und hat ein bemerkenswertes touristisches Angebot
 

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UTAH, DIE TOURISTISCHE BOMBE

BRYCE CANYON
Nach dem eher nuechternen und touristisch voellig ueberlaufenen Zion NP, ist die Weiterfahrt durch den Red Canyon ein absoluter Genuss. Rot, orange, und gelb gefaerbte, seltene Felsformationen sogenannte "Hoodoos" saeumen die Strasse und fordern sowohl die Fotografin als auch den Chauffeur. Allerdings wissen wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass der Red Canyon nur die Vorspeise des unglaublich farbenpraechtigen und eindruecklichen Bryce Canyon's ist. Wir parkieren "friieda" auf dem Sunset Campground und machen einen Erkundungsspaziergang. Was wir an der Klippe zum Canyon in der Abendsonne zu sehen bekommen, uebertrifft selbst die Vorstellungskraft "des staerksten Mannes". Ein Kunstwerk der Natur, ein vollendetes Zusammenspiel von Farbe und Form, eine Augenweide und Wohltat fuer Leib und Seele. Die "Hoodoos", tausende, bunte in den Himmel ragende Tuerme aus Kalkstein erfreuen jaehrlich ueber 1.5 Millionen Parkbesucher aus der ganzen Welt und lassen auch uns fuer einen Moment die Luft anhalten. Bryce Canyon NP feiert in diesen Woche auch astrologische Tage und bietet den Besuchern die Gelegenheit sich mit Fachleuten ueber andere Galaxien, ueber Sternschnuppen, oder einfach ueber Bilder am Nachthimmel zu unterhalten. Astrologen von der Uni-Tuscon und begeisterte Amateure geben auf jede, noch so einfache Frage umschweifende Antworten und um die fuenfzig Teleskope ermoeglichen bis nach Mitternacht fantastische Bilder ferner Welten.

ESCALANTE
Nur knappe 50 Meilen und wir machen wieder Halt im "Escalante State Park". Ich arbeite am Computer, erledige Post und versuche krampfhaft mit dem Server daheim Kontakt aufzunehmen um Bericht 48 in's Netz zu stellen, aber das Ding will einfach nicht! Ulla sieht sich in der Zwischenzeit die Umgebung an und entdeckt einen Rundgang auf dem "Petrified Wood" zu bewundern ist. Ich breche meine Uebung sofort ab und wir machen uns auf den Weg zu den versteinerten Baeumen. Vor 130 Millionen Jahren sind hier bis 30 Meter hohe Baeume entwurzelt, von Schutt und Gestein luftdicht begraben und in einem Prozess von mehreren Millionen Jahren langsam versteinert worden. Nun sitzen wir da und bestaunen ehrfuerchtig die Zeugen jener Zeit die, die Erosion fuer uns, als Baumstamm klar erkennbar, wunderschoen farbig und versteinert wieder freigelegt hat. Von diesem geschichtstraechtigen Ort unternehmen wir auch einen Ausflug zum "Zebra Canyon", einer sehr engen Schlucht in der laut Reisefuehrer bezaubernde Lichtspiele zu bewundern sind. Aber, wir muessen die Fahrt auf der Schotterpiste "friieda" zu Liebe nach etwa 20 km abbrechen und uns mit dem "Devills Garden" und seinen skurrilen Felsformationen begnuegen.

CAPITOL REEF
Abwechslungsreich ist auch die Fahrt von Escalante bis zum Capitol Reef. Entgegen anders lautenden Aussagen, haut uns aber, weder das Visitor Center noch der grosspurig angepriesene Scenic Drive nicht aus den Socken! Erwaehnenswert ist hier nur ein Plattfuss auf der schmalen Strasse!
Es ist Sonntag, 38 Grad, weder ein Lueftchen ist zu spueren, noch ein schattenspendender Baum ist in Sicht! Aber, wir schaffen es und retten uns bachnass, verschwitzt, auf einen kleinen Campingplatz in Hanksville. Die nicht gerade einladende Ortschaft im Niemandsland wird wohl nie eine touristische Attraktion, aber das Steakhouse ist zu empfehlen und der Campingplatz hat eine Dusche fuer die Radwechsler! Am andern Tag geht es auf der 151 weiter in Richtung Sueden. Zuerst cirka 15 Meilen so..la..la, dann aber toent es in der "friieda" bis nach Hite wieder nach jeder Kurve oh.., und ah..! Die halbe Stunde auf dem Outlook hoch ueber dem Lake Powell mit Blick auf die kahle, gewaltige Felslandschaft mit der markanten Stahlbruecke die ueber den Colorado fuehrt und den Silhouetten des Monument Valley's sind wohl fuer uns beide ein bewegender Moment. Ulla schiesst mehrere Fotos aus verschiedenen Perspektiven und ich sitze auf einem Felsvorsprung, versuche die Ereignisse und den Zeithorizont zu ordnen die diese kahle, staubige aber einmalige Landschaft geformt haben und mir kommen unweigerlich Bilder aus jungen Jahren in den Sinn: Ich sehe unrasierte, harte Maenner die am Lagerfeuer Kaffee kochen und Marlboro rauchen und vom Monument Valley hoere ich die unvergessliche Melodie von Charlie Bronson's Mundharmonika im "Spiel mir das Lied vom Tod"!

