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FEBRUAR 2012
Der kuerzeste Monat des Jahres hat's in sich! Drei Laender, Berge, Tropenwald, bunte Voegel, imposante Maya Ruinen, Bruellaffen, charmante Ortschaften, kleine, aermliche Doerfer mit indigener Bevoelkerung und ein paar lustige Begegnungen mit Reisenden und Einheimischen sind das Fazit von "Febrero 2012".
Rund 2000 km sind es von San Cristobal in Mexiko ueber Palenque, zum guatemaltekischen Tikal, der Finca Ixobel, von Rio Dulce an die Karibik nach Livingston und dann zur Grenze nach Honduras. Das toent vielleicht ein wenig hektisch, in Wirklichkeit ist es aber eine Tour fuer Pensionaere, die gerne die ruhige Kugel schieben. San Cristobal ist huebsch. Kleine, schmucke Haeuser, eine Fussgaengerzone mit Cafés, Shops, mit vielen Touristen und mit einem authentischen Markt, fuer und mit Einheimischen aus den umliegenden Doerfern. Es ist die Farbe der Haeuser, die bunte Kleidung der indianischen Bevoelkerung, das Laecheln und die Freundlichkeit die dieses Staedtchen so sympathisch macht. Wir fuehlen uns hier auf Anhieb wohl und bleiben deshalb zwei Tage. Die Fahrt durch die Berge ist anstrengend. In unzaehligen Kurven schlaengelt sich die Strasse durch huegeliges Gelaende. Mexikanische Speedbreaker "Topos", groebere Belagsschaeden und Abschnitte mit teils gaenzlich fehlender Fahrbahn sorgen auf ueber 200 km fuer einen Schnitt von cirka 35 km/h!  Aber landschaftlich ist es traumhaft, die Gruentoene der ueppigen Vegetation, die einfachen Behausungen, die voll behangenen, bunten Waescheleinen, die ueberall herumlaufenden Kinder mit ihren schwarzen Augen und die Holz sammelnden Frauen, machen die Verspaetung auf die Marschtabelle allemal wett. "Tonina" ist eine Perle der Maya-Ruinen. Sie ist klein, fein, gut erhalten, sehr schoen gelegen und dank dem hervorragenden Museum auch fuer nicht Archaeologen eindruecklich dokumentiert. Agua Azul sind vielleicht die schoensten Kaskaden Mexikos und die Farbe der unteren Wasserlaeufe ist fantastisch. In Palenque muss man wegen den Ruinen der Mayas anhalten. Sie gehoeren zu den bedeutendsten und schoensten archaeologischen Staetten des Landes. Die Lage im Urwald ist selten und schon das dazugehoerende Museum ist ein Besuch wert. Auch der Campingplatz "Mayabell" ist empfehlenswert obwohl, die dort hausenden Bruellaffen unsere Nachtruhe stoeren. Von Palenque fahren wir ueber Tenosique etwa 180 km durch Farmland zum noch nicht so oft benuetzten Grenzuebergang  "El Ceibo". Huetten aus Bretter die den Guatemalteken auf der mexikanischen Seite als Marktstaende dienen, saeumen die letzten cirka 300 Meter vor der Grenze. Tuck-Tuck Fahrer und Parkeinweiser lauern in Scharen herum, obwohl jetzt am Abend, ueberhaupt nichts mehr los ist. Ein Besitzer einer solchen Bretterbude scheint uns serioes und vertrauenswuerdig. Wir parken bei ihm und schlagen unser Nachtlager auf. Eine Stunde spaeter ist in dem verlassenen Nest kein Mensch mehr zu sehen, es ist dunkel und absolut still. Wir schlafen in unserer letzten Nacht in Mexiko trotz des speziellen Parkplatzes, wie die Murmeltiere!
 
GRENZE
Offiziell, oeffnen die Bueros der Beamten um neun Uhr!  Einer der Herren scheint es aber nicht so genau zu nehmen und trudelt erst um 9.30 Uhr ein. Wer nun denkt, dass er die versaeumte halbe Stunde jetzt durch effizientes Werken wett macht, taeuscht. Nun, wird zuerst "Hinz und Kunz" begruesst, dann folgt der Gang zur Darmentleerung auf dem "Bano Public" mit anschliessendem Haendewaschen und auf dem Weg zurueck ins Buero, findet der soziale Typ auch noch Zeit fuer ein Schwaetzchen mit der Putzfrau! Nach ziemlich genau einer Stunde ist der Export von "Friieda" erledigt und die Ausreisestempel sind im Pass. Die Einreise, der Import von "Friieda", die Fumigation und das Geldwechseln kosten uns dann   nochmals eine Stunde auf der Seite von Guatemala!

