und hat ein bemerkenswertes touristisches Angebot
 

WELTREISE

HOME WIR ROUTE INFO BERICHTE KONTAKT LINKS
 

















ALLE  BERICHTE


ALLE BILDER





































 


UNSER BESUCH
"Es liebs Briefli" vom Ursi, ein Glas Honig von Imker Fritz von der Rüti, Grüsse von daheim, bestellte Bücher, Medikamente, Aromat und einige Neuigkeiten vom "Stettli", sind die wertvollen Mitbringsel von Priska und Reto. Wir treffen sie am 29.08.11 auf dem "Candlestick Camp" in San Franzisko, geniessen natürlich ihre Anwesenheit und saugen ihre News richtiggehend auf, ja wir fragen ihnen "Löcher in den Bauch". Wie geht es M.., was macht L.., wisst ihr etwas von K.., habt ihr gehört wie es S.. geht, gibt es B.. noch, wie war das "Stettli-Fest" oder, steht die Einbahn?
Ist das reine Neugier oder, echte Verbundenheit mit dem Ort und den Menschen die uns 30 Jahre begleitet haben? Ist vielleicht ein wenig Heimweh mit im Spiel? Wir sind nicht prädestiniert solch schwierige Fragen zu beantworten, aber wir spueren, Priska und Reto bringen unsere Gefühlswelt arg durcheinander und uns aus der Heimat, mehr als nur Aromat mit!
Auf der Fahrt von der kuehlen, nebligen Kueste ins warme sonnige Inland macht Reto's Sleepervan "rusty" seinem Namen alle Ehre und gibt nach cirka 150 Meilen bereits den Geist auf! Ein ungewoehnlich, blechig klapperndes Geraeusch laesst uns anhalten und den Vermieter anrufen. Dieser reagiert prompt und bereits zwei Stunden spaeter wird "rusty" durch "trusty" ersetzt. Unsere erste Nacht auf der gemeinsamen Reise verbringen wir auf dem Parkplatz des Walmart in Sanger. Hier, unweit des Einganges zum Kings Canyon und dem Sequoia National Park fuellen wir das Einkaufswaegeli mit Esswaren, Wein und Bier!  Dann geht es zuegig bergwaerts und ein par Stunden spaeter stehen wir staunend vor einigen Ehrfurcht erweckenden Sequoia's. Diese Mammutbaeume sind nicht so hoch wie die Redwoods aber, sie sind viel massiger und dehalb auch eindruecklicher. Bis zu 12 Meter Durchmesser am Boden, ragen einige 2000 Jahre alten Exemplare 70 Meter in den blauen Himmel Kaliforniens. Auch unsere Jungmannschaft ist von dieser Begegnung richtig begeistert. Wir spazieren durch die herrlichen Waelder, gehen auf den alles ueberragenden "Morro Rock", ein massiver Monolit aus super Granit. Auf dem Rückweg hoert Reto ploetzlich ein seltsames Geraeusch. Er ruft uns aufgeregt zurück und wir duerfen ein par Minuten drei Schwarzbaeren in freier Natur beobachten. Solche Erlebnisse sind das Salz in der Suppe der Fahrenden! Es ist kaum zu glauben, aber auf unserem naechsten Trail druch die Sequoia's ist es wieder Reto der unweit unseres Fussweges ein Schwarzbaer entdeckt. Nun glauben wir den Ranchern die uns immer wieder auf Baer-Aktivitaeten hinweisen und auf das Einhalten der geltenden Regeln bestehen. Keine Esswaren draussen lassen, selbst die Zahnpasta und die Toilettenartikel muessen im Auto oder in den ueberall montierten  baerensicheren Kaesten verstaut und vor den naechtlichen Besuchern der Campingplaetze in Sicherheit gebracht werden.
Dass Verfasser von Reisebuechern ab und zu Texte unkritisch von ihren Kollegen uebernehmen und Gegenden beschreiben die sie noch nie oder schon lange nicht mehr besucht haben wird uns auf der Fahrt vom Sequoia NP ueber Bakersfield, den Lake Isabelle und die 395 zum Westeingang des Yosemite NP wieder klar vor Augen gefuehrt. Es ist ganz in Ordnung diesen Weg zu fahren aber die Verherrlichung der Sehenswuerdigkeiten und gekonnt manipulierte Bilder deuten eher auf Profitgier als auf serioesen Journalismus. Der Yosemite NP selbst ist landschaftlich sehr schoen, ein Paradies fuer Kletterer und insbesondere die Tuolumne Meadows mit den herrlichen Seen und den kahlen Granitbloecken die aus den Waeldern mit den schoen angelegten Wanderwegen ragen, ist ein "Bijou".
Das huebsch gelegene Yosemite Village und seine Umgebung machen, wie die Parkverwaltung, allerdings einen etwas ueberforderten Eindruck!
Ueber vier Millionen Besucher draengen sich jaehrlich in die Schlucht mit der beruehmten Wand des "El Capitan", 400 Menschen besteigen taeglich den "Half Dome" mit einem Permit das sie bis sechs Monate im voraus reserviert haben und jeder zweite Camper geht mit ein bis zwei Hunden, morgens und abends "Gassi" machen. Das steht natuerlich alles nicht im Reisefuehrer! Wir meinen, wer kein Bigwall-Kletterer ist, hat den Yosemite NP in zwei Tagen gesehen! Der Westen Amerikas hat besseres zu bieten!
Nun, wir sind hier mit Priska und Reto unterwegs, das ist Grund genug "happy" zu sein und mein altes "Climber-Herz" erfreut sich auch am Anblick der 1000 Meter hohen, senkrechten Wand des "El Capitan". Am 10.09. muessen wir unsere Lieben schweren Herzens ziehen lassen. Priska und Reto verbringen vor ihrer Heimreise nun noch ein par Tage am Strand. Wir goennen ihnen diese Freiheit und sind dankbar fuer die Zeit die wir sie bei uns hatten. Der Abschied ist allerdings hart und hallt, selbst ein par Tage spaeter noch nach.
 
