WELTREISE

HOME WIR ROUTE INFO BERICHTE KONTAKT LINKS
 

















ALLE  BERICHTE


ALLE BILDER





































 

STECKBRIEF JUNI 2011
Abwechslungsreich ist die Fahrt von Santa Fe ueber Los Alamos, Albuquerque, Canyon de Chelly, Cortez, Mesa Verde, Goosenecks, Monument Valley, Grand Canyon, Page, Las Vegas, und ins Finale des Monats, den Zion National Park. Unterwegs haben uns insbesondere die faszinierende Indianergeschichte, einige Naturwunder, das verrueckte Las Vegas, ein ueberraschender Computerabsturz, die hohen Temperaturen, der "Neue von Canon", die Zeitverschiebungen, die Staatenwechsel, viel Lesestoff ueber unser jetziges Reiseland und einige ganz besondere Begegnungen bewegt.

MESA VERDE NP
Ich weiss, dass Ulla mehr als vier Schweizerberge kennt, aber auf der Anfahrt zum Mesa Verde National Park ruft sie immer wieder: Schau, Eiger, Moench und Jungfrau und da drueben siehst du, da drueben ist das Silberhoernli. Der Horizont hat zwar mit dem Berneroberland nichts am Hut, aber die schneebedeckten Gipfel loesen auch bei mir heimatliche Gefuehle aus. Wir gehen in Cortez, dem Eingangstor zum Park auf den kommerziellen Campingplatz KOA. Hier werden Kleider und die Bettwaesche gewaschen, gruendlich geduscht, die Haare shampooniert und im Internet gesurft. Wir leisten uns den Luxus, die Privaten kosten mit WiFi, Pool, Waescherei und noblen Sanitaereinrichtungen um die 30.- $/Nacht ca. einmal im Monat. Sonst stehen wir meist fuer 10-12.-$ in den einfachen aber sehr schönen National Parks. In Cortez lassen wir es uns aber gut gehen und sitzen am Abend mit einem Glas Rotwein auf der Schauckel des schoen gelegenen Campingplatzes, sehen wie die Sonne hinter den Bergen unter geht und traeumen, wohl jeder auf seine Art von daheim. Ich sehe das Glarnerland aus der Sicht von Horgen, Waedenswil und Ulla ruft immer wieder; schau, Eiger, Moench und Jungfrau und da drueben siehst du, da drueben ist das Silberhoernli.
In den folgenden Tagen befassen wir uns dann aber mit Fakten, studieren die Unterlagen des Visitor Centers des so beruehmten Nationalparks, gehen durch das grandiose Museum und sehen uns einen einfuehlsamen, aufschlussreichen Film ueber die Ureinwohner unseres jetzigen Gastlandes an. Mesa Verde National Park ist landschaftlich reizvoll, eigentlich ein bis zu 600 Meter hoher gruener Tafelberg von der Groesse des Sarganserlandes mit grossartigen Taelern und imposannten Schluchten und fuer all jene die einen tieferen Einblick in die vorgeschichtlichen Kulturen des amerikanischen Suedwestens gewinnen wollen, ein Muss! Hier ist alles was Archeologen, Geologen, Historiker und viele andere gescheite Leute ueber die Indianer ab cirka 4-500 n.Chr. in Erfahrung bringen konnten fein saeuberlich gelistet, dokumentiert und einige schoene Exemplare handwerklicher Kunst sind zu besichtigen. Toepferwaren, Werkzeuge aus Stein und Knochen, Schmuck, feinste Korb und Flechtwaren und kunstvolle Textilien. Natuerlich sind die Prunkstuecke des Parks die "cliff dwellings" die in Alkoven, (Felsvorspruenge) gebaute Wohnungen. Es ist wohl kein Zufall, dass die Kunstbauten immer nach Sueden ausgerichtet wurden. So, lagen die Siedlungen im Sommer im Schatten und im Winter wurden sie von der waermenden Sonne bestrahlt. Die bis zu 20 m ueber ihren Wohnungen liegende Felsmasse hat das Wasser filtriert, die vom Fluss geduengten Ufer haben Mais, Bohnen und Squash, eine Kuerbisart gedeihen lassen, spaeter haben sie Baumwolle gezogen und bereits um 1000 n. Chr. wurde reger Handel bis nach Mexiko getrieben. Die Mediziner haben die heilende Kraft aus Wurzeln, Blaettern und Knospen gewonnen und Misserfolge einer hoeheren Macht zugeschrieben. Wir gehen nicht nur im Mesa Verde NP, mehrere Tage staunend durch Gebiete mit praehistorischen Zeugnissen und sind von dem Geschick der "Anasazi" tiefst beeindruckt. Übrigens, "Anasazi" heisst in der Sprache der Navajoindianer, "die Alten".

