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DAS GASTLAND HONDURAS
Das vom Pazifik und der Karibik flankierte Land mit den Nachbarn Guatemala, El Salvador und Nicaragua ist eines der aermsten Laender in diesem Teil der Erde! Hohe Arbeitslosigkeit draengt ein Drittel der Bevoelkerung ins Abseits, saisonale Gelegenheitsjobs wie Kaffee pfluecken, Tabak ernten oder Einsaetze auf Gemueseplantagen fuer ein Tageslohn von cirka 8.- US-Dollar, machen die jungen Maenner auch nicht reich und der spuerbare Klimawandel trifft die Aermsten sowieso an ihrer schwaechsten Stelle. Von der Exportwirtschaft profitiert nur eine kleine Mittelschicht in vorwiegend staedtischen Agglomerationen und ihr lautes Verlangen nach Importgueter fuehrt zu einem immensen Aussenhandelsdefizit das nur dank riesiger Ueberweisungen einiger Exilhonduraner an ihre, in der Heimat gebliebenen Familien verbessert wird! Weil staatliche Gelder oft am Volk vorbei, in die Taschen von hohen Beamten fliessen sind diese auch nicht bereit die "Vetterliwirtschaft" und die Korruption zu bekaempfen. Nur die duemmsten Kaelber, waehlen ihre Metzger selber!
Auf den ersten Blick und mit der "Westlerbrille" betrachtet, scheint das ziemlich happig! Allerdings haben wir auf unserer "Altleutefahrt" in den vergangenen Jahren schon des oeftern erlebt, dass Lebensstandard nicht gleich Lebensqualitaet ist. Ist nicht der Dollar, sondern eine, trotz widriger Umstaende mehr oder weniger funktionierende, soziale Gesellschaft, die Zufriedenheit, die Freundlichkeit und das sympathische "Laisse faire"  die Messlatte für Wohlstand, muessen wir unsere Lehrplaene schleunigst umschreiben! Wer durch die Strassen von Honduras geht wird feststellen, dass hier sehr viel und herzlich gelacht wird und die vielen kleinen "Callas und Caruso" brauchen weder Publikum noch Buehne fuer ihre erfrischenden Gesangseinlagen!

OHNE MAIS KEIN PREIS
Reis, Bohnen und Mais sind die Grundnahrungsmittel der honduranischen Bevoelkerung. Schon zum Fruehstueck werden die guenstigen "Frijoles" in Form von Bohnenmus und dem obligaten Koerbchen mit warmen Maistortillas, gerne zu Ruehr- oder Spiegelei serviert. Fleissige um jeden Lempira kaempfende Frauen bieten in ihren Kleinstunternehmen an jeder Strassenecke oder auf Maerkten ihre Produkte aus Hof und Garten an, grillieren auf Plaza's oder kochen im eigenen kleinen "Beizli", dem sogenannten "Comedor" fuer ihre Gaeste. Ob man sich fuer "Baleadas", das sind hondurianische Tortillas die mit Kaese, Bohnen und  Fleisch gefuellt sind, oder fuer "Pupusas", dicke mit Fleisch, Kaese und Bohnen gefuellte Tortillas entscheidet, Mais und Frijoles sind immer in irgendeiner Form dabei. "Tamales" ist ein Gericht aus Maismehl das mit, oder ohne Fleisch in Bananenblaetter eingewickelt und den hungrigen Maeulern warm offeriert wird. Natuerlich wird auch in Honduras nicht mit Chilli gespart. Sauer eingelegte Chillischoten gehoeren genauso wie pikante Saucen und Maistortillas zu jeder Mahlzeit und wer Lust und etwas Mut hat, kann in den Comedores auch eine Suppe bestellen! Der Nachtisch ist in Honduras suess und wie koennte es auch anders sein, ebenfalls aus Maismehl. Er wird "Atol dulce" genannt.

