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BAJA'S SUEDZIPFEL
Der suedliche Zipfel der Baja California ist vielleicht das Filetstueck der im letzten Bericht bereits beschriebenen Landzunge. Todos Santos zum Beispiel, ist ein kleines, liebliches Staedtchen auf dem Weg von La Paz nach Cabo San Lucas. Wer hier vorbei kommt, muss anhalten, durch die Gassen bummeln, in den vielen huebschen Boutiquen herumstoebern und in einem "Beizli" einkehren. Dass Zeit und Musse in Mittel- und Sued-amerika wichtig sind, ist bereits in Todos Santos spuerbar. Angenehme Ruhe, abgeklaerte Gelassenheit und professionelles Verhalten beissen sich hier nicht. Das Mosaik aus antik und modern, der Mix aus Neuzeit, Tradition, Touristen und Einheimischen, verpackt in bunt bemalten Haeusern, Palmen, Kopfsteinpflaster und bluehenden Bougainvillea ist uns, unter dem blauen Himmel und der waermenden Sonne, auf Anhieb sympathisch.
Auf der fast 50 Kilometer langen Baustelle in Richtung La Paz fragen wir uns, mit 15-20 km/h muehsam, holpernd ueber die Schotterpiste fahrend, warum sind wir nicht in Todos Santos geblieben? Die Einheimischen scheint die "Ruettlerei" nicht zu stoeren. Sie donnern selbst mit Lastwagen  durch all die Loecher, hemmungslos an uns vorbei und hinterlassen den "Gringo's" eine riesige Staubwolke!

ASUPMATOMA
Ist ein privates Schildkroeten Schutzprojekt von Gabriela und René. Schoen gelegen, cirka 15 km noerdlich von Cabo San Lucas liegt ihr Zentrum direkt am Beach. Angehende Meeresbiologen schieben rund um die Uhr Wache, gehen auf Patrouille, graben frisch gelegte Eier aus und bringen sie in ein geschuetztes Gehege. Wir haben Gabriela und René am Strand von El Requeson kennengelernt und sind nun ihre Gaeste. Wir lassen uns in die Materie einfuehren, sehen uns einen Videofilm ueber Schildkroeten an, gehen abends mit den Aufpassern auf "Streife" und uebergeben ein Nest von 88 kleinen, dunklen Schildkroetenbabys dem unendlich gross und wild scheinenden Ozean. Wir verabschieden sie alle mit Namen, wuenschen ihnen viel Glueck und wissen, dass nur eine/er von tausend das Erwachsenenalter erreichen wird. Schaffen sie es, machen die Weibchen im Alter von ungefaehr 10 Jahren, erstmals eine Reise ueber mehrere tausend Kilometer und kehren in genau dieselbe Bucht zurueck, um ihre Eier in den Sand zu legen. Schildkroeten verfuegen seit mehr als 200 Millionen Jahre ueber ein raffiniertes Navigationssystem. Aber, sie brauchen keine Satelliten und hinterlassen kein Muell im All! Hoechste Zeit also, den Kindern dieser Welt beizubringen, dass die genialen Tiere viel zu schade sind fuer eine Suppe! 

CABO SAN LUCAS
Ein schoen gelegener Ort am suedlichsten Punkt der Baja, aber "versaut" durch amerikanische Investoren! Ohne den wolkenlosen Himmel, das tiefblaue Wasser und die angenehmen Temperaturen jetzt im November, ist Cabo San Lucas eine Ansammlung von beispiellosem Gigantismus und
ruecksichtslosem Wachstum mit den, im Westen laengst bekannten Folgen. Orbitant steigende Preise treiben die lokale Bevoelkerung aus der Stadt in Getto aehnliche, traurige Aussenquartiere. Fettleibige, meist aeltere Auslaender bevoelkern die Promenade, dinieren in den noblen Lokalen
am Strand, wohnen in den aus dem Boden schiessenden, ueppigen Residenzen und fahren ihre grossen Autos, Zigarre rauchend durch die Stadt ohne sich auch nur im geringsten um ihr Gastland zu kuemmern.