IM RESERVAT
Auf dem Weg zum Grand Canyon campen wir mehrmals. Besonders beeindruckend ist der Stellplatz im "Goosenecks State Park". "friieda" steht fast allein an der Klippe hoch ueber dem San Juan River. Der traumhafte Blick in die Tiefe ist gleichzeitig furchterregend. Bevor wir schlafen gehen, sichern wir unser fahrendes Heim wie selten zuvor! Wir ziehen die Handbremse an und blockieren die Raeder mit wackeren Steinen nach allen Seiten. Auf der Fahrt durchs Monument Valley sollten alle die Zeit haben, hier eine Nacht stehen bleiben und die Eiligen, zumindest einen Halt machen! Wir fahren von hier auf der 160 bis Tuba City, dann auf der 89 mit einem Umweg ueber die National Monuments "Wupatki" und "Sunset Crater Volcano" nach Flagstaff. Nach weiteren interessanten 120 Meilen sind wir bereits am Suedrand des Grand Canyons. Praktisch die ganze Route liegt in dem von Indianern selbst verwalteten Gebiet das etwa so gross ist wie Bayern. Es ist demokratisch gefuehrt und wie der Vatikan, ein Staat im Staate! Mit Bayern kann es aber nur bezueglich der Groesse verglichen werden denn, hier gibt es kein Alkohol weder in Restaurants, noch ueber die Gasse. Wir geniessen das Reservat trotz der unfreiwilligen Entziehungskur und lassen insbesondere das Navajo National Monument auf uns wirken. Das wohl schoenste Zeugnis aus vorkolumbianischer Zeit ist ein Ort der Stille und der "Batakin", eine Wohnsiedlung in einem Alkoven tief im Tal, ein "Bijou" aus damaligen Zeiten. Wir kehren nach der vierstuendigen Tour, die eine sachkundige Navajo-Rancherin umsichtig gefuehrt hat, geruehrt, nachdenklich, aber gluecklich zu "friieda" zurueck. Das Navajo National Monument ist, obwohl touristisch nicht so bekannt  wie der "Chacco NP", der "Canyon de Chelly" oder "Mesa Verde NP" betreffend "Anazasi" aber, eine absolute Perle. Ausgerechnet an diesem, fast sakralen Ort, treffen wir Claudia und Uwe aus Deutschland. Ihre begeisternden Schilderungen von Mexiko lassen uns alles vergessen was wir in letzter Zeit ueber Amerikas suedlichen Nachbar gehoert haben. Sie erzaehlen von haengengebliebenen Europaeern, von Reisenden die ihre Womos fuer Monate oder Jahre parkiert und sich in San Miguel und in Mexiko verliebt haben. Wir hoeren den beiden gespannt und gerne zu, sind neugierig und schon jetzt ueberzeugt, dass wir dort im Herbst unseren Spass haben werden. Wir sind froh, dass wir diese Traveller getroffen haben. Sie waren nicht nur gute Gesellschafter, sie haben uns viele gute Typs gegeben, wir haben uns in ihrer Naehe "sauwohl" gefuehlt. Wir werden per E-Mail in Kontakt bleiben und natuerlich hoffen wir, die beiden positiv denkenden Menschen irgendwann, irgendwo wieder zu treffen.

GRAND CANYON
Fantastisch ist der Film im Visitor Center, topp der Shuttlebus Service fuer die Touristen, grossartig das gepflegte Wanderwegnetz, ueberwaeltigend der Blick in den Canyon und unglaublich der Gefuehlsmix der uns in diesen Tagen beschaeftigt. Unvorstellbar ist die Groesse, sind die Formen und gigantisch das Spiel der Farben. Wir sind erfreut, geschockt, verbluefft aber unendlich dankbar dieses gewaltige Wunder der Natur sehen zu duerfen. Fuenf Tage ziehen wir Sequenzen einer weltweit einmaligen Landschaft ein! Sie bringt Geologen, Fotografen, Abenteurer aber auch Traeumer und Geniesser ins Schwaermen! Der Colorado fliesst derweil unbeeindruckt, tief in der Schlucht durch die maechtigen Gesteinformationen die er auf seinem Weg von den Rocky Mountains zum Golf von Kalifornien in den vergangenen 6 Millionen Jahren geformt hat. Wir wandern mehrere Stunden entlang der Klippe, steigen auf einem "Hike" sogar einige hundert Hoehenmeter in die Schlucht ab, freuen uns aber insbesondere ueber die schoenen Sonnenauf- und Untergaenge und beobachten mit besonderer Aufmerksamkeit das Spiel des Lichts.