ARCHES UND CANYONLANDS
Moab ist eine 5000 Seelen Gemeinde im Suedosten Utah's, nicht besonders schoen, nuechtern, praktisch, amerikanisch halt! Aber die Ortschaft  mit dem bemerkenswerten touristischen Angebot ist Dreh-, und Angelpunkt fuer die sehenswerten Arches und Canyonlands National Parks . Wir kommen hier mit einem fast leeren Kuehlschrank an und freuen uns, einen City Market anzutreffen. Diese Haeuser sind gut gefuehrt, die Ware ist frisch, fein praesentiert und uns macht einkaufen hier immer Spass! Mit vollem Waegeli kehren wir zu "friieda" zurueck und sehen an der Frontscheibe einen Zettel mit folgendem Text: "Lauterbrunnen, I love Switzerland, welcome in Moab" (eine Skizze, zeigt Berge und ein Gleitschirm)
Je zwei Tage besuchen wir Arches und Canyonlands, ergattern uns jeweils frueh am Morgen einen Platz auf den begehrten Camps "Devils Garden" und "Dead Horse Point" und fahren zu den teils 15-20 Meilen auseinander liegenden Sehenswuerdigkeiten. Wir kommen gerade von einer 5-stuendigen Wanderung im Arches zu "friieda" zurueck, als es zu regnen beginnt. Der erste Regen seit drei Monaten! Es schuettet nur kurz, aber heftig und gerade lang genug, um unter freiem Himmel eine herrlich, erfrischende Dusche zu nehmen!  Wir huepfen zwar nicht so gekonnt wie Fred Astaire in "Singing in the rain" aber aehnlich erfreut und beschwingt. Am naechsten Morgen gibt es intern Alarm! Ulla oeffnet die Brotschublade und ruft: "Maus im Haus". Wie gross unsere Untermieterin war, wie ihre Kinder heissen und wie lange sie bei uns gewohnt hat entzieht sich unserer Kenntnis! Schon zwei Tage spaeter kommt aus der Kueche der beruhigende, Ende Alarm, "Maus ist raus".  Es ist sowohl im Arches, als auch im Canyonlands, wie fast immer im Westen der Staaten, traumhaft. Visitor Centers mit Videofilmen, Erlaeuterungen zu Geologie, zu Flora und Fauna, Picknickplaetze und Wanderwege fuer alle Ansprueche, Campingplaetze und ueberall freundliches, hilfsbereites Personal sind feste Einheiten im Standardsortiment der Parks. Bleibt zu hoffen, dass unser Gastgeber die ihm drohende Insolvenz verhindern kann und er die so huebschen National Parks nicht dem Schicksal ueberlassen muss! Nun, was fuer die Wirtschaft fatal waere, wuerde Mutter Erde nicht erschuettern! Sie hat Eiszeiten und Meere kommen und gehen sehen, sie hat die Dinosaurier ueberlebt und schwerste Erschuetterungen ueberstanden und weil Veraenderung fuer sie ganz normal ist, wird sie sich eines Tages hoechstens, muede laechelnd an jene, kurze Zeit erinnern als sie "Homo Sapiens" hatte!