GUATEMALA
Die ersten 100 Kilometer durch den ehemaligen Tropenwald von Peten ist ernuechternd. Ein kleiner Kulturschock begleitet uns durch die Doerfer bis kurz vor Flores. Der abgeholzte, zu Weide- und Ackerland umfunktionierte Wald, die Armut, vor allem aber auch die unglaubliche Sauerei geht uns unter die Haut. Streunende Schweine, Horden von mageren ungepflegten Hunden, im Dreck spielende, halbnackte Kleinkinder, ueberall in Massen herumliegender Muell und all die seelenruhig in Haengematten liegenden Maenner, bringen wir kaum auf die Reihe! Weil eine Schwalbe bekanntlich noch kein Fruehling macht, hoffen wir auf Besserung. Peten, der groesste Bezirk Guatemala's hat einiges zu bieten, aber seine besten Zeiten hat er wohl bereits hinter sich. Dies gilt auch fuer die weltberuehmten Mayaruinen von Tikal. Aber, sie sind immer noch bewundernswert, ein einzigartiges Zeugnis einer hochentwickelten Kultur und auf einer Guatemalareise ein "Muss". Die Mayas haben das Universum studiert, den Kalender gekannt, sie waren wunderbare Baumeister und Kunsthandwerker und sie haben, wie wir es heute noch tun, Goetter verehrt, in ihrem Namen Kriege gefuehrt und Menschen geopfert!
Die Finca Ixobel ist in der Travellerszene zu recht ein Begriff. Das von einem amerikanischen Ehepaar vor ueber 30 Jahren gekaufte, sehr schoene Anwesen suedlich von Poptun wird oekologisch und fast ausschliesslich mit indigenen Menschen betrieben. Ein idyllischer Campingplatz, einfache Zimmer, Bungalows und Baumhuetten laden die Gaeste zum Uebernachten ein, Volontiers helfen am Empfang und betreuen die Gaeste. Uns empfaengt die Slowenin "Branca". Sie erklaert uns die Hausordnung und fuehrt uns durch die heimeligen Gemeinschaftsraeume. Hier wird dem Gast vertraut. Jede/er fuehrt seine Rechnung selber, notiert seine Konsumationen und bezahlt vor der Abreise. Das Fruehstueck, Snacks oder ein Lunch bestellen die Gaeste individuell. Am Abend glaenzt die Crew der quirligen, einheimischen Frauen stets mit einem exzellenten Buffet. Beste lokale Kochkunst vorwiegend aus selbst gezogenen Produkten, essen an grossen Familientischen mit den unterschiedlichsten Menschen und die Freude der stolzen Koechinnen ueber jedes Lob, sind Gruende genug, die Finca Ixobel laenger als nur ein paar Tage zu besuchen! Hier ist die Welt noch in Ordnung!
Nach Rio Dulce, zu Bruno's schraegem Campingplatz am Wasser, begleiten uns die jungen deutschen Toni und Felix und der Zuercher Thomas mit seinem geilen Toyota Land Cruiser. Es macht richtig Spass in dieser Gesellschaft zu reisen. Wir unternehmen gemeinsam eine Bootsfahrt nach Livingston und besuchen ein Tag spaeter die, zwischen der Sierra de las Minas und dem Lago de Izabal gelegene "Agua Caliente". Mirella's Kueche ist zwar keine Reise wert, aber das Bad unter den warmen Wasserfaellen ist einfach super!  Das Departement Izabal ist das zweitgroesste Guatemala's, grenzt an die Karibik und ist wohl landschaftlich etwas vom feinsten das dieses Land zu bieten hat. Uns gefaellt das gruene gepflegte, huegelige Gebiet mit den praechtigen Weiden, den Bananen, Kakao und den Zuckerrohrplantagen. Die Gegend um den Atitlansee, Guezaltenango und die Vulkane haben wir 2004 bereits besucht als wir die Gastfreundschaft von "Donna Regula" und "Ganadero Rolf" in Cantel geniessen durften. Weil die Beiden inzwischen in die Schweiz zurueckgekehrt sind und wir die farbenfrohen Bilder, die indianische Bevoelkerung, Xela und Moser's ehemalige Heimat, so in Erinnerung behalten moechten, wie wir es damals erlebt haben, verzichten wir auf die beruehmte Schlaufe ueber Antigua und steuern der Grenze Honduras entgegen. Auf der Zufahrt zu der archaeologischen Staette "Quirigua" die am Rande einer Bananenplantage liegt muessen wir aufpassen, dass unsere "Friieda" nicht unter die Raeder der Bananen schleppenden Monster von "Del Monte", "Dole" und Konsorten geraet. Die imposanten in einer parkaehnlichen Anlage stehenden, bis zu 10 Meter hohen Stelen sind fuer uns interessant, fuer die Wenigen aber die, die Zeichen der Maya's deuten koennen, muessen sie wie ein offenes, wunderbares Buch zwischen den gigantischen Ceibas stehen. 