DAS EXPERIMENT SCHULE
Weil auf dem Weg in den Sueden nun nur noch Spanisch gesprochen wird und reisen einfach viel mehr Spass macht wenn man mit den Menschen sprechen kann, haben wir uns entschieden, nochmals die Schulbank zu druecken. Die Sprachschule Ixpalangue im honduranischen Copan Ruinas hat uns deshalb fuer vier Wochen beherbergt. Taeglich 4 Stunden Einzelunterricht! Im AHV-Alter von 8.00 - 12.00 Uhr allein, Ulla mit ihrem Lehrer "Edwin" und ich mit meiner Lehrerin "Ada" im Kaemmerchen, ist Schwerarbeit! Verben, Substantive, Zeiten, Regeln, Exceptiones, Synonimios und vieles mehr prasselt unaufhaltsam auf uns ein.  An den Nachmittagen und am Wochenende versuchen wir unsere Speicher zu fuellen und Ordnung in das unvorstellbare Durcheinander in unseren Koepfen zu bringen. Hochs und Tiefs begleiten uns durch diese Tage die per Saldo aber Spass machen! Ada lockert den grammatikalischen Pflichtteil ab und zu mit sehr informativen Konversationseinlagen ueber Land und Leute auf. So erfahre ich, dass Lehrer/innen hier in oeffentlichen Schulen 80-90 Kinder zu unterrichten haben und dafuer pro Monat etwa 400.- CHF erhalten! Ich weiss jetzt auch, dass es zwei grosse Parteien im Land gibt, wobei die vom Volk gewaehlte "Clique" jeweils fuer 4 Jahre regiert und in dieser Zeit den Kuchen "munter" unter sich aufteilt! Wenn mich "Ada" nicht gerade mit dem richtigen Gebrauch vom "Imperfecto oder dem Indefinido" quaelt oder auf dem "Gerundio" herumhackt, ist sie ganz nett!  Sie erzaehlt von daheim, dem Ehemann und den Kindern, erklaert mir jeden Schritt vom Maiskolben bis zum "Tamales" oder gibt mir Einsicht in das religioese Leben der Menschen. Ullas "Edwin" ist ein junger Lehrer, ein Naturfreund und Student der Psychologie. Weil auch er bei jedem Vogelgezwitscher aus dem Fenster schaut ist bei den beiden das Thema der auflockernden Konversation meist gegeben. Sie reden ueber fremde Laender, seltene Tiere oder sie versuchen Saetze ueber einheimische Pflanzen zu bilden.
Es war hart, aber es hat Spass und uns vielleicht doch ein wenig gescheiter gemacht! Denn jetzt ziehen wir den Hut vor Mohamed und seinen Freunden aus Anatolien die, nach einem halben Jahr Schweiz bereits, "Pass uf, ig scho weiss wo dini Hus wohne" sagen konnen!

REISENDE UNTERWEGS
Swantje und Stefan aus Deutschland haben wir schon in Mexiko und Guatemala getroffen und nun besuchen uns die beiden in Copan Ruinas. Ihr Besuch tut uns gut. Es ist auch unterwegs immer schoen, bekannte Gesichter zu treffen und zudem lockert ihre Visite unsere Schularbeit auf und bringt uns auf andere Gedanken. Auf einem Spaziergang durch das Staedtchen begegnen wir Gaby und Dieter. Sie sind erfahrene Traveller und interessante Gespraechspartner. Bleibt zu hoffen, dass wir die sympathischen "Backpacker" irgendwann wieder treffen. Petra und Klaus sind gut motorisiert, 4x4 und mit einer feinen Kabine auf ihrem Toyota auch schon laengere Zeit unterwegs. Wir sind uns in Guatemala schon ein paar Mal ueber den Weg gelaufen und sehen uns hier in Copan wieder.  Noch Tagen der Einsamkeit sind solche Begegnungen immer toll, wir tauschen Daten und Erfahrungen aus und quatschen auch gern einfach nur ein wenig. Die Baselbieter Elsbeth und Paul besuchen uns in Copan Ruinas. Elsbeth, ist die Frau mit den Haegendorfer Wurzeln und ihr Mann ist "Pablo". "Loewe" Paul fuehrt bestimmt das groesste Ersatzteillager und die kompletteste Einrichtung mit sich die je ueber die, so viel befahrene Panamericana chauffiert wurde. Im Stauraum seines Womos stapeln sich beschriftete Kisten, mit Lagerlisten und als Hobbybuchhalter fuehrt er selbst im Urwald Buch. Pablo ist bestimmt auch der erste "Garagist", der ein Arztkoffer mit Naehzeug und Spritzen an Bord hat. Paul druckt, backt, loetet, flickt und kocht und weil er immer ein paar vaterlaendische Sprueche auf Lager hat, taugt er sogar als 1. August-Redner!

63 JAHRE ULLA
Am Nachmittag des 22.03. 2012 nehmen wir an einem, von unserer Sprachschule organisierten Ausflug teil. Als wir zu "friieda" zurueckkehren ist sie dekoriert,   beschriftet, mit Ballonen geschmueckt, ein kleines Buffet mit Spezialitaeten vom Ort steht bereit und sowohl die Schulleitung als auch die Lehrerinnen singen in den hoechsten Toenen zu Ulla's "Cumpleanos". Es war ein ruehrender, herzlicher Empfang, ein schoener Abend und ein bleibendes Erlebnis. "Muchos grazias"
Als positiv denkende Menschen, versuchen wir auch solch hohen Geburtstagen etwas positives abzugewinnen und nehmen die neue Tatsache als Aufhaenger fuer unser Sicherheitskonzept. Weil mehrheitlich junge Maenner an Ueberfaellen beteiligt sind, steht jetzt an unserer Hecktuere: "63 jaehrige Frau an Bord"!

Schmunzelnd grüssen
Ulla & Kari