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NICARAGUA
In 5 Tagen, 400 km, 3 Stellplaetze, 2 schoene Staedte und ein paar tolle Begegnungen. So, koennte man unseren Transit durch Nicaragua zusammenfassen.  
In Nicaragua ist man, wenn auf ordentliche Siedlungen, fuerchterliche Verschlaege folgen in denen die aermsten der Armen wohnen, wenn ein Fahrgast aus dem fahrenden Bus pinkelt, wenn bunte Waesche am Stacheldrahtzaun zum Trocknen ausgelegt wird, wenn ploetzlich ein Teil der Strasse fehlt weil sie vom Regen weggespuelt wurde, wenn jungendliche Randalierer mitten in der Stadt die Strasse sperren, Autopneus verbrennen und faustgrosse Steine durch die Gegend werfen. In Nicaragua ist man aber auch, wenn eine wunderschoene Passstrasse durch Foehrenwaelder fuehrt und man nicht mehr weiss ob man auf dem Ofenpass unterwegs ist, oder wenn man vom Charme einer Kolonialstadt wie Leon oder Granada foermlich "eingelullt" wird.
Zwei Naechte steht "friieda" in einer Seitenstrasse vor dem Best Western im Schutz des Hotelwachtmannes! Wir laufen durch die Gassen der farbenfrohen Stadt mit der etwas heruntergekommenen, aber immer noch stolzen Kathedrale, sitzen am Plaza und beobachten die Menschen. Aus einer Ecke des Platzes kommt Musik und eine gewaltige Frauenstimme beherrscht sofort die Szene. Lustvolle, spontane Auftritte dieser Art sind hier an der Tagesordnung. Sie passen zu den Menschen die ihre Haeuser so bunt und farbenfroh anmalen und fuer etwas, das wir nervoes und in Nulltime erledigen, stundenlang geduldig, schwatzend und lachend in der Schlange stehen! Wir verlassen Nicaragua zwar vor der "semana santa" an der aus gefaerbtem Saegemehl kilometerlange Heiligenbilder auf die Strassen gezaubert werden und Tausende die Prozessionen begleiten. Aber wir erhalten am Palmsonntag in Granada ein wenig Einblick in das religioese Leben dieser Menschen. Weil wir auch hier zwei Naechte am zentralen Plaza stehen dem Treiben zusehen und mit der Frau, die uns zu duennen Kaffee, zu teuer verkauft, ein bisschen plaudern, uns zu einem aelteren Mann auf die Bank setzen und Konversation versuchen oder, weil wir einem Knaben der sich nur von Essensresten der Touris ueber Wasser haelt, in einem "Beizli" eine kleine Mahlzeit offerieren, spuehren wir Granada ein bisschen und werden es auch gut in Erinnerung behalten.

COSTA RICA
Wer auf kleinem Raum, Nebelwaelder, aktive Vulkane, wunderschoene Seen, traumhafte Huegellandschaften, unzaehlige Nationalparks, viel Touristenrummel, eine vielfaeltige Tier- und Pflanzenwelt oder einfach, noch existierende Perlen der Natur sucht, der sollte Costa Rica als Reiseziel in Betracht ziehen. Die ganz feinen Dinge sind aber meist nur mit dem Boot, dem Flugzeug oder durch gefuehrte 4x4 Touren und relativ teuer erreichbar!
