t

 
 

WELTREISE

HOME WIR ROUTE INFO BERICHTE KONTAKT LINKS
 

















ALLE  BERICHTE


ALLE BILDER





































 

DER SCHLECHTE RUF
Glaubt man den Medien, ist Mexiko ein korruptes, gefaehrliches Reiseland. Weil zu viele Menschen, Nachrichten unkritisch konsumieren, alles glauben was die Sensationsverkaeufer in die Welt setzen, werden geplante Reisen nicht angetreten, Buchungen rueckgaengig gemacht und Mexikos Tourismusbranche "im Regen stehen gelassen". Klar kaempft die Drogenmafia in gewissen Regionen gegenseitig um ihr Territorium und ist dabei nicht zimperlich im Umgang mit der Konkurrenz aber, die unschoenen Schauplaetze sind bekannt und werden Touristen nicht empfohlen. Auch die tatsaechlich vorkommenden, aber sehr seltenen, bewaffneten Ueberfaelle auf Touristen, sind kein Grund zu Hause zu bleiben. Die absolute Mehrheit des Landes ist die Ruhe selbst, interessant, sicher und die Heimat vieler freundlicher, hilfsbereiter Menschen. Wuerden wir fuer alle Laender dieser Welt den gleichen Masstab anwenden, duerften wohl einige suedeuropaeische, asiatische, baltische oder russische Metropolen laengst nicht mehr besucht werden. Mexiko ist viel besser als sein Ruf und hat seine schlechte Reputation bestimmt nicht verdient!

DIE CHARMANTE STADT
Die von "San Miguel", einem Franziskaner Pater, gegruendete Stadt, liegt auf cirka 2000 Meter ueber Meer, an einem Huegel im Bundsstaat Guanajuato. Die malerische Ortschaft im zentralen Hochland Mexikos wurde 1926 unter Denkmalschutz gestellt und praesentiert sich heute den Besuchern wie ein riesiges Freiluftmuseum. Haeuser im Kolonialstil mit praechtigen Gaerten und traumhaften Innenhoefen, von schmiedeisernen, alten  Laternen gesaeumte Kopfsteinpflasterstrassen, Parks zum verweilen und mehrere sehr schoene Kirchen praegen heute das Bild von San Miguel de Allende. Hier gibt es weder Leuchtreklamen, Verkehrsampeln noch, das Stadtbild stoerende, neue Bauten und trotzdem, muessen weder Einheimische noch Besucher auf modernste Technik und Luxus verzichten. In den praechtigen, alten Haeusern sind noble Boutiquen, elegante Restaurants, kleine Café, gemuetliche Bars, einfache Beizli, Kunstgalerien, Museen und Banken mit sehr viel Fingerspitzengefuehl integriert worden. Der "El Jardin" oder oft auch "Zocalo" genannt ist San Miguels zentraler Platz. Hier findet vieles statt, von hier ist alles wichtige in Kuerze zu Fuss zu erreichen, hier ist die, an franzoesische Kirchen erinnernde "Parroquia" zu bewundern, hier wird musiziert, geplaudert, gelacht, gelebt! Der Zocalo hat's in sich! Auf einem Rundgang durch die Stadt muss man das in einem Kolonialgebaeude aus dem 18. Jahrhundert untergebrachte "Instituto de Allende" besuchen, durch den Parque Benito Juarez spazieren und dann dem "Chorro" seine Aufmerksamkeit widmen. Hier sind die Trinkwasserquellen und ein alter Waschplatz mit Waschtroegen an denen einige Frauen noch heute ihre Waesche waschen und ein Schwaetzchen halten. Treppen fuehren zum Casa de la Cultura und enge, schmucke Gassen zurueck zum El Jardin. Auch San Miguels kulturelles Angebot kann sich sehen lassen. Hier kann man in diversen Kursen handwerkliche, musische, sprachliche ja sogar sportliche Faehigkeiten foerdern und man kann Galerien, Museen oder Konzerte besuchen. So, spazieren wir an einem Sonntag Abend durch die Stadt, ueber den "Zocalo" und stellen zu unserer Freude verwundert fest, dass das Philharmonik Orchester von Geretaro, auf dem "El Jardin" vor der kapitalen "Parroquia", Fernando de la Mora, den wohl beruehmtesten Opernsaenger Mexikos durch ein tolles zweistuendiges Konzert begleitet. Die gratis "Arena de Verona" auf dem "Zocalo" in Mexiko! Gaensehaut kriegen wir eine Woche spaeter beim Auftritt von "Lila Downs" an einem Konzert im Garten des Hotel Rosewood. Lila Downs ist eine mexikanisch-US-amerikanische Saengerin mit einer begnadeten Stimme die uns im Innersten beruehrt. Wir sind uns sofort einig, ihre Stimme ist das "Beste", was wir je gehoert haben! Dazu kommt, dass ihre Musik oft indigene Wurzeln hat und die Texte ihren klaren politischen Anspruch ausdruecken. Lila Downs wird uns kuenftig, musikalisch begleiten!

