und hat ein bemerkenswertes touristisches Angebot
 

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DER WEG AN DIE KUESTE
"Crater of the moon" ist eine faszinierende, gigantische Lavalandschaft! Der 300'000 Hektaren grosse Park ist mit unzaehligen Kratern, von denen einige vor cirka 2000 Jahren letztmals aktiv waren, heute ein Fundus fuer Wissenschaftler verschiedenster Fakultaeten. Craters of the moon ist aber auch fuer uns sehr interessant. Lehrpfade fuehren gekonnt durch den Park und Tafeln mit simplen Erlaeuterungen, Tipps und Hinweisen machen den Rundgang zum Erlebnis. Wir vernehmen hier dass, Flechten die ersten Lebewesen sind, die in diese nuechterne, karge und trockene Landschaft zurueckkehren, dass sie das Gestein befallen und es langsam zu Erde zersetzen und so, fuer die Lebensgrundlage anderer Pflanzen sorgen. Sie sind aber auch hervorragende Indikatoren für Veraenderungen des Klimas, reagieren sehr sensibel und verschwinden auch wieder als erste. Dass die Natur mit der hier sehr geringen Feuchtigkeit bestens haushalten kann, beweisen mehrere Pflanzen auf eindrueckliche Weise. Einige der Ueberlebenskuenstler lassen ueber ein raffiniertes Wurzelsystem nur in geregeltem, gleichmaessigem Abstand Wachstum zu, sie minimieren den Feuchtigkeitsverlust durch extrem kleine Blaetter oder sie gedeihen einfach nur an schattigen, windgeschuetzten Stellen. Fichten, ja Graeser wachsen, kleine Blumen bluehen, Vogelgezwitscher ist zu hoeren und Hasen und "Pikas", eine Art Murmeltier, sind zu beobachten. Auf den einst toten Boden kehrt nun Leben zurueck und auf der dunklen Erde entstehen wunderschoene, von der Natur gestaltete Inseln. Wir lassen uns diese Gelegenheit nicht entgehen und Fruehstuecken an einem solch praechtigen Plaetzchen ueber eine Stunde!
Obwohl in den Reisefuehrern nur am Rande erwaehnt, ist das John Day Fossil Bed unter den Huegeln, Taeler und Fluessen von Westoregon eines der reichsten "Fassil Bed's" der Erde und ein absolutes Highlight auf der Fahrt zur Kueste. Das Visitor Center mit dem Palaeontologie-Labor, dem Museum und dem lehrreichen Videofilm ist auch ohne das empfehlenswerte Abmarschieren der Trail's am Sheeprock, Clarno oder den Painted Hills, jederzeit ein Besuch wert. Auch Laien macht es Spass mitzuerleben wie Wissenschafter auf Grund all der hier getaetigten Funde die letzen 60 Millionen Jahre rekonstruieren. Ein Blick durch die Glasscheibe, in das scheinbare Durcheinander des Labors in dem feinste Arbeiten errichtet und sehr praezise Daten bestimmt werden, ein Rundgang durch das Museum sowie ein par Minuten fuer einige anschauliche Erlaeuterungen zur Geologie dieser Gegend sind ein Muss. Wer mehr Zeit hat, sollte sich die Gegend draussen einwenig ansehen und den Weg zu den "Painted Hills" auf keinen Fall verpassen.
Im Newberry National Vulcanic Monument stehen wir zwei Tage direkt am Wasser des herrlichen "Paulina" Lakes. Wir wandern auf den Gipfel des Kraters und werden nach guten 500 Hoehenmetern mit einer praechtigen Aussicht auf den See, auf ein riesiges Lavafeld und die schneebedeckten drei Sisters am Horizont belohnt. Am Abend stossen wir mit Cabernet auf unsere liebe "Paulina" daheim und den schoenen Tag kraeftig an. Die Gegend um den Diamond Lake erinnert stark ans Engadin und die Strasse um den tiefblauen, ca. 600 Meter tiefen Krater Lake, fuehrt uns jetzt im August hoch ueber dem See, an schneebedeckten Haengen und herrlichen Blumenwiesen vorbei. Es ist Fruehling hier. Die Menschen und die Natur demonstrieren dies augenfaellig und wir fuehlen uns wie auf einer Fruehlingspassfahrt im Alpenland.

DIE OSTKUESTE
Wer die steinige Oregonkueste liebt, muss in direkter Linie von den Eskimos abstammen! Hier blaest auch im Hochsommer ein eisig kalter Wind und die Temperaturen sind alles andere als angenehm. Wer im Westen Amerika's unterwegs ist muss aber trotzdem einige Tage hier verbringen.