Dass es aber auch noch anders geht, beweisen Agi & Guido aus Gossau mit ihrer Finca Canas Castilla unweit der Grenze zu Nicaragua. Eine Naturstrasse fuehrt zu dem 65 Hektaren Heimetli am Bach. Eine kleine Laube dient als Restaurant, die drei gepflegten Bungalows sind gefuehlvoll in die Natur integriert und den Campern steht das wohl schoenste WC/Dusche Haeuschen von ganz Mittelamerika zur Verfuegung! Bei Agi & Guido ist es aber auch so schoen, weil sie selber die Natur und die Tiere lieben und ihre Begeisterung und Freude an ihrem Paradies sich automatisch auf ihre Gaeste uebertraegt. Bruell- und Spideraffen, klettern durch die Baeume, riesige Leguane sonnen sich auf Astgabeln und auch die Faultiere lassen sich von den Gaesten der Finca nicht stoeren. Dass sich hier auch diverse Vogelarten wohlfuehlen, versteht sich von selbst. Wir sind tief beeindruckt, der Feldstecher wird zu unserem staendigen Begleiter und die "Knipserei" hat fast kein Ende! Die Finca Canas Castilla ist ein Highlight, sie erhaelt von uns im Rating 5 Sterne! Nach 10 Tagen verabschieden wir uns von unseren Gastgebern und gehen an den "Playa del Coco" einer der zahlreichen Straende am Pazifik. Es ist schoen hier, wir stehen frei, direkt am Beach aber das beruehmte Strandfeeling kommt nicht auf. Am naechsten Tag starten wir das Experiment Palo Verde. Ein Nationalpark der uns von anderen Reisenden sehr empfohlen wurde. Allerdings hat uns niemand gesagt, dass die 20 Kilometer lange Schotterstrasse in einem himmeltraurigen Zustand ist und "friieda" auf das
Aeusserste fordert. Sie hat uns denn auch, die ihr zugefuehrte Qual, prompt mit einem Plattfuss heimbezahlt! Etwas schonender ging es spaeter in die Gegend des Arenal Sees. "Los Heroes" ist ein 200 Hektaren Anwesen am See, in einer huegeligen, unbeschreiblich schoenen Landschaft mit Blick zum Vulkan Arenal. Beim Eingangstor flattert die Schweizerfahne, und auf einer Tafel steht unuebersehbar "Gruezi". Staelle, ein Hotel mit Restaurant wie im Berneroberland, eine Kapelle, ja sogar eine Bergbahn und ein Drehrestaurant zieren das Gelaende. Der Besitzer entpfaengt uns persoenlich und freut sich, dass wir bei ihm auf dem Parkplatz uebernachten wollen. Der "Aebi" Generalvertreter und Grossbauer offeriert uns die Benuetzung des Pools, der Duschen und WC-Anlagen spontan und freund-eidgenoessisch zum Nulltarif. Die "Roesti" ist zwar nicht wie im Oberland aber die dezenten Klaenge eines Alphorns und die Glocken der Kapelle lassen bei uns tatsaechlich ein wenig Heimatgefuehl aufkommen. Beim Fruehstueck besucht uns ein Tukan, Kolibris "surren" um uns und auf dem nachmittaeglichen Spaziergang begegnen uns weitere unbekannte, farbenpraechtige Exemplare der fliegenden Gattung! Mit seinen Strassen kann Costa Rica zwar nicht prahlen, aber die Landschaft, die Tierwelt und insbesondere die Voegel sind hitverdaechtig! Sie sind farbenfroh, selten schoen koloriert und ihre Farben sind von einer bisher nicht gesehenen Brillanz.
Eine weitere Attraktion unseres Gastlandes sind seine Vulkane. Der beruehmte Arenal ist zwar seit etwa zwei Jahren nicht mehr aktiv und das bei Touris einst beliebte naechtliche Schauspiel fliessender Lava, gehoert der Vergangenheit an. Aber die imposanten Krater des "Poas" und des "Irazu" entschaedigen uns vollends. Wir fahren jeweils am Nachmittag zu den Eingaengen der Parks und uebernachten im Falle vom Irazu sogar auf 3240 Meter ueber Meer, frei und ganz allein. Die Sicht in die massiven Krater mit den gruenen Seen ist am fruehen Morgen einfach ueberwaeltigend. Es ist wieder einmal etwas Neues!
Costa Rica ist uns gut gesinnt, es hat uns schon viel Freude bereitet und deshalb stoppen wir am Cerro de la Muerte bei der Mirador de Quetzal-Lodge und buchen fuer fruehmorgens eine Quetzal-Tour. Der "Goettervogel" hat schon die Mayas fasziniert, der Aztekenherscher hat sich mit seinen Federn geschmueckt und Guatemala hat seine Landeswaehrung nach ihm benannt. Heute kommt der scheue Schoenling fast nur noch in den schwer zugaenglichen Nebelwaeldern Costa Rica's vor. Wir haben uns ein hohes Ziel gesetzt, aber unser Guide ist hartnaeckig, er geht vorsichtig durch den imposanten Primaerwald auf 3000 Meter ueber Meer, versucht den seltenen Vogel mit imitierten Lockrufen zu orten und tatsaechlich, nach gut drei Stunden geduldiger Arbeit haben wir einen jungen "Macho" vor der Linse! Der Junge ist zwar nicht zum Fotoshooting aufgelegt und zeigt sich nur kurz aber, es ist trotzdem ein fantastisches, ein grossartiges Erlebnis, das selbst der geuebte Kenner der Szene mit "muy suerte" und einem zufriedenen Laecheln quittiert.
