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IN PANAMA
sagte er, "ist alles viel schoener, weisst du. Denn Panama riecht von oben bis unten nach Bananen. Panama ist das Land unserer Traeume, Tiger. Wir muessen sofort morgen nach Panama..:"  Janosch
Das am suedoestlichen Zipfel der zentralamerikanischen Landzunge gelegene Panama grenzt im Westen an Costa Rica, im Osten an Kolumbien im Sueden an den Pazifik und im Norden an die Karibik. Die markante cirka 300 km lange Zentralkordillere mit ihren Erhebungen von bis zu 3500 m im Westen sowie der flachere, nordoestliche Gebirgsbogen bilden auch die kontinentale Wasserscheide. An ihren Haengen gedeihen vor allem Zitrusfruechte und ein aromatischer Kaffee. Am Pazifik liegen die Traumstraende "Las Lajas" und der wohl schoenste, weisse Palmenstrand in dieser Hemisphaere, der "Playa Santa Clara". Kein Wunder also, dass wir hier bei den uns stets winkenden, freundlich gruessenden Menschen ein wenig haengenbleiben! Wir fuehlen uns in Panama auf Anhieb wohl. Das nicht sehr dicht bevoelkerte Land macht einen aufgeraeumten, sauberen Eindruck, die huebschen kleinen Haeuser sind nicht wie in Mittelamerika ueblich, hinter Zaeunen und Gitter versteckt, sondern saeumen friedlich die Strassen und geben uns "Gwundrigen" Einblick in Stube und Haengematte! Obwohl
Janosch recht hat wenn er sagt: "Oh, wie schoen ist Panama", ist dieses Land fuer uns Reisende auch ein Arbeitsort! Zwischen Panama und Kolumbien fehlen etwa 100 km Strasse und deshalb muessen wir den "Darién" umschiffen.  

DIE ARBEIT
Auf einer Reise in den Sueden gibt es also nicht nur Traeumereien und "dolce far niente" es gilt auch Hindernisse zu ueberwinden, die Zeit und gelegentlich sogar Nerven kosten. So muessen wir die Verschiffung um den "Darién" von Panama nach Kolumbien organisieren. Es ist zwar zwischen den beiden Laendern eine Faehre geplant die, die Traveller-Szene schwer beschaeftigt und fuer wilde Spekulationen sorgt. Weil die Realisation wohl noch eine Weile auf sich warten laesst, entscheiden wir uns fuer die konventionelle Verschiffung. Dies verursacht zwar hoehere Kosten und viel Arbeit aber, unser Altersausflug steht ja nicht unter dem Motto "Geiz ist geil" und irgend jemand muss der letzte "Mohikaner" sein, der Suedamerika nach "alter Vaeter Sitte" ansteuert. 
Nach mehreren E-Mails und Verschiebungsdaten, kommt endlich das Aufgebot zum Einruecken! Wir fahren "Friieda" nach Panama City, ueberqueren erstmals den Panamakanal und parken wie die meisten Traveller vor dem "Balboa Yacht Club". Am anderen Tag schleppt uns Amy, sie ist unsere Agentin, durch die Bueros einiger Behoerden, beantragt die Ausfuhrpapiere und eine technische Kontrolle fuer "Friieda". Der junge Beamte merkt, dass Papiere und Autonummer nicht identisch sind und verlangt eine Korrektur auf dem, einige Blocks entfernten Zollamt. Aber auch das schafft Amy mit ihren schoenen Augen und der sehenswerten Koerbchengroesse locker. Es wird gequatscht, gestempelt, gebloedelt und am Schluss des Marathons erhalten wir nicht etwa ein Preisgeld, sondern nur eine Ausfuhrbewilligung und muessen fuer "mucho trabajo" sogar noch die Kreditkarte zuecken!
Dann bleibt uns noch die Fahrt in den 80 km von Panama entfernten Hafen von Colon und wieder ein etwa 3-stuendiger Hindernislauf durch Bueros fuer ein paar Stempel und Papiere. Es folgt eine Kontrolle, die obligate Fumigation und anschliessend fahren wir zwischen hunderten, hoch gestapelter Container und riesigen Kranbahnen, vorbei an Hubstapler, Sattelschlepper und mit Sicherheitsschuhen und Helmen ausgeruesteten Arbeiter und uebergeben "Friieda" einem Mann der uns versichert, gut auf sie aufzupassen. Nun, was fuer ihn Routine ist, ist fuer uns ein harter Abschied, ein ungewisser Schritt bei dem uns nur die Hoffnung bleibt, unser fahrendes Zuhause in ein paar Tagen in Cartagena "in alter Frische" wieder in Empfang nehmen zu koennen.
Weil die Schotterstrasse zum Palo Verde, uns ein fast neuer Hinterreifen derart uebel verletzt hat, dass er nicht mehr zu reparieren ist, muessen wir uns in der Hauptstadt am Isthmus nach Ersatz umsehen. Auf der Suche nach zwei neuen Reifen, einer Starter-Batterie, sowie Luft- und Oelfilter vertrauen wir voll der sprechenden "Lady" im GPS. Am Ende der Suchaktion haben wir zwar nur eine neue Batterie, sind voellig kaputt aber doch ein wenig stolz, dass wir auch das wieder geschafft haben. Wer mit dem eigenen Auto in Panama Stadt schon eine Einkaufstour gemacht hat wird das verstehen! Denn, das Chaos, der Zustand der Strassen, die fehlenden Schilder und die Draengerei sind einmalig! Das fuehrt aber auch zu herrlichen Szenen. Ein Taxifahrer ruft uns zu. "hi suiza, nice car"
Eine halbe Stunde spaeter, an einer anderen, voellig verstopften Kreuzung, laechelt uns das gleiche, strahlende Gesicht aus seinem alten, gelben Taxi wieder entgegen. Er winkt, haelt den Daumen nach oben und ruft: "enjoy Panama, Panama is the best country in the world". Dieser Mann hat in der letzen Stunde keine zwei Dollar verdient, sieht taeglich das noble Zentrum und das Elend der Aussenquartiere, atmet staendig schlechte Luft ein und ist trotzdem froehlich und zudem stolz auf seine Nation. Und wir, was sagen wir wenn wir vom Jungfraujoch wieder auf der kleinen Scheidegg sind? Na ja, es ist teuer, es hat viel Schnee und zu viel Japaner!