SAN JOSE DEL CABO
Dass das auch anders geht, erfahren wir bei unserem Besuch von Paula und Tom in ihrer "100 Millionen Aussicht Villa" etwas ausserhalb von Zacatitos. Wir haben die beiden im kalifornischen Ocenside kennengelernt und sie nun, in ihrem Heim in Mexiko besucht. Paula und Tom haben sich ihren Traum erfuellt und sich hoch ueber dem Ocean ein farbenfrohes, huebsches, heimeliges Haus gebaut. Wir fuehlen uns auf Anhieb wohl in der geschmackvoll eingerichteten Wohnung mit dem atemberaubenden Blick auf die Kueste und das tiefblaue Meer. Tom und Paula sind uns sehr sympathisch. Sie sind nicht einfach ruecksichtslose Ami's die ihren guenstigen Traum leben. Sie sind sich ihres Glueck's bewusst und engagieren sich in einer Organisation fuer die Schwaecheren in ihrer Nachbarschaft. Sie versuchen die Barrieren zwischen den Siedlern und den Einheimischen wo immer moeglich aufzuheben, sprechen Spanisch und respektieren hier geltende Sitten und Braeuche. Sie erzaehlen uns auch die Story der spaeten Gerechtigkeit! Frueher wurden in Mexiko's Sueden die "Jungs" bei der Erbteilung mit dem fetten, ertragsreichen Hinterland belohnt und die Maedchen mit den damals noch nutzlosen, trockenen Kuestenstreifen abgespiesen. Jetzt, hat sich das Blatt gewendet! die Maedchen sind zwar mittlerweile nicht mehr Zwanzig, aber..., weil sie Land verkaufen wie die Weltmeister, so gut betucht, dass einige von ihnen ihre "Macho-Brueder" daheim weiterhin bauern lassen und selbst, nobel in Paris oder Rom logieren. Wir stehen 6 Tage ganz allein auf einem solchen Stueck Land, am Playa Santa Agueda, unweit von Tom und Paula's Paradies. Die Sandstraende sind in Mexiko nicht nur traumhaft schoen, sie sind oeffentliches Gut! Wenn das so bleibt, werden wir spaeter, wohl ab und zu heimische Wintermonate mit der mexikanischen Sonne tauschen und bei dieser Gelegenheit Tom und Paula wieder besuchen.

MUTTER AM RADIO
In 2 Monaten wird sie 92 Jahre alt. Vital, belesen und politisch interessiert lebt sie im Eggberg in ihrem eigenen Heim und haelt Haus und Garten im Schuss. Nun, erhalten wir von "Goettibueb Chregu" in Mexiko eine m4a-Datei mit dem Vermerk, Familienmitglied am Radio DRS! Wir raten, wer ist das und warum, wozu? Irgendwann bringen wir das Ding voellig aufgeloest, zum laufen und hoeren "Ziit isch Gaeld" und Grosis vertraute Stimme. Wir schauen uns an, wischen die Traenen aus den Augen und hoeren andaechtig zu, was der Lautsprecher unseres Compi's von sich gibt.
Wir sind nicht ueberrascht ob Mutter's Wissen, ob ihrer Vitalitaet und Schlagfertigkeit, aber dieses Band, so weit von daheim, haut uns vom Sockel.
Christof gehoert Dank fuer die Reaktion und die prompte Post und Mutter, unser aller Respekt! Grosi, mach weiter so, wir sind richtig stolz auf dich!

KROKODILE UND SCHMETTERLINGE
Am 14.09 bringt uns die Faehre von La Paz nach Mazatlan. Die 16 Stunden auf dem Oberdeck des Frachtschiffes der TMC sind ein tolles Erlebnis. In Mazatlan nehmen wir die Kuestenstrasse ueber San Blas, Puerto Vallarata bis nach La Manzanilla. Nach der trockenen Baja mit dem kargen Wuestenklima, erscheinen uns die ueppig bewachsenen Huegel und das gruene Mosaik aus Palmen, Fruchtplantagen, Bohnenfeldern, meterhohem Gras und allerlei Buschzeug fast unrealistisch. Hier waechst wohl einfach alles! In Manzanilla stehen wir mit Reinhard aus Duesseldorf am Strand bei Einheimischen unter den Palmen. Das paradiesische Plaetzchen kostet 40 Pesos pro Tag und Nase und direkt neben uns leben ueber 100 Krokodile frei in der Lagune. Die Mexikaner erklaeren uns zwar, dass die Tierchen mit dem grossen Maul "Fischer" sind und Menschenfleisch nicht moegen. Als dann nach dem Abendspaziergang, ein cirka 3 Meter langes "Ding", Zaehne zeigend, mitten auf dem Weg zu "friieda" liegt, sind wir aber trotzdem unsicher und machen einen kleinen Umweg!
Weniger gefaehrlich ist es bei den Schmetterlingen in El Rosario. Mehrere hundert Millionen "Monarche"  fliegen jedes Jahr, cirka anfangs November, von Kanada in der Berge von Mexiko. Die zarten Wesen fliegen 3500 Kilometer vom Norden in den Sueden und ueberwintern in der Sierra Nevada. Im Fruehling fliegen sie zurueck, paaren sich, legen Eier und sterben. Aus den Eiern krabbeln Raupen, diese verpuppen sich und aus den Kokons schluepfen in wenigen Wochen wieder wunderschoene, junge Monarchen. Kaum Schmetterling starten sie ihre "Motoren", fliegen 3500 Kilometer in den Sueden und landen exakt auf den gleichen Baeumen wie ihre Eltern ein Jahr zuvor! Sie belegen die Nadelbaeume so zahlreich, dass sich die Aeste biegen und der Wald sich orange und grau faerbt. Dringen Sonnenstrahlen in den Wald, schwaermen sie aus und erfreuen die Herzen der staunenden Touristen. Gluecklich ist, wer dieses Naturschauspiel erleben darf!

Aus San Miguel de Allende gruessen herzlich,
Ulla & Kari