WELTREISE

HOME WIR ROUTE INFO BERICHTE KONTAKT LINKS
   


















ALLE  BERICHTE


ALLE BILDER





 

KOLUMBIEN
Es ist groesser als Frankreich, Spanien und Portugal zusammen, es ist die Heimat fuer 46 Millionen Menschen und weil es von den Amis noch nicht versaut ist, ist es echt, sympathisch und liebenswert. Hier saeumen weder "for sale", noch "se vende" oder "remax" Plakate die Strassen, hier sind Starbucks und Mac Donalds nicht omnipraesent, hier dominiert die Schoenheit der Landschaft und die Herzlichkeit der Menschen. Kolumbien ist in mancher Hinsicht ein Land der Gegensaetze. Der kuehle Pazifik, die laue Karibik, die saftig gruenen, fruchtbaren Berghaenge des Nordwestens und die kargen, geheimnisvollen Wuesten im Suedosten gehoeren ebenso zu Kolumbien, wie die Vielfalt seiner Bewohner und das lukrative Geschaeft mit den Drogen. Tragen in Cartagena die mehrheitlich dunkelhaeutigen Ladys ihre breiten Hueften und grosszuegigen Dekolletés in Designerklamotten durch die Gassen, gehen im zentralen Hochland eher kleine, hellhaeutige Menschen im "C&A-Look" ueber die Strasse. Waehrend die Mehrheit in unverputzten, eng und wild ineinander geschachtelten Backsteinhaeusern haust, logieren die Reichen an bevorzugten Wohnlagen in Villen von Stararchitekten und der schlechte Ruf des Landes steht genau so quer und kontrastreich in der Landschaft wie die tatsaechliche Sicherheitslage entlang der Hauptverkehrsachsen. Das einzige Risiko in Kolumbien besteht darin, dass du fuer immer hier bleiben willst! Kolumbien ist noch ein Geheimtyp! Wir sind begeistert, hier macht reisen Spass!

UNTERWEGS
Irgendwo hinter uns ist der Zuercher Thomas mit seinem silbernen Mercedes G8, dem gelben Dachzelt und den geilen Felgen unterwegs. Wir haben den allein reisenden Fünfziger in Panama kennengelernt und in Cartagena wieder getroffen. Thomas ist die Ruhe in Person und eine sehr angenehme Reisebekanntschaft.
Wir sind in E-Mail Kontakt und werden uns auf dem Weg in den Sueden bestimmt wieder treffen. Unsere ersten Tage auf Kolumbiens Strassen sind gepraegt von "ah... und oh...". Die majestaetischen Blicke von Hochebenen auf 2500 Meter ueber Meer an die saftig gruenen Haenge der vor uns liegenden, gigantischen Taeler, mit Orangenhaine, Kaffeeplantagen und Gemuesekulturen sind unbeschreiblich schoen, sie sind Nahrung fuer Leib und Seele! In dem kleinen Restaurant auf der Passhoehe praepariert die Koechin ihre Spezialitaeten am blitzblanken Herd vor den Augen ihrer Gaeste, die modernen Sanitaeranlagen sind sauber und die Bedienung sehr freundlich. Vielleicht sollte "Hotelleriesuisse" gelegentlich ein Bildungsurlaub in Kolumbien ins Auge fassen! Ob wir unterwegs auf 24 h geoeffneten Tankstellen oder vor Hotels uebernachten, wir werden immer sehr freundlich empfangen und nicht selten beschenkt. Beim "Hospedaje Mamatina"  nahe den "Termales de Santa Rosa de Caban" offeriert uns der Chef persoenlich sein Hotelparkplatz als Uebernachtunggsplatz und laedt uns gleich noch zu einem Kaffee ein. In der 2,5 Millionen Stadt Medellin bedankt sich ein Mann, den wir nach dem Weg fragen, dass wir ihn um Auskunft gebeten haben und Polizisten winken uns und gruessen mit nach oben gestrecktem Daumen! In Sincelejo lacht uns Uli aus Windisch aus dem fahrenden Auto entgegen und am Rotlicht in Pereira klopft ein Mann aus Lausanne an die Scheibe. "Friieda" faellt auf, sie ist Blickfang fuer die hier seltenen Auslaender und eine Raritaet fuer die Einheimischen die sie "casa rolante" nennen. In Cerritos, suedlich von Pereira goennen wir ihr in der oertlichen Mercedes Garage fuer 240.- US $ ein Wellness-Nachmittag. Sie erhaelt frisches synthetisches Mobil 15-40, je ein neuer Diesel, Oel und Luftfilter und wird am Compi auf Herz und Niere geprüft! Sie ist auch hier der Star, sticht die Nobelmodelle aus und zieht saemtliche Blicke auf sich!
Am Lago de Calima lassen wir uns einige Tage nieder. Der kleine Campingplatz am Stausee liegt sehr schoen und erinnert an daheim. Das, hat der Schweizer der unweit von hier, am Hang ueber dem Lago, ein "Chalet Suisse" aufgestellt hat, sich wohl auch gedacht. Weil Ullas Selbstvertrauen mit zunehmendem Alter und Reisedauer stetig waechst, aendert sich auch der Kommunikationsstil im Unternehmen! Was frueher Antraege waren, sind heute klare Befehle! In Cali, der Stadt der Rhythmen, des Salsa's, der heissen Frauen, der Vitalitaet und Lebensfreude, lautet die "Stallorder": Hier wird durchgefahren und auf mein Versuch dies zu aendern, toent's vom Nebensitz: Sei still und fahre weiter! Nun ganz so schlimm ist es nicht und die letzten ca. 400 km bis zur Grenze sind auch ohne Salsa, ein tolles Erlebnis. Die Fahrt durch die Berge ist unvergesslich. Gigantische Taeler, atemberaubende Natur und laechelnde, liebe Menschen begleiten uns bis nach Tulcan. Am 14.06. verlassen wir Kolumbien.  "Adios Colombia y muchas gracias"

