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HELLO LOS ANGELES, HELLO AMERIKA
1850 zaehlte das "Dorf der Engel" gerade mal 1500 Einwohner. Heute leben 15 Millionen Menschen, in einem riesigen Konglomerat staedtischer Siedlungen auf einer Flaeche von cirka 100 x 50 km !!! Die beruehmten Stadtteile Hollywood oder Beverly Hills und eine Vielzahl regionaler Zentren wie Pasadena, Santa Monica oder Long Beach sind ein Teil von Los Angeles, dem zweitgroessten Ballungsgebiet Amerikas. Wir landen hier am spaeten Nachmittag vom 07.04.2011 und wundern uns ueber die speditive, flotte Abfertigung am Immigrationsschalter. Paesse abgeben, ein Blick in die Kamera, der obligate Fingerabdruck und dann hoeren wir , "klick, klick", die Seiten werden umgeblaettert, wieder "klick, klick" und schon sind wir eingewandert. Amerika hat uns fuer 6 Monate!

DER WEG ZU FRIIEDA
Gluecklich ueber die erste genommene Huerde, sitzen wir im Shuttle-Bus der uns zu unserem Hotel im Stadtteil Carson bringt. Weder die Region, noch das Hotel sind spektakulaer, aber das Zimmer ist gross und sauber und unsere neue Unterkunft liegt verkehrstechnisch guenstig. Wir wollen natuerlich wissen was mit "friieda" los ist und rufen gleich nach dem ersten Fruehstueck in Amerika, unseren Spediteur, die Fracht USA an. Reto ist Schweizer, arbeitet seit vielen Jahren fuer die schweizerische Fracht AG in Los Angeles und kennt als Profi die Szene bestens. Er betreut uns ruehrend und kuemmert sich um alles und jenes. Weil wir Landeier geglaubt haben man koennte in Los Angeles mit dem oeffentlichen Verkehr den Geschaeften nachgehen, geht er mit uns zuerst zum Autoverleih, dann zum "AAA" dem amerikanischen Touring-Club, er besorgt uns eine Haftpflichtversicherung und laedt uns obendrein noch zum Mittagessen ein. In seinem Buero ruestet er uns mit saemtlichen Papieren aus und schickt uns am Montag zum Zoll in Long Beach. Weil wir jetzt ein Mietauto haben, muessen wir uns Los Angeles nicht mehr durch die Gardinen des Hotelfensters ansehen, sondern machen Spritztouren nach Hollywood und Beverly Hills, sehen uns den Suedzipfel "Port O'Call" und Manhatten Beach an und gehen am Montag unseren Verpflichtungen nach. Der erste Schritt ist das Zollbuero in Long Beach. Wir nehmen zuerst die falsche Ausfahrt, kurven durch die Gegend und als wir endlich da sind, fahren wir mehr als einmal um den Block bis wir ein Parkplatz haben. Aber, wir schaffen es und finden den richtigen Schalter im achten Stock. Die Papiere werden kontrolliert, Fragen werden gestellt und Ergaenzungen notiert. Dabei stellt sich heraus, dass einige Kartoffeln die an Bord von "friieda" sind, in Amerika nicht einreisen duerfen! Deshalb muss eine Beamtin unser Auto, sobald es ankommt, im Hafen zuerst unter die Lupe nehmen. Schon am andern Tag klingelt das Telefon, "friieda" ist angekommen und rein! Die Zollpapiere sind abholbereit. Wir fahren also wieder, aber diesmal ohne Umwege, nach Long Beach zum Zollamt und bringen dann unsere Papiere direkt ins Buero zu Reto. Weil alles so gut gelaufen ist und "friieda's" Ausloesung fuer Freitag den 14.04. geplant ist, feiern wir die Sache im "Alpine Village", einer grossen, fast heimischen Anlage aus Laden und Restaurant. Hier kann man Bratkartoffeln, Sauerkraut und Leberkaese bestellen, babbelt mit der Kassiererin auf Hochdeutsch und aus den Lautsprechern des Hauses jodelt jemand:  "Ich bin der Anton aus Tirol".