DER SPEZIELLE CAMPINGPLATZ
Nicht nur der Name, "Weber RV-Park und Tenniscenter" ist in diesen Breitengraden ungewoehnlich, auch die Zufahrt sucht seines gleichen. Aber Ulla folgt ab dem Stadteingang exakt der Beschreibung des Campingfuehrers und navigiert uns geschickt durch die engen Gassen genau dem Ziel entgegen. Deshalb,  stoppen wir schon am fruehen Nachmittag des 24.11.2011 auf der Kopfsteinpflasterstrasse vor dem braunen Tor mit der Haus- Nummer 16, klingeln und werden von "Hans", das toent ja auch nicht so richtig mexikanisch, sehr freundlich empfangen. Dieser Platz wird fuer cirka zwei Monate unsere neue Bleibe sein! Gespannt wie zwei geoeffnete Regenschirme schauen wir uns um. Hier ist wohl alles ein wenig anders! Die Camper stehen zwischen Tennisplaetzen, die sanitaeren Anlagen sind schoen, der Platz verfuegt ueber Wifi und die Inhaber sind genau so speziell wie ihre Kundschaft. Da stehen Amis, Kanadier, der Schweizer Thomas mit seinem "Super-Toyota" und die Deutschen Baerbel und Joachim die auf ihrer Reise in den Sueden hier, vor zweieinhalb Jahren haengengeblieben sind! Kurze Gastspiele geben Stephan und Swantie aus Mannheim und die, unter Aargauer Flagge fahrenden Yvonne und Daniel. Diese beiden Teams treffen wir vielleicht auf dem Weg nach Ushuaia, irgendwo im Sueden wieder. Ein ganz spezieller Nachbar ist der Alleinreisende Andrč aus Quebec. Charmant, zuvorkommend und stets sehr aufmerksam, "fuedelet" der "graue Panter" um Ulla herum und macht ihr Komplimente die sie, so wird behauptet, in den letzten 35 Jahren daheim nie zu hoeren bekam! Also.., werde ich kuenftig besser aufpassen, neben wem wir parkieren!
 
DER TOTALE SERVICE
Wir benutzen die verdiente, zweimonatige Pause hier in den Bergen von Guanojuato auch um "Ross und Reiter" fuer neue Taten wieder in Schuss zu bringen. In San Miguel ist fast alles zu Fuss zu erreichen, die Infrastruktur ist hervorragend und all die Angebote liegen auf hoechstem Niveau. Marco, Ullas Arzt zum Beispiel, spricht perfekt deutsch, ist sehr sympathisch und kümmert sich fachlich kompetent um ihren, in letzter Zeit etwas aus dem Tritt geratenen Blutdruck. Marco, verpasst uns auch noch die, fuer Suedamerika faellige Gelbfieber Impfung. Uns beeindruckt seine Ruhe, sein pragmatisches Vorgehen, die Art und Weise der Beratung und natuerlich das Resultat. Mir geht es beim Zahnarzt aehnlich! Meine Zahnspange hat das staendige "auf die Zaehne beissen", erprobte Ehemaenner wissen sicher was ich meine, nicht mehr ausgehalten und sich vor Monaten in zwei Teile zerlegt! Der junge Zahnarzt, Ricardo, hat mir hier in San Miguel nun ein neues, verstaerktes Teil angefertigt und tadellos angepasst. Meine "Beisserchen" können ab sofort wieder belastet werden! Weil jetzt doch einige Laender mit 110 V Spannung anstehen und wir unsere Batterien nicht all zu fest strapazieren wollen, bestellen wir in Amerika einen Transformer. Ein Autospengler kuemmert sich um "friiedas" indische, mittlerweile rostende Wunden, schleift, spachtelt und lackiert tagelang auf dem Campingplatz! "Friiedas" Lifting kann sich sehen lassen!

ERINNERUNG AN DAHEIM
In unmittelbarer Naehe vom Weber RV-Park ist eine der vielen Kirchen von San Miguel, die "St. Antonio". Sie ist am 12.12.2011 Mittelpunkt der  kirchlichen Feier zu Ehren der "Jungfrau von Guadalupe". Die Mexikaner feiern "El Dia de la Virgen de Guadalupe", ihren hoechsten, religioesen Feiertag zu Ehren der Schutzheiligen von Mexiko, auf ihre Weise!  Um Mitternacht beginnt der 24 stuendige Marathon mit Boellerschuessen und
die Kirchenglocken laeuten Sturm! Selbst Atheisten wird in dieser Nacht der Schlaf geraubt! Von 5 Uhr frueh bis nachts um zwoelf, wird prozessiert,
gesungen, gebetet, getanzt und lautstark musiziert. Die glaeubigen Menschen pilgern zu Fuss, zu Pferd oder, auf ueberladenen, mit Statuen der heiligen Maria geschmueckten Pickups, in die Stadt. Sie, leben und feiern Kirche anders! Sie sind gleichzeitig fromm und froehlich! Ihnen gehoert unser Respekt und trotzdem erinnert uns ihre Prozession und die Klaenge der Kapelle fest an den "Stadtner Fasnachtsumzug"!

DIE NEUE SPRACHE
Wir haben uns nun langsam aber sicher an das "Englisch" gewoehnt. Wir fuehren bescheidene Konversation, fuellen all die Formulare problemlos aus und unterhalten uns mit "Kreti und Pleti" ueber Gott und die Welt. Nun, Mexiko ist nicht nur das Land des" Tequilas und Sombreros", es ist auch das Tor zum spanischen Sprachraum. Weil wir auf unserer geplanten Tour noch ein par Pfeile im Koecher haben und diese fast alle den neuen Zungenbrecher pflegen, besuchen wir hier in San Miguel einen Sprachkurs. Wir haben Privatunterricht auf dem Campingplatz! "Friieda" wird 3 x pro Woche zum Schulzimmer, Buecher und Tabellen mit Verben liegen auf dem Tisch,  "Yadira Hernandez", unsere Lehrerin, ist geduldig und unser guter Wille ist vorhanden. Ob das reicht, wird die Zukunft zeigen! Stolpersteine sind unsere beschraenkte Auffassungsgabe und die Tatsache, dass man nur dann eine neue Sprache lernen kann, wenn man bereits eine andere beherrscht! Und genau hier, ist "unser Hund" wohl begraben!

Feliz buen ano nuevo a todos
Ulla & Kari