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UNSER NATIONALHELD
Zwei Wochen vergnuegen wir uns auf "Islamar". Die Buckelwale, die herrliche Aussicht und die Gesellschaft von Barbara und Wolfgang aus Stuttgart wecken Urlaubsgefuehle. Die beiden Deutschen Traveller hauen uns beim Bocciaspielen zwar regelmaessig in die Pfanne, aber sie sind nett, sympathisch und fuer Schwaben unglaublich grosszuegig. Sie offerieren sogar ihren edeln "Pisco" aus dem Lager ihres Campers, wir grillieren zu viert zwei Kilo frische Merlin-Filet, erzaehlen von unseren Reisen, ploedeln und spielen abends "Tschau Sepp"! Die schoene Zeit auf Islamar kroent unser neuer Nationalheld am "Wimbledon-Sonntag". Roger Federer laesst uns Schweizer dank seinem grossartigen Sieg wieder aufrecht gehen, er lenkt von "Insieme" ab und macht uns erneut zu "einem einzig Volk von Bruedern". Unser Exportschlager "Nummer 1" ist auf dem besten Weg in die Geschichtsbuecher einzuziehen und droht dort, dereinst Schillers "Wilhelm" vom Sockel zu stossen. So, oder aehnlich haben wir am Tisch in der Freiluft-Beiz mit herrlicher Aussicht auf den Pazifik und die vor uns spielenden Buckelwale am Ende des vierten Satzes reagiert. Lustig ist, dass wir das Spiel nicht einmal sehen, sondern das Ganze mangels Bildschirm nur ueber den Live-Ticker des "Tagesanzeigers" miterleben konnten.

ISLA DE LA PLATA
Am Tag darauf machen wir einen Ausflug auf die "Isla de la Plata". Die 42 km vor der Kueste liegende Insel wird auch "Galapagos der Armen" genannt! Sie ist beruehmt fuer ihre exzellenten Schnorchelplaetze, fuer die Blaufusstoelpel und die in dieser Jahreszeit in ihrer Naehe sehr zahlreichen Buckelwale. Wir steigen zwar etwas skeptisch in das Touri-Boot, aendern unsere Meinung aber schon nach kurzer Zeit. Unsere beiden Begleiter vom Nationalpark sind sehr freundlich, hilfsbereit und absolut kompetent. Immer wenn sie einige der riesigen Meeressaeuger sichten, dirigieren sie das Boot vorsichtig in die Naehe der Tiere. Dann sind wir alle still, es herrscht absolute Ruhe, das Boot schaukelt durch die Wellen, Kameras und Fotoapparate werden in Stellung gebracht und alle warten gespannt. Ploetzlich tauchen zwei Tiere laengs des Bootes auf und gleiten elegant durch die Wellen. Beim Abtauchen geizen sie nicht und zeigen uns ihre wunderschoenen Schwanzflossen. Ein gewaltiger Sprung, ein riesiger Koerper ragt aus dem Wasser, reisst uns aus den Traeumen, entlockt uns Toene wie ah.. au.. oh.. und  zwanzig Tonnen "Grazie" platschen zurueck auf 's Wasser. Wir haben kaum recht durchgeatmet, springt er wieder! Wau..., hesch das gseh?Fuenf Spruenge direkt neben dem Boot! Der Supershow folgt nach einem kurzen Tauchgang ein intensives, freudiges Klatschen und Winken mit der Seitenflosse und das elegante, intelligente, feinfuehlige Tier verschwindet wieder in seinem Element. Wir bleiben perplex im Boot zurueck, sitzen stumm, entzueckt und gluecklich auf unserer Bank und vereinzelt sind sogar feuchte Augen zu sehen! Die Natur hat uns wieder einmal eine Lektion erteilt!

DAS FINALE
Die Fahrt von der Kueste, fuehrt uns ueber Salinas nach Guayaquil, in die groesste Stadt Ecuador's! Obwohl wir schnell merken, dass die 3 Millionen Stadt schlecht ausgeschildert ist und oft nach dem Weg fragen, verfahren wir uns hoffnungslos! Ein aelteres Ehepaar stoppt und bietet uns spontan ihre Hilfe an.  "Siga me" ist das erloesende Kommando und eine zwanzigminuetige Fahrt durch Gassen, ueber Kreuzungen, durch einen Tunnel zurueck auf die Hauptstrasse ist das Resultat einer weiteren, feinen menschlichen Begegnung! Am Abzweiger zum Highway wuenschen uns die Unbekannten viel Glueck, wir umarmen uns und sagen: "muchos gracias"! Ecuador hat uns schon oft positiv ueberrascht. Die Fahrt von Guayaguil nach Cuenca aber, fuehrt in die Berge, auf ueber 4100 m, durch den Nationalpark "El Cajas", vorbei an Lamas durch die weltweit einzige "Paramo" Vegetation und ist kaum mehr zu toppen! Zwei Naechte bleiben wir in der in einem Hochlandbecken gelegenen, schoensten Stadt Ecuador's, bummeln durch die Stadt und lassen "Friieda's" Gasflaschen fuellen. Die Hochebene zwischen Cuenca und Loja ist eine einzige landschaftliche Schoenheit! Riesige gruene Taeler, kleine Siedlungen, schwer beladene Maultiere, an steilen Haengen ackernde Menschen und eine verblueffende Vegetation mit Kakteen und Palmen auf 3000 m ueber Meer begleiten uns waehrend Stunden! Wenn die Natur den Strassenbauern durch heftige, lang anhaltende Regenfaelle ein Streich spielt, Haenge ins rutschen bringt oder die Fahrbahn wegspuelt stehen Schilder am Weg mit der Aufschrift: Peligro, "Derrombes", "Canzada irregular" oder "Media Via". In Vilcabamba verarbeiten wir die gewaltigen Eindruecke der letzten Tage und treffen im wunderschoen gelegenen Hostal " Izhcayluma" die jungen Schweizer Sylvia und Swen aus Zug wieder. Zwei Tage spaeter nehmen wir in Huaquillas schweren Herzens Abschied von einem Land das wir auf unserer Hitliste ganz oben ansiedeln und sagen: "hasta luego mi amor, Ecuador"