IN FREIHEIT
Reto faehrt unser Auto am Freitag haftpflichtversichert, was nicht ganz billig, aber auch nicht so einfach war, aus dem Hafen. Wir sind "happy"!
Nach der internen Grosskontrolle, dem Umpacken und einem Einkauf bei "Trader Joe", wollen wir uns noch rasch Gas besorgen. Aber, das ist mit europaeischen Gasflaschen in Amerika gar nicht so einfach! Der erste Anbieter hat den passenden Adapter nicht und bei American Gas erklaert uns der grosse Boss, dass er diese Flaschen, selbst wenn er es koennte, nicht fuellen darf. Sie entsprechen ganz einfach nicht den gesetzlichen Vorschriften! Als wir ein wenig entmutigt zum Auto zurueck gehen, kommt der kleine Mexikaner, er ist hier Tankwart, gibt uns ein Zettel mit einer Adresse und sagt: Versuchs mal hier und falls es nicht klappt, fuellst du die Flaschen in Mexiko, in Mexiko ist alles moeglich! Er schenkt uns Hoffnung und waehrend er selbstsicher mit dem Finger ueber den Rand seiner Baeseball-Muetze streift, ein feines, sympathisches Laecheln! Wir kurven um ein par Blocks bis zur erhaltenen Adresse. Eine energische, aber kompetente Lady schaut sich unser Problem an, druchwuehlt kurz darauf Schachteln und Schubladen in ihrem Refugium, findet einen fast passenden Adapter, hilft dem lockeren Gewinde mit Hanf etwas nach und fuenf Minuten spaeter, sind beide Gasflaschen gefuellt! Amerika, das Land der unbeschraenkten Moeglichkeiten!
Es ist Mitte April. In Los Angeles um die 25 und kuehle Winde lassen uns abends sogar lange Hosen und Pulli's tragen! Das sind Zeichen genug sich suedlich zu orientieren. Der Freeway Nummer 10 bringt uns bequem aus der staedtischen Agglomeration und zum sehr schoenen, gepflegten Nobelort "Palm Springs". Hier besuchen wir das erste Visitor Center, eine exzellente Dienstleistung, die in jeder Stadt, in jeder Region und jedem noch so kleinen Park zu finden ist. In diesen meist sehr huebsch eingerichteten, informativen Zentren erhaelt man von dem freundlichen Personal nuetzliche Unterlagen und Auskuenfte nach Bedarf. Palms Springs ist auch unser erster Ort in dem wir, auf dem Parkplatz des Wal-Mart zwar, aber wieder in Freiheit uebernachten! Wir atmen hier einfach durch, versuchen uns an die amerikanischen Dimensionen und die vor uns liegende, neue Welt zu gewoehnen. Hier sind nicht nur viele Menschen, die Motoren der Autos, die Einkaufszentren und die Hamburger groesser,  hier sind viele Laeden 24 h geoeffnet, das Format der Steaks und Zeitungen ist anders und wer beim Einkaufen nicht aufpasst, erwischt in Honig getraenkten Schinken und sein Fruehstueckskaffee schmeckt nach Vanille!