UNTERWEGS
Auf dem Weg nach Palenque treffen wir auf eine Gruppe pensionierte, mexikanische Lehrer/innen. Eine der Frauen stellt sich vor und erklaert uns, dass sie "Sulser" heisst und ihre Vorfahren von Oberschan sind. Waehrend wir uns kurz ueber das Dorf mit der Aussicht ins Rheintal unterhalten,  beginnen meine Waden zu "beissen", weil ich unweigerlich an den Aufstieg nach Palfries denken muss! Der schoene Uebernachtungsplatz vor der Beiz bei "Tonina" ist gratis. Die Wirtin erwartet von den Camper, dass sie bei ihr einkehren und ihre feine "Mole-Maya" auf die sie maechtig stolz ist, probieren. Wir machen das gern und weil wir uns besonders erkenntlich zeigen wollen, gehen wir am naechsten Tag sogar zu ihr zum Fruehstueck. Dass vier Tassen Kaffee, fuer Ulla Toast, Marmelade, Butter und fuer mich, Ruehrei mit Schinken und Frijoles nur cirka CHF 8.70 kosten erstaunt uns nicht besonders. Dass wir die Rechnung selber schreiben muessen weil die diensthabenden Frauen nicht schreiben koennen, macht uns dann schon etwas mehr zu schaffen. Aggressive "Ladies" begegnen uns auf der Strasse in den Bergen. Nach einer der unzaehligen Kurven, sehen wir ploetzlich eine, ueber die Strasse gespannte Leine mit Faehnchen! Ein unmissverstaendliches Zeichen zum Anhalten! Eine junge Frau stellt sich vor die Motorhaube und zwei andere machen deutlich, dass wir erst weiterfahren koennen wenn wir ihnen, von ihren unappetitlichen, frittierten Bananen etwas abkaufen oder einen freiwilligen "Obulus" an die Kommune der Bergbevoelkerung beitragen. Wir entscheiden uns fuer eine Barspende von 10.- Pesos, cirka Fr. 0.70! In Palenque lockt unser, auf dem Reserverad aufgedrucktes, unuebersehbares Schweizerkreuz, eine in Kanada lebende "Schlegel" aus Sevelen zu "Friieda". Die aufgestellte Frau ist sichtlich stolz auf ihre helvetischen Wurzeln und erzaehlt von Freunden die in Uzwil leben und von ihrem Rheintaler Grossvater. Auch uns machen solche Begegnungen immer wieder Spass, sie beruehren und erinnern!. Weil Palenque die letzte grosse Ortschaft vor der Grenze zu Guatemala ist, decken wir uns noch mit Vorrat an Antibiotika ein. Das funktioniert in Mexiko etwa wie folgt: Du holst dir von dem Arzt der sein Buero direkt neben der Apotheke hat, ein Rezept fuer 30.- Pesos, oder Fr. 2.10, gehst in das angrenzende Geschaeft und kaufst die Ware! Ruehrend ist das Gespraech mit dem kleinen Josè der in Palenque als Schuhputzer unterwegs ist. Wir sitzen in einem Strassenkaffee, und vor uns steht je ein grosser Fruchtsaft. Der kleine Geschaeftsmann sieht schnell, dass weder Ulla's Sandahlen noch meine vietnamesischen Finken fuer seine Hochglanzpomade geeignet sind. Er laesst sein Charme spielen und bittet uns hoeflich, ihm einen Drink zu offerieren. Der Junge ist zum "Fressen"! Waeren wir nicht auf Reise und schon so alt, wir haetten ihn wohl auf der Stelle adoptiert!  Er fragt, von wo kommt ihr? Antwort: Suiza! Europa! Als wir ihm klarmachen, dass das etwa 16 Stunden mit dem Flugzeug bedeutet, staunt er und fragt, seine grossen schwarzen Augen nicht ein Bruchteil einer Sekunde von mir abwendend, bist du zur Schule gegangen? Kannst du lesen? Ich sage ja klar. Dann zeigt er auf Ulla und fragt: Sie, sie auch? Denner's witzige Werber haben halt doch recht, uns geht es tatsaechlich "ein Lydl besser"!

Herzlichst grüssen
Ulla & Kari