ALLEIN ZU ZWEIT
Wir versuchen es, fahren allein zurueck auf die schon erwaehnte, auf etwa 2700 Meter ueber Meer gelegene Tuolumne Meadows aber, erstens ist es da oben zu kalt und zweitens scheint uns durch die Abreise unserer Kinder auch die Lust auf Amerikas Schoenheiten abhanden gekommen zu sein. Wir fahren also etwas lustlos zurueck ins Tal, uebernachten auf einem Camp am suedlichen Parkausgang und erledigen ein Tag spaeter in Bakersfield ein par wichtige Dinge. Wir muessen Einkaufen und "friieda" muss fuer den ordentlichen Service in die Mercedes Garage. Am Eingang des noblen Hauses werden wir von einem freundlich laechelnden Geschaeftsmann ueberfallen und mit Fragen zu unserer Reise bombardiert. Er ist hell begeistert, will unsere Story sofort ins Fernsehen bringen, gibt uns seine Karte und laedt uns fuer ein Gespraech zu sich nach Hause ein. Wir erfahren etwas spaeter, dass der Sender einer sehr aktiven Sekte zuzuordnen ist und verzichten deshalb freiwillig auf unsere wohl letzte Chance, je fuer eine laufende Kamera geschminkt zu werden. In Los Angeles lassen wir die Gasflaschen fuellen, wir kopieren unsere Paesse, den Fahrzeug- und die Fahrausweise, kaufen ein Campingführer fuer Mexiko und fahren dann in das etwa 40 Meilen suedlich von LA gelegene Huntington.

DAS OKTOBERFEST
"Old World" heisst die kleine Bayern-Siedlung inmitten moderner Hochbauten im Zentrum von Huntington USA. Haeuser wie im suedlichen Bayern, enge Gassen mit Kopfsteinpflaster, Malereien an den Hausfasaden, schoene kleine Blumengaerten, mitten im Dorf eine Kapelle, zwei, drei Beizen, ein Ratskeller, ein Oktoberfest-Komplex mit Restaurant, Festhalle Bar und dem so verlockenden Spezialitaetenladen. "Old World" ist Nostalgie pur!
Am Abend spielen die "amerikanischen Klaustaler" es wird gelacht, geschunkelt und nach jedem Stueck heisst es "eins, zwei, drei, suffe"! Ami-Girls wackeln auf etwas zu hohen Absaetzn und in sichtlich zu kurz geratenen Dirndl durch die Halle und auf dem Balken ueber unserem Tisch steht von zwei grossen Edelweiss eingerahmt: "Auf der Alm da gibts koa Suend". Wir amuesiren uns, machen zwischendurch ein Taenzchen, trinken Bier und essen Kasseler Rippchen mit Kartoffelstock und Sauerkraut! Obwohl "Old World" uns nicht aus den Socken haut, beeinflusst es unseren Menueplan der naechsten Tage. Den Wienerli, den Cervelat, dem Schwartenmagen, dem Thomy Senf und dem feinen Schwarzbrot koennen wir nicht widerstehen! Das ist auch gut so! Denn, nach 3 1/2 Jahren Abstinenz ist ein selbst gemachter Kartoffelsalat mit heissen Wienerli und gutem Senf tatsaechlich ein Festessen!

THANK'S A LOT AMERICA
Anfangs April sind wir von Vietnam ueber China nach Los Angeles geflogen. Dort haben wir die wohl unkomplizierteste, einfachste Immigration erlebt, haben 6 Monate Visum erhalten und sind in der Folge nicht mehr aus dem Staunen herausgekommen. Feine Parks, gigantische Schluchten,
imposante Wuesten, tiefblaue Seen, verschneite Viertausender, fantastische Blumenbilder und unvergessliche Begegnungen mit Tieren machen unsere Reise durch den Westen der USA zum Erlebnis der  feinen Art! Wir sind in den letzten 5 1/2 Monaten vielen lieben, hilfsbereiten Menschen aus mehreren Laendern begegnet, wir haben spontane, lustige, auch komische Bekanntschaften gemacht, aber sie waren alle bereichernd.
Und "last but not laest", wir haben die Amerikaner und ihre offene, gut lesbare Art, kennen, schaetzen und lieben gelernt. Wir danken dem Land der "unbegrenzten Moeglichkeiten" und seinen Menschen fuer die schoene Zeit und die zur Nachahmung empfohlene, vorbildliche Gastfreundschaft!

Es gruessen herzlichst
Ulla & Kari