PAGE, LAKE POWELL, ANTELOPE CANON
Der Glean Canyon Dam hat Page gross und beruehmt gemacht. Die kleine Mauer staut in einem riesigen Netz von Schluchten auf einer Uferlaenge von 3000 km eine immense Wassermenge. Der sehenswerte Stausee ist eine touristische Attraktion, fuer Gutbetuchte mit den teuren Hausbooten eine exklusive Erholungsinsel, fuer das Fussvolk an einigen auserwaehlten Standorten ein Camp- und Tummelplatz und fuer weite Teile des Suedwestens die feuchte Lebensader. Es ist sehr schoen hier, landschaftlich reizvoll und einzigartig. Die Hauptattraktion Page's, die Antelope Canyons, koennen nur ueber spezialisierte Unternehmen gebucht werden, sind relativ teuer aber eine absolute Sensation, ein Wunder der Natur und bei gutem Licht ein einmaliges Schauspiel. In Page treffen wir ein Ehepaar von Holderbank das in Langenbruck, falls es dort ueberhaubt jemals schneit, den Skilift betreibt! Uebrigens, wer nicht weiss wo Holderbank liegt hat keine Bildungsluecke. Marianne, unsere Lieblingsschwaegerin und Geliebte des Basisleiters, ist da ganz anderer Meinung. Sie meint; das Guldental, Muemliswil und Ramiswil, eine Biketour ueber den Brunnersberg und ein "Zvieriplaettli" in der Brochete, sei das Hoechste der Gefuehle. Wie dem auch sei, wir sind nicht im solothurnischen Jura, wir sind in Page und Page ist die Stadt wo unser Computer abstuerzt, wo der Fotoapparat erste Schwaechen zeigt und Erika und Peter an "friieda's" Tuere klopfen.
Die Basler sind vor 15 Jahren ausgewandert, mittlerweile gut integrierte "Amis", wohnen nobel in St.George, derzeit aber mit ihrem komfortablen Wohnbus und dem obligaten 4x4 im Suedwesten der Staaten unterwegs. Sie laden uns zu Kaffee und Kuchen ein, Peter gibt uns eine perfekte Adresse eines "Computer-Doktors", sie fahren mit uns an den Marine Bay wo die Reichen ihre millionenschweren Hausboote lagern und spaeter gibt es in ihrem exklusiven, mobilen Ferienhaus bei einem netten Gspraech ein Glas Rotwein. Vielleicht treffen wir "Erika von Amerika" und ihren musizierenden Peter im Norden noch einmal. Falls nicht, gebuehrt den beiden an dieser Stelle unser Dank begleitet mit den besten Wuenschen.

LAS VEGAS
Die schraege, verrueckte, Stadt in der Wueste hat wohl die ausgefallenste Meile, genannt "The Strip" den es auf unserer Kugel gibt. Casinos, Hotels der Superlative, Cabarets, Shows aller Art, viel Licht, Glanz, Glamour, tausende Touris und viele andere bunte, komische Voegel zeichnen das Nachtleben der nie schlafenden Stadt. Wir schauen uns dieses Geschehen staunend, zwei Tage und zwei Naechte lang an. Das "Paris" mit dem Casino am Fusse des Eifelturms, mit Einkaufstrassen wie am "Place Vosges", das Bellagio mit einem gigantischen Wasserspiel das zu Klaengen von Celine Dion, Andrea Bocelli oder "Frankie Boy", bis vier Mal stuendlich hunderte von Touristen in seinen Bann zieht oder das Palace, das seine traumhafte Pool-Landschaft sogar den Womofahrern, die nachts gratis auf dem oeffentlichen Parkplatz hinter dem Hotel wohnen, frei zur Verfuegung stellt. New York glaenzt mit der Freiheitsstatue, Walt Disneyland und laermigen mit Fastfood-Buden vollgestopften Gassen, im Hotel Venezia geht man auf dem Weg zur Looby ueber die Rialtobruecke, spaziert am Dogenpalast vorbei zum Markusplatz und lauscht dabei dem "Santa Lucia" das der Gondolieri lautstark von sich gibt und im neueroeffneten City Zentrum ist modernste Architektur, edles Material, auserlesenes Accessoire und kunstvoller Gartenbau in seltener Harmonie zu bestaunen. Las Vegas ist unglaublich verrueckt, es ist voellig ueberspannt, es ist wahnsinnig und trotzdem, oder eben gerade deshalb, muss man hingehen, es besuchen und staunen!

RANDBEMERKUNG
Amerikaner haben ein ganz anderes Verhaeltnis zum Alter als wir Eidgenossen. Es ist deshalb schoen, hier mitzuerleben zu was aeltere Leute im Stande sind, wenn man sie denn nur laesst! Kuerzlich stehen wir auf einem Campingplatz des National Forests in der Naehe von Flagstaff und beobachten beim Fruehstueck fuenf Frauen im Alter zwischen 75 und 85 Jahren. Einzeln kriechen sie munter aus ihren kleinen Zelten, kochen Tee, lachen, schminken sich wie Zwanzigjaehrige und machen auf Smalltalk mit den Nachbarn. Wir erfahren von den lustigen Ladys, dass sie ein par Tage auf Tour durch die Parks von Arizona sind und sich dabei koestlich amuesieren. John ist 83 Jahre alt, nicht mehr sehr gut zu Fuss aber mit einen Bus von mehr als 14 Meter Laenge und rund 12 Tonnen Gewicht, ganz allein im Suedwesten unterwegs! Als wir uns von ihm verabschieden und ihm alles Gute und weiterhin gute Fahrt wuenschen, meint er laechelnd; Macht es ebenso, "See you down in Mexiko"! Amerikanisch betrachtet gehoert uns Alten die Zukunft! Wir haben also gute Chancen, den 80-igsten in einer Jurte in der Mongolei, hinter einer Sandduene in Marokko oder beim Wandbuch in "der alten Sued" am Zuestoll zu feiern!
 
Aus Utha grüssen herzlich
Ulla & Kari