen Morgenkonzert. Am Abend halten wir am Bach Ausschau nach einem "Platybus". Wir schleichen in der Daemmerung dem Ufer entlang achten auf Blaeterchen im Wasser und hoffen hinter jedem wackelnden Grashalm am Ufer, auf Erfolg. Aber, das seltene, scheue, cirka 50-60 cm lange nachtaktive Schnabeltier laesst sich nicht sehen. Schade, weil es nur in Australien vorkommt, eines der einzigen Saeugetiere ist das Eier legt, diese ausbruetet und die Jungen dann im Beutel grosszieht. Der "Echidna" ein, dem Igel aehnliches Tier, ist ebenfalls ein Eier legendes Saeugetier, aber weiter verbreitet, deutlich geselliger und oefter zu sehen. Waehrend dem Fruestueck auf der kleinen Waldwiese beobachten wir eine Spinne wie sie ihr Netz aufraeumt! Ein cirka ein Quadratmeter grosses Netz ist im Nu bis auf einige tragende Faeden reduziert und diese sind von ihr gereinigt! Das eingezogene Material wird nicht weggeworfen, sondern in ihr Nest befoerdert um, in ihrer koerpereigenen Chemiefabrik aufbereitet und spaeter in der Spinnerei, der zweiten Fabrik in der Spinne, wieder zu feinsten Faeden gezogen zu werden. Das kleine, geniale Ding muss den Wetterbericht kennen, ueber die Fluggewohnheiten seiner Opfer Bescheid wissen, in Geometrie gut sein und Statik studiert haben. Nur so, koennen wir uns die Selbstsicherheit erklaeren, die sie beim Bau ihres neuen Kunstwerkes an den Tag legt! Wer jetzt glaubt, dass wir, vom durch die Gegend fahren oder vom "Gaffen" allein leben, greift zu kurz! Wir pflegen nebenbei auch andere Beduerfnisse! Zum Beweis, nachfolgend einige Ausschnitte aus unserem kulinarischen Repertoire:

Taeglich, cirka um 9.00 Uhr sitzen wir bei unserem Fruehstueck. Salami, Kaese, Eier, "Anke" Konfi, Brot, Tee fuer Ulla und Kaffee fuer mich!        Mittags gibt es Fruechte, Yoghurt, Kaffee und etwas Suesses und am Abend wird gekocht. Zum Apero gibt es in der Regel ein Bier und falls im       Haus, ein par "Cashewnuesse".

               Auszug aus der Busch-Kueche!

               Montag:
               Dienstag:
               Mittwoch:
               Donnerstag:
               Freitag: 
               Samstag:
               Sonntag:
Gemueseeintopf wie damals im Freihof!
Risotto, Broccoli und Kaenguruhschnitzel
Ein feiner Couscous, mit Datteln, getr. Aprikosen, Rosinen, a la Barbara (alias Muesli)
Hausgemachte Kaese-Spaetzle "a la Ulla" und frischer, gemischter Salat.
Weisse Bohnen, Bratkartoffeln, "broetleti" Servalat.
Penne arrabbiata con Parmigiano, Vino Rosso!
Frischer Blattsalat, ital. Dressing, Rindsfillet, feines Weissbrot und ein Glas vom Hauswein!