Der Harris Beach State Park in Brookings, liegt sehr schoen und die hier zu bewundernde Tierwelt ist fantastisch. Seehunde sonnen sich auf den Felsen an der Kueste, Wale pusten ihre imposanten Fontaenen in die Hoehe und wir koennen die sehr seltenen "Tufted puffin's", Papageitaucher beim Brueten und deshalb im "Prachtskleid" beobachten. Auch die Redwoods, die riesigen Baeume im gleichnamigen National Park und die Giganten im Humbolt State Park sind es wert, fuer ein par Tage Jeans und Pulli zu tragen. Die  Kuesten-Mammutbaeume sind die hoechsten Baeume der Erde. Cirka  2000 Jahre alt, bis zu 6 Meter Durchmesser am Boden und an die 100 Meter in den Himmel ragend, stehen sie vor uns. Zum Glueck wurden Restbestaende durch die Parks geschuetzt und stehen nun stolz auf den Huegeln vor der rauhen Pazifikkueste. Diese Baeume sehen, in ihrer Naehe campen und sie auf Spaziergaengen bewundern zu duerfen, ist wohl ein Geschenk von oben! Es ist ein tief beruehrendes Ereignis der besonderen, ja der seltenen Art. Wir fragen uns, wie stark ein Mensch degeneriert sein muss, bis er faehig ist, aus reiner Habgier an einem solchen Baum die Motorsaege ansetzen zu lassen.
Das schoene, alte Ferndale und die lustigen Menschen in der Beiz mit der originellen Musikband lassen uns die Holzfaeller vergessen und bringen uns wieder auf andere Gedanken! Eine 83-jaehrige Frau spielt Gitarre und singt, begleitet von zwei Schulkollegen!, die hier so beliebten typischen Volkslieder. Sie singt von Liebe, von Freiheit und der einst grossen Nation und von den Traeumen ihrer Einwanderer. Klatschende froehliche, Bier trinkende Menschen muntern sie immer wieder auf noch einen Song zuzulegen! Uns gefaellt es hier, wir bestellen uns auch ein Bier vom Fass und uebernachten nach dem erfrischenden Erlebnis auf dem nahegelegenen, oeffentlichen Parkplatz. 
Laut unserem Reisefuehrer gibt es ab hier bis San Franzisko keine vernuenftige Alternative zur gut ausgebauten, aber langweiligen 101. Es sei denn Reisende haben viel Zeit und koennen eine der "Backroads" befahren. Weil wir in diese Gruppe gehoeren, besuchen wir auch die wunderschoene, huegelige Landschaft des Nappa Valleys mit den traumhaften Gutsbetrieben in den herrlichen Rebbergen. Hier werden auf stolzen Hoefen einige ausgezeichnete Weine gekeltert und die praechtigen Haeuser der "Ferraris", "Cortez" oder "Miranda's", erinnern uns fest an "Rioja", oder an die Toskana.

BEGEGNUNGEN
Ein Tag bevor wir den Yellowstone National Park verlassen, treffen wir im Norris Campground die "hudsonfamily". Nadine und Michael sind mit ihren Buben Desmond und Lenny seit Jahren auf einfachste Weise auf der ganzen Welt unterwegs und deshalb fuer uns, "die Familie des Jahres"!  Obwohl sie mit bescheidensten Mitteln reisen, sind sie gluecklich, verbreiten Optimismus, Begeisterung und lassen uns wieder staerker an eine friedlicher werdende Welt glauben. Wir verbringen insbesondere mit Nadine, plaudernd den ganzen Nachmittag, tauschen Erfahrungen und Daten und am Abend sitzen wir gemeinsam, gemuetlich am Lagerfeuer. Die Hudson's unterbrechen nun ihr Abenteuer aus Verantwortung, den Knaben zu Liebe, gehen zurueck in die Schweiz und zurueck in ein buergerliches Leben. Das wird nicht einfach sein, das wird Kraft und Nerven kosten! Aber, genau das haben Nadine, Michael, Desmond und Lenny laengst schon mehrmals durchgestanden. Sie sind kriesenerfahren, sie haben Durchstehvermoegen und sie sind bereit, fuer ihre beneidenswerte Einstellung zum Leben und zu ihrer, uebrigens zur Nachahmung empfohlenen Ideologie, auch Leistung zu bringen. Wir werden diese Familie, ihre Abenteuergeschichten von China, ihre Erzaehlungen von Mexiko oder ihre beruehrende Story mit den Walen bestimmt nicht so schnell vergessen. Viel Glueck daheim, "we keep in touch" und hoffen irgendwann, irgendwo auf ein nettes Wiedersehen.