AMERIKAS NATIONAL PARKS
Wir haben in den ersten Wochen noch nicht so viel gesehen. Die grossen, beruehmten Monumente, Canyons und National Parks liegen noch vor uns und trotzdem, "Chapeau Amerika". Grossartige, abwechslungsreiche Landschaften, moderne, gepflegte, Siedlungen aber auch rauhe, trockene Gegenden mit unordentlichen Liegenschaften begleiten uns die ersten Wochen. National- oder Staate Parks und National Forests sind ein Eldorado fuer alle Naturliebhaber, Biker, Wanderer oder sonstige Outdoor-Enthusiasten. Wanderwege vom Feinsten, mit Informationstafeln zur Geschichte, zur Geologie und zu Fauna und Flora sind Standard, Picknickplaetze, Toiletten und beispielhaftes, getrenntes Sammeln des anfallenden Muells, sowie grosszuegige Camps mit eigenem Tisch, Bank und Grill selbstverstaendlich. Freundliche Ranger patroullieren in den Parks, sorgen fuer Sicherheit, Sauberkeit und achtsamen Umgang mit der Natur. Sie versuchen die Besucher mit Vortraegen, kleinen Exkursionen und Diashows fuer die eminente Schoenheit von "Mutter Natur" zu sensibilisieren und grosse Parks geben ihre Infobroschueren sogar in Deutsch ab. Im Chalet "friieda" muss schon wieder ein Klischee ueber Bord geworfen und ein voellig neues Amerikabild aufgezogen werden. We have to say, sorry!

DER SUEDWESTEN
Ob wir durch den Joshua Tree NP mit den mannshohen Yuccas, den Chollas und den bluehenden Prickly Pears im suedlichen Kalifornien, entlang dem Salton Lake, in Arizona auf der Interstaate N8 in Richtung Tuscon zum Saguaro NP mit dem weltberuehmten Sonora Desert Museum fahren, uns in der Wildweststadt Tombstone umsehen, oder im Chiricahua NP auf den Spuren der Apachen wandern, es ist immer hoechst interessant und abwechslungsreich. Die beruhigende, spirituelle "City of Rocks", ja selbst die Fahrt nach "Gila Bend", einer gut erhaltenen Siedlung der Mogollon Indianer die uns den Zugang wegen starker Rauchentwicklung eines Waldbrandes leider verwehrt hat und das Staedtchen Silver City, die einstige Wirkungsstaette des Killers "Billy the Kid", werden wir wohl so schnell nicht vergessen. Die Wuesten im Suedwesten sind faszinierend und nach spaetestens einhundert Kilometer kommt bestimmt das naechste Monument. Die "White Sand's" in New Mexico, ein riesiges Gebiet mit weissem Sand, unberuehrten Wanderduenen und einer erstaunlichen, sich an diese harten Bedingungen adaptierten Tier- und Pflanzenwelt, oder das "Valley of Fire", das Tal das vor cirka 1500 Jahren mit fluessigem Lava zugedeckt wurde, die "Salinas Pueblo Missions" die ueber die Entwicklung der Architektur und Lebensweise der "Anasazi", aber auch ueber die unruehmliche Geschichte der spanischen Einwanderer, ueber die Christianisierung Versklavung und Vertreibung der Ureinwohner des Salina Valleys berichten, oder einfach ein ruhiger Camp in einem schoenen Wald, es gibt hier immer etwas das dich bewegt! Am tiefsten beruehrt haben uns in diesem Bollwerk von Erlebnissen aber die "Saguaros", ihre kleineren Kollegen, die Chollas, die Prickly Pears und die, mit und von ihnen lebende Tierwelt. Die noblen nennen sie Sukkulente, wir sagen Kakteen und fuer einige Leute sind es nur stachelige, nutzlose Dinger. In Wirklichkeit sind es geniale, bescheidene Ueberlebenskuenstler die uns jetzt mit wunderschoenen Blueten in traumhaften Farben und Formen begluecken. Die bis zu zehn Meter hohen Saguaros werden cirka zweihundert Jahre alt, grosse Exemplare koennen bis zu acht Tonnen wiegen und jetzt im Mai bilden sie Knospen und lassen aus ihnen ueber Nacht weisse Blumen von unbeschreiblicher Schoenheit entstehen. Wir durften durch die herrlichen Saguaro-Bestaende des gleichnamigen NP wandern, inmitten dieser praechtigen Pflanzen campen, wir haben sie im Licht der untergehenden Sonne gesehen und mit ihnen, den heulenden Koyoten zugehoert.        Der Wueste sei Dank!
Santa Fe, Amerikas aelteste Stadt liegt im zentralen Norden von New Mexico. Der ein- bis dreistoeckige, von der Pueblokultur inspirierte Adobebaustil dominiert das Bild der attraktiven Stadt am Santa Fe River. Boutiquen, Galerien, teure Shops mit Kunsthandwerk, Museen, Parks und Kirchenglocken die, die Uhrzeit schlagen, kleine huebsche Restaurants und lieblich gestaltete Hinterhoefe beeindrucken uns tief. Dieser Ort hat Charme, hier scheint fast immer die Sonne, das Klima ist gut, das kulturelle Angebot attraktiv und die Lust, die Koffern abzustellen oder einfach ein wenig laenger hier zu bleiben, bei uns auf einmal gross. Auch die Umgebung laesst kaum Wuensche offen! Die auf der Anfahrt besuchten "Tent Rocks" sind ein "Ort der Kraft" und ein von der Natur gestaltetes Kunstwerk. Das Bandelier National Monument im Tal des Rio de los Frijoles (Bohnenfluss) gibt Einsicht in die Geschichte, Lebensweise und Entwicklung der um 1100 n.Chr. hier sesshaft gewordenen Pueblo-Indianer. In Tuffstein gehauene, hoch ueber dem Tal liegende Siedlungen, Rund- und Anlehnbauten sowie Kivas sind auf einem Trail zu besichtigen und ein guter Dokumentarfilm sowie ein kleines Museum im Visitor-Center helfen noch vorhandene Bildungsluecken zu schliessen. Dass wir diese Region nur ungern verlassen, beweist die Tatsache, dass seit Santa Fe in der "friieda" nicht nur Unterlagen ueber die Pueblo-Kultur, sondern auch Kataloge von Wohnungsmaklern herumliegen! 