ECUADOR
Wuerde es Ecuador nicht schon geben, muesste man es sofort erfinden!
Die ersten Tage fahren wir teils mit 30-40 km/h auf Nebenstrassen durch die Gegend. Machen Foto-Stops oder halten an, weil hier "gaffen" und fahren viel zu gefaehrlich ist. Die kleinen Strassen verlangen volle Konzentration von Fahrer und Beifahrerin und die ueberwaeltigende Kulisse verdient Aufmerksamkeit! Es ist die Weite der gewaltigen Taeler, mit ihren Gemuesekulturen die wie ein riesiges "Patchwork" die Haenge zieren und es ist ein schneebedeckter Vulkan der die Szene dominiert und uns so fasziniert. Die ersten Abstecher nach "El Angel" und an die "La Laguna Majando" lassen uns schleunigst Jeans und Pulli anziehen und sind wohl ein Vorgeschmack auf die kommenden Tage in den Anden. Die Uebernachtungsplaetze auf 3000 Meter ueber Meer bieten meist eine imposante Aussicht und die Nachttemperaturen lassen uns trotz den 36 Ehejahren gerne etwas naeher zusammenruecken! In Otavalo besuchen wir den Indianermarkt. Es tut gut durch die Gassen des authentischen Marktes zu gehen, den Menschen in ihren Trachten beim Handeln zuzusehen und ihre ausdrucksstarken, von Wind und Wetter gepraegten Gesichter laecheln zu sehen. Es gibt hier alles was die verschiedenen ethnischen Gruppen brauchen. Stoffe, Kleider, Schuhe, Schmuck, Krimskrams, Fruechte, Gemuese und zum leiblichen Wohl sind im "Comedor" Spannferkel, Suppen mit "allerlei drin"!, oder die so beliebten, "cuy" das sind gebratene Mehrschweinchen zu erstehen. Wir schauen dem Geschehen zu und begnuegen uns mit einem herrlich frischen Fruchtsaft. Am naechsten Tag steuern wir "Friieda" ins Zentrum von Quito, beziehen ein Zimmer im "Casa Helbling" und stellen unser fahrendes "Heimetli" auf einen bewachten Parkplatz. Die in einem grossen Talkessel, auf 2800 m gelegene Stadt beherbergt 2,8 Millionen Menschen. Ihre Altstadt ist sehenswert, der Blick vom Turm der Kathedrale ist grandios und das Angebot an Touren und Sprachschulen ist in ihrer Vielfalt wohl einmalig. Quito ist Ausgangspunkt fuer die unzaehligen Galapagostouristen,
von Touren in den Regenwald, an die Kueste und natuerlich zu "Mid el Mundo". Wir beschaffen in der Stadt am Cotopaxi drei Ersatzfilter und zwei neue Reifen fuer "Friieda" und besuchen auf der Fahrt zu Ecuador's groesstem Krater, "Mid el Mundo". Hier auf dem "Strich" wie der Aequator auch genannt wird, lassen wir uns demonstrieren wie Wasser noerdlich der Linie im Uhrzeigersinn und suedlich im Gegenuhrzeigersinn aus dem Becken abfliesst. Genau auf dem Strich kann ich ohne neue, besondere Faehigkeiten, sogar ein rohes Ei auf einen Nagel stellen!