Gut gelaunt, geht es von den Bergen an die Kueste. In Bahia Uvita finden wir ein feines Plaetzchen in Strandnaehe, erledigen Putz- und Schreibarbeit, lesen
machen kleine Strandspaziergaenge, Ulle waescht und ich mache "auf Geheiss" Schraubenkontrolle! In Ojochal stehen wir bei Stefan. Seine Finca de Tortuga ist ein ganz spezielles "Hoeckli" und seine exakte Beschreibung der Stadtner Seestrasse, insbesondere der Gegend um die Soldatenstube ueberrascht und beweist uns, dass er sich dort tatsaechlich auskennt. Rincon ist ein traumhaftes Plaetzchen am Golfo Dulce im Sueden Costa Rica's. Weil die Trockenzeit vorbei und diese Gegend bekannt ist fuer die hohen Niederschlagswerte, ziehen hier nach schoenen, heissen Morgenstunden nun taeglich heftige Gewitter vorbei, die Rinnsale in Kuerze in reissende Baeche verwandeln!

GEMISCHTE MELDUNGEN
Zurueck vom Poas, erreicht uns in Alajuela die traurige Nachricht, dass Toni und Felix, liebe Reisefreunde die wir in Guatemala kennengelernt haben, am Lago de Yojoa in Honduras, von fuenf jungen, bewaffneten Maennern ueberfallen und ausgeraubt wurden. Hier erreicht uns aber auch ein Mail mit der erfreulichen, in der Traveller Szene herumgeisternden Geschichte einer geplanten Faehre zwischen Panama und Kolumbien. Falls diese Geschichte stimmt, koennen Reisende ab Mitte Mai den Teich nicht nur billiger, sondern auch schneller und viel einfacher ueberqueren! Die Spannung bleibt, wir warten auf News!
Hier, in Alajuela kuemmern wir uns auch um die noch fehlende "Gelbfieber" Impfung. Wir fahren vor das erstbeste Spital und stellen uns auf anraten der Dame am Empfang in die Kolonne vor dem Emergency Schalter! Nach 45 Minuten werden wir vorgelassen und der junge Arzt erklaert uns, dass solche Dinge hier, in fast jeder Apotheke erledigt werden und gibt uns auch gleich eine gescheite Adresse. Ab durch die Stadt, zwei Blocks geradeaus, drei Blocks links und wir sehen das moderne Einkaufscenter mit der Apotheke. Es ist schon ein wenig komisch mit unserem Spanisch eine Impfung zu bestellen, aber die Frau Doktor reagiert prompt auf das Stichwort Argentinien und kann spaeter ein Laecheln nicht unterdruecken als sie sieht, dass ich vor der entscheidenden Injektion noch schnell die Verpackungsschachtel kontrolliere. Der Gang zum Gesundheitsministerium ist eher eine humoristische Einlage, aber der Stempel der uns hier auf unsere Papiere gedrueckt wird, ist in Costa Rica eben Pflicht!
Allen Frauenrechtlerinnen zum Trotz, es gibt noch Dinge die nur Maenner haben koennen! Ich erklaere der Aerztin mein Problem und dann werde ich innerhalb eines Tages unkompliziert, und unbuerokratisch vom Ultraschall zum Urologen und in ein Labor fuer Bluttests durchgereicht. Die einzelnen Stellen sind zwar alle im Zentrum aber die Laufarbeit von Praxis zu Praxis muessen wir selber erledigen. Fazit: Nach drei Tagen erreicht uns ein Mail in dem steht, dass die Tests in Ordnung sind, dass meine Prostata es aber definitiv satt hat, weiterhin unbeachtet ihre Dienste zu leisten. Nun, sie hat lange und geduldig um Aufmerksamkeit gekaempft und wird deshalb ab sofort, taeglich mit einer Pille belohnt!

Aus dem Land des "Goettervogels" gruessen herzlich
Ulla & Kari