SYDNEY
Neun Tage fasziniert uns der Geburtsort Australien's! Die quirilge Stadt mit der berühmten Opera ist die groesste und wohl auch die schoenste Stadt des Kontinents. Die ehemalige Strafkolonie hat sich praechtig entwickelt und sich vom Mauerbluemchen zum Star des Commonwealth of Australia gemausert. Sydney ist heute eine wunderschoene, attraktive, multikulturelle Stadt mit Charme, Glanz und Glamour. Die Harbour Bridge, The Rocks, Darling Harbour, der botanische Garten und natuerlich das Opernhaus sind nur einige, aber Gruende genug, ein par Tage in der Stadt am Meer zu verbringen. Wir lassen es uns hier richtig gut gehen und bluehen auf wie Blumen, die seit langem wieder begossen werden. Wir geniessen den Caravanpark am Lane Cove River, freuen uns ueber die guten und selbst fuer uns, einfach zu lesenden Fahrplaene der oeffentlichen Verkehrsmittel und staunen was diese Grossstadt an grosszuegigen Parks und umsichtig gestalteten, oeffentlichen Plaetzen zu bieten hat. Hier treffen wir Chris, wir plaudern mit ihm ueber gemeinsame Tage in Pakistan und Indien und erkundigen uns ueber seine derzeitigen Studien an der Uni in Sydney. Eine Stadtfuehrung der besonderen Art, bieten uns Franziska und Stephan, Freunde von unser Tochter Tina und ihrem Freund, auch Stephan. Es macht Spass mit den beiden, durch die Gassen zu bummeln, das imposante "Queen Elisabeth Building" anzuschauen und mit ihnen ein wenig von daheim und ueber die Aussie's zu plaudern. Weil wir offene, tolerante und auch neugierige Menschen sind, sehen wir uns das Finale des seit Mitte Februar dauernden, australischen Schwulen und Lesben Events "Mardigras" mit grossem Vergnuegen an. Der Umzug ist zwar nicht so toll, aber die Botschaft ist deutlich! Sie zeigt direkt auf uns und unseren doch so beschaemend engen, "buenzligen" Blickwinkel. Wir saeumen mit einigen Hunderttausend Schaulustigen die Strassen der Innenstadt und verfolgen die schraege Schau der froehlichen Menschen.
Das Puenktchen auf dem i ist aber klar unser Besuch in der Opera. Am 02.03.2011 sehen wir uns im Opernhaus in Sydney die Oper "Carmen" an. Wir sind zwar nicht gerade "overdressed" fuer den noblen Anlass, gehen aber trotzdem selbstsicher, stolz und fast andaechtig ueber die Stufen zum Foyer des eleganten Gebaeudes. Die feine Musik von Bizet, die tolle Inszenierung und die virtuosen, klaren Stimmen in dem so speziellen Gebaeude auf der anderen Seite der Welt, ruehren uns zu Freudentraenen! Es ist ein emotionaler Moment, ein musikalischer Genuss und bestimmt ein unvergessliches Erlebnis.

BESONDERES
Das Alter hat auch Vorteile! Auf dem Camping in Windgang, suedlich von Port Kembla erhalten wir Seniorenrabatt! Hier machen wir "friieda" seetauglich, wir putzen, schruppen und werfen auch einige Dinge weg! So, muss ich mich auf Befehl von oben, von einem Paar Schuhe trennen, die ich erst kuerzlich bei Maria's Schuhmode gekauft habe! Am zweiten Putztag gibt es zur Belohnung, Polenta mit viel Kaese und einem feinen Voressen! Heute haben wir in einer topmodernen Waschanlage "friieda" gepflegt! Es hat mehrfarbig und ungewohnt ueppig geschaeumt, wir haben das Gefuehl, dass die Sache wie Bazooka-Kaugummi riecht und als Ulla ein wenig spaeter ein Fettfleck auf meinem T-Shirt mit einer Kernseife,     "Savon de Marseille" von der ehemaligen Weberei Walenstadt behandelt, erinnern wir uns an Zeiten, als wir noch knackigere Hintern hatten!

AUSTRALIEN
Der fuenfte Kontinent mit der roten Erde, den traumhaften Straenden, den Wuesten, den unendlich scheinenden, absolut flachen Ebenen, den engen Schluchten und den riesigen Weiden, ist ein dankbares Reiseland. Es ist ein Camperparadies, es ist riesig, es hat einen Sternenhimmel der Superlative und die "Aussie's" sind, feine, hilfsbereite, unkomplizierte Menschen. Sie tragen gerne grosse Huete, gehen nur mit hohen Schuhen und Gamaschen spazieren, sie lieben grosse 4x4 Autos und brauchen Bier und BBQ zum Leben. Wir haben uns in Australien wohl gefuehlt. Wir sind froh, ein Teil dieses Kontinentes gesehen zu haben, koennen uns eine Rueckkehr gut vorstellen aber, zu unserer zweiten Heimat werden wir Australien wohl nie erklaeren!

AKTUELL
"friieda" ist bereits auf hoher See! Sie ist hoffentlich, wohl behuetet und gut verankert mit dem Autoschiff "Höegh Beijing" auf dem Weg nach Los Angeles. Wir sind von Sydney nach Ho Chi Minh geflogen, reisen nun als Backpacker cirka drei Wochen durch Vietnam und hoffen, "friieda" spaetestens Mitte April an der Ostkueste der USA in alter Frische wieder uebernehmen zu koennen!

Bis dann gruessen herzlichst
Ulla & Kari