Die Polkraefte haben uns nicht nur fasziniert, sie haben uns offensichtlich auch ein wenig durcheinander gebracht! Anders ist die Fahrt in den "Pululahua" Krater wohl nicht zu erklaeren. Fuenfzehn unendlich lange Kilometer auf einer Schotterstrasse, von 3100 m, tief in den auf 2400 m gelegenen Kraterboden haben uns und "Friieda" gefordert. Wer einmal auf Talfahrt ist, kann umkehren vergessen! Wir verbringen in der herrlichen Umgebung eine unruhige Nacht und fuehlen uns erst am andern Tag so richtig wohl, als wir "Friieda" wieder oben auf dem Kraterrand haben! Hier oben geniessen wir entspannt die wunderschoene Aussicht und ein herrlich schmeckendes Fruehstueck. Die Einheimischen donnern mit ihren Toyota's ohne Gesichtsveraenderung der Kraterwand entlang und haben fuer die aengstlichen "Suiza's" nur ein muedes Laecheln uebrig! Uns ist das egal. Wir sind froh und gluecklich, zurueck in der Zivilisation zu sein und fahren singend der Kueste entgegen. Suedlich von Pedernales treffen wir "Dorli". Die 77 jaehrige Schweizerin fuehrt mit ihrem Sohn ein huebsches Hostal direkt am Meer. Sie laedt uns zu einem Plaudernachmittag auf ihre Terrasse mit herrlicher Sicht auf's Meer ein. Leider kneift ihr Junior und "Dorli's" inniger Wunsch, wieder einmal einen ganzen Abend jassen und poltern zu koennen, geht nicht in Erfuellung. Die Kueste von Pedernales bis Puerto Lopez muss man nicht zwingend gesehen haben. Der Kuestenabschnitt ist nuechtern, echt halt, mit aermlichen Holzhuetten und in Haengematten ueber dem eigenen Muell liegenden Menschen die auf bessere Zeiten warten und obwohl es ziemlich genau das Gegenteil ist, was "Edeltouris" auf Galapagos erleben, ist es auch Ecuador! Schön und sehenswert sind die, fuer uns so mystischen "Ceibo's" die im Sueden in grosser Anzahl und unglaublicher Vielfalt die Strasse zieren und ein Highlight ist "Islamar", eine traumhafte Halbinsel mit Stellplaetzen auf Felsvorspruengen direkt ueber dem Meer!  Sie ist flankiert von zwei selten schoenen, mehrere hundert Meter langen, einsamen Sandstraenden, ein paar Kilometer noerdlich liegt das authentische Fischerdorf "Puerto Lopez" und als Dreingabe spielen vor der Kueste die, sich hier zur Paarung treffenden Buckelwale, ihr einzigartiges Spiel. Uns bleibt Bewunderung, Freude und Dankbarkeit, dass wir dies alles sehen duerfen!

Aus Ecuador grüssen herzlich
Ulla & Kari