BEGEGNUNGEN
Renate und Roland aus Deutschland waren frueher mit ihrem eigenen Camper in Nordamerika unterwegs und machen jetzt eine Erfrischungstour mit einem gemieteten Luxusmobil durch die Parks im Suedwesten. Wir lernen die beiden kennen und schliessen bei weiteren zufaelligen Treffen eine unausgesprochene Reisefreundschaft. Rotwein und gute Gespraeche begleiten uns jeweils durch die gemeinsamen Abende. Herzlichen Dank ihr Beiden und weiterhin gute Reise.
Dorli und Juerg aus Teufen sind erfahrene Traveller und ausgesprochene Amerikakenner. Die beiden haben schon vor vierzig Jahren wilde Touren unternommen, kein Abenteuer gescheut und wenn Juerg von frueher erzaehlt ist es so spannend wie in einem Krimi. Juerg ist aber nicht nur ein guter Erzaehler, er ist auch ein Kaktusliebhaber und profunder Kenner der exotischen Schoenheiten und Dorli, das infolge eines Unfalles seit fast dreissig Jahren an den Rollstuhl gebunden ist, die Ruhe in Person. Wir haben mit den beiden einen schoenen Abend nach Traveller-Art verbracht und sind dafuer dankbar.
Wir haben aber auch Kontakt zu der hier lebenden Bevoelkerung. Auf Parkplaetzen, beim Einkaufen und natuerlich in den National Parks kommt es immer wieder zu guten Begegnungen. Hochdekorierte, traumatisierte Kriegsveteranen, im Trailer lebende Wissenschaftler, Abenteurer oder einfach Leute auf Urlaub, die Palette der Gespraechspartner ist gross, der Mix und die Amerikaner, hoechst interessant.

Wir haben in einer Broschuere kuerzlich folgenden Spruch gelesen: Remember, the world is full of nice poeple! So if you can't find one.....be one!

Liebe Gruesse und bis bald,
Ulla & Kari