GRENZE PERU
Am Samstag, den 14.07.2012 kommen wir nach einer speditiven, unkomplizierten Erledigung der Ausreisepapiere in Ecuador, um cirka 17.00 Uhr zum neuen, modernen Gebaeude der Immigration von Peru. Die grossartig angelegte Infrastruktur taeuscht. Es sitzen zwar unzaehlige Uniformierte in und um die Hallen aber nur wenige sind willig und kaum einer kompetent ein paar Zeilen in den Compi zu tippen. Wir haben schon einige Grenzen passiert aber die Einfuhr von "Friieda" haetten wir filmen sollen. Der "Gorilla" der unsere Papiere erledigt, hat die groesste Muehe mein Vorname in der Maske unterzubringen, schreit staendig nach Hilfe, putzt zwischendurch mit einem Streichholz seine Ohren und versucht uns mehrmals in Swaziland zu beheimaten. Nach 45 Minuten trennt er das fertige Formular so ungeschickt, dass auf unserem Papier einige Daten fehlen und von Hand uebertragen werden muessen. Wir sind uns einig, der Chef  vom Zollamt muss sein Vetter sein!

ERLEBNIS PERU
Weil es nach dem Schauspiel beim Zollamt langsam dunkel wird, fahren wir nur noch bis zur ersten Tankstelle und uebernachten! Am andern Tag wollen wir uns in der Grenzstadt Tumbes eine Haftpflichtversicherung besorgen aber, oha... es ist Sonntag und fahren ohne Versicherung ist nicht moeglich. Uns scheint der an der Hauptstrasse gelegene Parkplatz des Spitals als Warteraum geeignet. Nach Absprache mit dem diensthabenden Wachmann installieren wir uns fuer ein Schreib-, Spiel- und Lesesonntag! Ploetzlich taucht ein Streifenwagen der Polizei auf und nun stellen wir fest, dass es in Peru auch Beamte gibt die ihren Job nicht ihrem "Vetter" zu verdanken haben! Der Officer stellt sich vor und bittet uns, ihm zu unserer Sicherheit in den Hof der Polizei zu folgen. Im Schutz der Gesetzeshueter verbringen wir unseren ersten Sonntag in Peru, freiwillig auf der Wache! Am Montag kaufen wir die obligatorische Versicherung und fuehren "Friieda" zurueck auf die Panamericana. 700 km weiter suedlich warten in "Huanchaco" Barbara und Wolfgang auf uns. Nach der Fahrt durch Staub, Sand, Wueste, kleine Siedlungen mit aermlichen Behausungen und sehr, sehr viel Muell ist der huebsche Touristenort am Pazifik eine angenehme Erholung. Der Badeort Tortugas, die Strasse von Casma nach Huaraz mit Blick auf die schneebedeckten, majesstaetischen Gipfel lassen vieles vergessen!  Die sattgruene Hochebene um Huaraz auf ueber 3000 m ist mit tiefblauen Lagunen, traumhaften Wanderwegen und scharfen Bikerrouten ein Freizeitpark der Superlative und das praechtige Massiv der Cordillera Blanca ein "Mekka" fuer Alpinisten. Wir backen nur kleine Broetchen und buchen eine Tour zu den tuerkisblauen Lagunen Llanganuco und eine zweite Tour zu den "Puya Raaimondis". Die groessten Ananasgewaechse der Erde koennen bis zu fuenfzehn Meter hoch werden und
bluehen, wie wir Maenner, erst im Alter zwischen 50-75 Jahren! Weil die Andenkolibris die Bestaeubung der Puya's uebernehmen ist der Besuch der seltenen Pflanzen in der traumhaft schoenen Bergwelt ein ganz besonderes Erlebnis und der freiwillige Spaziergang hinauf zum Gletscher "Pastoruri" auf 5200 m ueber dem Meeresspiegel anstrengend.

CARAMELITO
Peru ist bekannt fuer seine haeufigen Polizeikontrollen. Wenn uniformierte Beamte die Strasse flankieren sind wir meistens auserwaehlt, muessen anhalten, die Papiere zeigen, "Frieda" vorfuehren oder einfach ein wenig auf "Smalltalk" machen! Die Polizisten sind aber freundlich, ein wenig neugierig zwar und ab und zu versuchen sie auch etwas zu ergattern! So geschehen kurz vor "Huanchaco". Ein rundlicher "Cop" der wohl Suesses lieber hat als Schreibarbeit oder Bewegung lehnt sich an unsere Wagentuere, schnuppert ein wenig herum, laechelt und fragt: Habt ihr etwas Gutes fuer mich, vielleicht ein "Caramelito"! 

Herzliche Gruesse aus Peru
Ulla & Kari