YELLOWSTONE NATIONAL PARK
Nachdem wir nun drei Monate Wuesten, Kakteen, Hoodoo's und Canyons bewundert, uns mit der Geschichte unseres Planeten befasst und Nachhilfeunterricht in Indianerkultur genossen haben, sind wir gespannt, ja hungrig auf Neues. Wir machen im Dinosauer NP den letzten Stopp auf dem Weg in den Norden. Der weltweit erste National Park am Fusse der Rocky Mountains muss man auf einer Reise durch den Westen der Staaten unbedingt besuchen. Heisse Quellen, Geysirs, Baeche mit klarem Wasser, kuehle Bergseen, imposante Schluchten, bunte Blumenwiesen und die riesigen Waelder auf dem Hochplateau sind einmalig, ja, kunstvoll und harmonisch angeordnet. Schon die Anfahrt durch den Teton NP ist ein absoluter Traum. Es ist Fruehling hier, schneebedeckte Viertausender ragen in den Himmel, zu ihren Fuessen liegen die saftig gruenen Taeler mit Blumenwiesen vom Feinsten, Hirsche weiden am Strassenrand und ein Dutzend Bisons grast vor unseren Augen gemuetlich auf einer Lichtung.
Am 16.07.2011 begruesst uns am Suedeingang des Parks ein Rancher mit: "Welcome in Yellowstone National Park". Zwoelf Campingplaetze, mit unterschiedlichster Einrichtung und Kapazitaet, ein Strassennetz von fast 300 Kilometer, mehrere Vorsorgungsstationen für Mensch und Maschine, Lodges und Infocenters gehoeren zur Infrastruktur dieses 10'000 km2 grossen Parks der jaehrlich von cirka 4 Millionen Menschen besucht wird. Wir arbeiten uns zwei Wochen lang von Campingplatz zu Campingplatz, gehen abseits der Strasse auf die Pirsch und lassen uns auch von Ranchern auf einige Schnaeppchen aufmerksam machen. Am 22.07.2011 treffen wir auf einem Spaziergang ein Schwarzbaer der sich auf der anderen Seite des Baches mit Beeren vollstopft. Volle 45 Minuten beobachten wir auf eine Distanz von cirka 20 Meter, in freier Natur, ganz allein das seltene, unvergessliche Schauspiel. Ein unbeschreiblich gutes Gefuehl, ein Mix aus Wohlbefinden, einem Kribbeln und tiefer Dankbarkeit geht uns durch Mark und Bein! Ein Tag spaeter kreuzen mehrere hundert Bueffel unseren Weg, wir sehen eine Elchkuh, Antilopen grasen auf Kurzdistanz und ein Grizzly laesst sich unweit der Durchgangsstrasse von den blitzenden Kameras und all den aufgestellten Fernrohren nicht beeindrucken. Ein Otter macht es am glasklaren Lake Trout spannend und schlaeft ein Stuendchen, bevor er zu einem Fototermin bereit ist. Auf dem Abendspaziergang lassen sich zwei kapitale Hirsche dann aber sofort und spontan ablichten und etwas spaeter heulen uns die Woelfe in den Schlaf. All das spielt sich fast taeglich in einer reizenden Landschaft ab, weil einige Menschen 1872 eine mutige aber weise Entscheidung getroffen und dieses Gebiet geschuetzt haben.

GEDANKEN ZUM 1. AUGUST
Seid ihr beide Doktor? wurden wir in Indien, mit Blick auf unsere an der "friieda" montierten Schweizerkreuze, oft gefragt? Auf dem Stadtplan von Bangkok sind die Spitaeler mit einem Schweizerkreuz gekennzeichnet und weil die Aussie's solche Kleinigkeiten nicht wichtig finden, mixen sie das rote, weisse und gruene Kreuz auf verschiedenem Hintergrund und beflaggen ihre Apotheken nach belieben. Die Amis verkaufen selbst in den National Parks "first aid" Packungen die mit unserer Nationalflagge verpackt sind und in der offiziellen Zeitung des Yellowstone National Parks, die jaehrlich an mehrere Millionen Besucher aus der ganzen Welt abgegeben wird, sind die Sanitaetstationen ebenfalls mit dem weissen Kreuz auf dem rotem Grund gekennzeichnet. Es scheint sich also auf der internationalen Buehne noch nicht herum gesprochen zu haben, dass Henri Dunant und sein Komitee ihrer humanitaeren Organisation schon 1876 ein eigenes Markenzeichen verpasst haben!
Nun, jede Medallie hat bekanntlich zwei Seiten. Bleibt also zu hoffen, dass die als falsche Polizisten verkleideten, mexikanischen Eintreiber von sogenanntem Strassenzoll, "friieda" im Herbst 2011 auch fuer eine "Ambulancia" halten und uns ungeschoren durchwinken!

Es gruessen herzlichst
Ulla & Kari