Eine ganz andere Begegnung machen wir ein par Tage spaeter beim Fruehstueck, an einem kleinen, tiefblauen Bergsee. Wie ueblich decken wir auch an diesem Morgen, so um neun, halbzehn Uhr langsam den Tisch. Es gibt Orangenschnitze, zwei Kiwi werden geschaelt und Schinken und Kaese kommt nebst "Anke und Konfi" und den obligaten Broetli auf den, an der Sonne stehenden Tisch. Ulla bereitet all die Sachen vor und ich spiele wie immer den "Gango", laufe zwischen"friieda" und dem Fruehstueckstisch hin und her und freue mich auf den heute speziell servierten, echten, den teuren Emmentaler. Eine Kraehe scheint die Spezialitaet ebenfalls bemerkt und festgestellt zu haben, dass heute nicht der uebliche, billige "swiss cheese" aufgetischt wird, fliegt entschlossen ein Angriff und holt sich vor meinen Augen blitzschnell das groesste Stueck! Nun, uns mangelt ja sonst an nichts und wir sind Teilen gewohnt. Ich habe zwei juengere Brueder und deshalb schon frueh gelernt, die besten Stuecke an die zwaengelnden Kleinen abzugeben!
Wir begegnen Kerstin und Ralf die mit ihren zwei Jungs fuer laengere Zeit mit dem eigenen Auto unter Deutscher Flagge unterwegs sind, treffen zwei nette junge Menschen aus Trogen Appenzell und begegnen, jeder auf seine Weise, auch den eigenen Wurzeln. Ulla kann nicht widerstehen und pflueckt wie frueher am See, auf dem Weg zur Kueste, wie wild Brombeeren und kocht Konfituere und bei mir drueckt die Holzerfamilie durch! Waehrend die staedtischen Amateure jeweils erst nach Sonnenuntergang aktiv werden, dann aber verzweifelt alles brennbare sammeln um spaeter ihre meist kuemmerlichen Rauchzeichen in den Nachthimmel steigen lassen zu koennen, ist unser Lagerfeuer jeweils frueh am Mittag vorbereitet, trockenes Holz ist aufgeschichtet und Gespaltenes in Reserve zur Seite gelegt. Gelernt ist eben gelernt!
Wir begegnen aber auch Ami's die sich im Laufe ihrer Camperkarriere vom Zelten mit den Kindern ueber den mittleren Van zum grossen Wohnbus hochgearbeitet haben. Ihre heutigen 14-15 Meter langen, klimatisierten Luxusteile haben, ist einmal alles ausgefahren, eine Wohnflaeche von cirka 50 m2, mindestens ein grosser Flachbildschirm TV, saemtliche Kuechengeraete, ein komfortables Bad, ein grosses Schlafzimmer, eine eigene Waschmaschine und im Anhaenger schleppen sie ein Mittelklassewagen, etwa ein 4x4, Achtzylinder von Ford, Chevrolet oder Doge mit. Waehrend "Mutti" damit zum Einkaufen faehrt  praepariert "Vati" an der Bar im Bus den Apero! Das ist zwar noch nicht unser Reisestil aber,.... was nicht ist, kann ja noch werden! Auf jeden Fall sind Begegnungen dieser Art inspirativ und eroeffnen ganz neue Perspektiven!
An der Kueste Kaliforniens erfuellt sich ein lang ersehnter Traum! Auf einem fenomenalen Uebernachtungsplatz hoch ueber dem Lake Sonoma begegnen wir einer Klapperschlange! Sie wohnt nur ein par Meter von "friieda" entfernt und wenn sie gegen Abend zwischen den warmen Steinen noch etwas Waerme tankt, laesst sie sich von uns sogar auf Kurzdistanz, seelenruhig bewundern. Weiter suedlich treffen wir auf den Ort mit der beruehmten, roten Haengebruecke. Die tolerante Stadt mit einer "Gay Community" von etwa 20% der Wahlberechtigten, ist auch sonst in mancher Hinsicht speziell. San Franzisko ist eine der aeltesten Staedte der Vereinigten Staaten und sein Strassensystem ist weltberuehmt! Die 1937 fertig gestellte "Golden Gate Bridge", die Fishermans Wharft, Chinatown und die tollen Anlagen, die Museen, die Geschaefte im Citybereich und das internationale Publikum faszinieren uns. Hier duerfen wir am 27.08.2011 unseren Sohn Reto und seine Freundin Priska begruessen. Wir muessen die Emotionen die in diesem Moment frei werden wohl nicht im Detail beschreiben. Der Puls ist hoch und Freudentraenen kullern trotz vorheriger Einnahme der, von Tochter Tina verordneten  "Beruhigungskuegeli", ungeniert auf das Parkett der Empfangshalle des Flughafens.

Aus San Franzisko gruessen herzlich
Ulla, Priska, Reto & Kari