DER KANAL
Wohl selten wurde eine Landschaft durch ein Bauwerk so stark veraendert wie die schmale Landzunge Panama's. Ein gewaltiger ungefaehr 80 km langer Schnitt durchs Land, in der Mitte ein etwa 60 km langer Stausee der 26 m ueber dem Meeresspiegel liegt und auf beiden Seiten des Sees helfen den Schiffen je drei gewaltige Schleusen den Niveauunterschied zu ueberwinden.
An einem unserer freien Tage, vor "Friieda's" Abgabe, besuchen wir die Miraflores Schleusen mit Besucherzentrum, Museum und Filmvorfuehrung. Wir sind keine Technikfans und haben viele Zahlen die wir ueber dieses beeindruckende Bauwerk gehoert haben, kurze Zeit spaeter wieder vergessen. Aber die Einfahrt eines fast 300 m langen Schiffes mit etwa 4000 Container, in denen je zwei grosse Offroader verstaut sein koennen bleibt, wie ein paar Zahlen sogar bei uns haengen. Das Unternehmen beschaeftigt etwa 7500 Menschen, laeuft rund um die Uhr, schleust taeglich 35-40 Schiffe und hat Tageseinnahmen von 50-60 Millionen Dollar. Es ist einfach super so etwas sehen zu duerfen! Wir sind schwer beeindruckt, sehen uns noch eine Einfahrt an, dann noch eine und dann noch eine und verlassen das Gelaende erst, als uns der Wachmann freundlich darauf hinweist, dass die Besuchertribuehne nun geschlossen wird.

KOLUMBIEN
Am 19.05. fliegen wir von Panama ueber Bogota nach Cartagena. Kolumbien empfaengt uns auf seine Weise! In Bogota hat der Anschlussflieger mehr als eine Stunde Verspaetung, "Friieda" kommt vier Tage zu spaet an und das von uns gebuchte Hotel hat im Internet auch viel besser ausgesehen als es tatsaechlich ist. Aber es liegt am Rand der Altstadt und die Aussicht von unserem Zimmer im 10. Stock entschaedigt ein wenig. Weil wir die Fracht nicht, wie in Panama üblich "cash" bezahlt haben, muss uns unsere Basis mit einer Topleistung aus der Patsche helfen und eine prompte Zahlung aus dem Ausland veranlassen.   Ohne Marianne und Heini, waere "Friieda" wohl immer noch in Cartagena's Hafen hinter Gitter denn hier gilt, was wir nicht wussten, ohne Kohle, keine Ware! Danke Basis, das war knapp aber super! Wir kontaktieren unseren Agenten und waehrend wir auf Instruktionen und die Ankunft von "Friieda" sowie der Zahlung warten, lassen wir uns von Cartagena de Indias das seit 1984 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehoert, verzaubern. Die hinter einer 11 km langen Stadtmauer liegende Altstadt wird nicht zu Unrecht auch die "Perle der Karibik" genannt. Wir schlendern stundenlang, vergnuegt durch die Gassen und fotografieren was das Zeug haelt! Teure Shops, edle Cafe's, Boutiquen und Nobelherbergen der obersten Preisklasse schoen verpackt in den alten, mit Blumen geschmueckten Gebaeuden, unzaehlige Strassenverkaeufer, kleine belebte Parks, Pferdekutschen die Touris durch die Gassen fahren und vor allem wunderschoene Balkone praegen das Bild dieser sehenswerten Stadt. Allerdings, ist auch hier wie so oft auf dieser Welt, Reichtum und Armut sowie Macht und Hoffnungslosigkeit ganz nahe beieinander. "Mickrige" 500 m trennen Obdachlose und Hotels in denen Menschen fuer eine einzige Uebernachtung 500 US $ ausgeben, die Zentren sind bewacht, das Quartier jenseits der Strasse jedoch, der Selbstjustiz ueberlassen! Aber, wir wollen nicht Kolumbien veraendern, wir wollen uns hier nur Cartagena ansehen und auf "Friieda" warten.
Ueber "Cartagena de Indias" steht in unsrem Reisefuehrer: Die fuenftgroesste Stadt Kolumbiens ist aelter und schoener als ihre Schwestern. Sie ist stets heiss, sinnlich, romantisch, geheimnisvoll, schminkt sich in kraeftigen Farben, steckt sich betoerende Blueten auf und sie liebt das ausgelassene Feiern ebenso wie den Atem des Meeres und die magische Stille karibischer Naechte.
 
Aus Kolumbien gruessen herzlich 
Ulla & Kari