WELTREISE

HOME WIR ROUTE INFO BERICHTE KONTAKT LINKS
   


















ALLE  BERICHTE


ALLE BILDER





 

BOLIVIEN
Der, neben Paraguay zweite suedamerikanische Binnenstaat, zaehlt 10 Millionen Einwohner, ist drei mal groesser als Deutschland und mit cirka 9 Menschen pro km2, trotz enormen Bodenschaetzen, einer der aermsten Staaten in diesem Teil der Erde. Als Teil des alten Inka-Imperiums hat Bolivien eine ueberwiegend indigene Bevoelkerung. Sie, die Quechua und Aymara sowie die Mestizen (Mischlinge) sind die "Bettler auf dem goldenen Thron" und die "Criollos", die rein Spanischstaemmigen, die Gewinner! Bolivien wird zu 35 % von den Anden eingenommen die sich in die West- und die Ostkordilleren unterteilen. Zwischen den einmaligen Gipfeln liegt auf etwa 3600-4200 m Hoehe die waldlose Hochlandebene "Altiplano" mit dem Poopo- und dem Titicacasee und politisch haelt unser derzeitiges Gastland ein selten kurioser Weltrekord! Die Republica de Bolivia hat seit seiner Unabhaengigkeit 1825, ueber 200 gewaltsame Machtwechsel erlebt. Aber..., weder die raue Gangart der korrupten Politik, noch die herrschende, unuebersehbare Armut koennen der Schoenheit dieses Landes etwas anhaben. Bolivien ist und bleibt, hoffentlich noch lange, die "Perle" der Anden und ein heisser Reisetyp fuer alle, die sich etwas "Gutes" tun wollen! 

TITICACASEE
Unsere erste Nacht in Bolivien, verbringen wir im touristischen "Copacabana", am Ufer des hoechstgelegenen, kommerziell schiffbaren Gewaesser der Welt, am Titicacasee. Wir sind etwas nervoes weil wir am naechsten Tag, eine etwa 800 m breite Stelle des Sees, mit einem nicht sehr vertrauenswuerdigen Floss ueberqueren muessen. So, wurde uns die sogenannte Faehre von anderen Reisenden beschrieben! Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt! Wir fahren langsam durch das kleine Dorf "San Pedro", biegen um die Ecke und schon warten direkt vor uns die Flosse am Landesteg. Wir sehen die defekten Bretter, die improvisierten Rampen und die winkenden Flossfuehrer. Ein Mann, der auf seinem wackligen Bretterverschlag wohl seit Jahren mit einer guten Mischung aus Koennen und Gottvertrauen, sogar grosse Busse und beladene Lastwagen uebersetzt, nennt uns den Fahrpreis und zwanzig Minuten spaeter landen wir gluecklich auf der andern Seite in "San Pablo". Es war ein kribbelndes, ein heisses Erlebnis von dem wir wohl noch lange sprechen werden. Voellig entspannt und uebergluecklich geniessen wir dann die sogenannte "Traumstrasse der Welt". Entlang dem, zwischen sanften Huegeln eingebetteten, tiefblauen See auf 3810 m, von der immerhin beachtlichen Groesse der Ostschweiz, ist es schwierig sich auf die Strasse zu konzentrieren. Die fantastische Landschaft ist gespickt mit kleinen, huebschen Doerfern und am Horizont glaenzen die Gipfel der erhabenen, majestaetischen "Koenigs-Cordilliere" Die Koeniglichen begleiten uns bis in das, auf veschiedenen Ebenen in einem Talkessel gelegene "La Paz". Hier hausen wir sehr angenehm im Garten des legendaeren Schweizer Hotels "Oberland" und goennen "Friieda" den wohlverdienten 140'000 km Service, in der Garage des Schweizers Ernst Hug! La Paz ist nicht wie oft geglaubt, Boliviens Hauptstadt aber offensichtlich in Schweizer Hand und Sitz der Landesregierung! Die Roesti mit "Zueri Geschnetzeltem" schmeckt im Restaurant vom "Oberland" auch in "Basler Gesellschaft" exzellent und die Franzosen Bernadette und Michel die wir schon zweimal getroffen haben, aber erst hier richtig kennenlernen, erweisen sich als echte Erfrischung der Traveller-Szene. "Nous vous souhaitons bonne chance et un bon voyage".

SAJAMA
In Patacamaya, etwa 100 km suedlich von La Paz, machen wir ein Abstecher zum hoechsten Berg Boliviens. Der inaktive Vulkan "Sajama" liegt in der Naehe der Grenze zu Chile, gehoert zur "Cordilliera Occidental Volcanica", ist 6542 m hoch und einfach wunderschoen! Wir uebernachten zu seinen Fuessen in der Pampa von Tambo Quemado. Nach dem Sonnenuntergang ist es zwar bitter kalt hier draussen, aber die auffallend freundlichen Menschen die auf dem Weg ins Dorf auf ein Schwaetzchen anhalten und das, beim Aktionskomitee Schweizer Nationalhymne in Ungnade gefallene, herrliche "Abendgluehn" entschaedigen uns voll und ganz. Frühmorgens um 6.00 h steigt die Sonne am Horizont auf, waermt uns und taut die nachts eingefrorene Wasserpumpe wieder auf. Mit Schal und Pulli trinken wir draussen Kaffee, sehen den in der Naehe weidenden Lamas und der Entstehung eines neuen, wunderbaren Tages zu. Zurueck in Patacamaya fuellen wir Diesel auf. Das ist im Erdoelland Bolivien nicht immer ganz einfach! Oft ist Diesel nicht verfuegbar, oder er wird uns schlicht verweigert, an einigen  Tankstellen bezahlen wir dreimal mehr als Einheimische und ganz "Clevere" machen uns ohne Quittung, ein Spezialpreis! Egal, Hauptsache wir kriegen immer genug guten "Moscht"!

SALAR DE UYUNI
Der groesste Salzsee der Welt liegt auf der Hoehe des Titicacasee's, ist etwas groesser als 1/4 der Schweiz und sein Besuch auf einer Bolivienreise ein Muss!
Kurios, genial, ein Naturphaenomene! So koennte man die topfebene, 165 x 135 km grosse, weisse Flaeche unter dem stahlblauen Himmel bezeichnen. Wir besuchen den, jetzt im Fruehling absolut trockenen und gut befahrbaren "Salar de Uyuni" mit den Baselbietern Elsbeth und Paul und entscheiden uns fuer eine Uebernachtung in der fuer uns, surrealistischen Gegend! Wir sind ganz allein! Tisch und Stuehle stehen auf dem Salz, die Flasche Weisswein ist gekoepft, aus Grieders Lautsprecher toent ein "Heimwehjodler" und auf Paul's Gasherd brodelt ein Schweizer Kaesefondue. Die Szene ist fast kitschig, schraeg und trotzdem "sauglatt"! Als Highlight verwandelt sich der Himmel nach einem feinen Baselbieter Kirsch, gegen Mitternacht, in ein Planetarium der Superlative!
 
UNTERWEGS
Weil Boliviens Strassennetz zuegig ausgebaut wird kann man heute die meisten Sehenswuerdigkeiten auch ohne 4x4 gut und bequem erreichen. Potosi-Uyuni war noch vor kurzem eine 200 km lange Schotterpiste. Jetzt, ist sie eine der schoensten Strassen des Landes! Autofahren ist in Bolivien grundsaetzlich ein Vergnuegen. Aber, es gibt auch hier einige spezielle, unvergessliche Abschnitte und Erlebnisse unterwegs. Ein solches Beispiel ist die Strecke Challapata - Potosi die auf dem Altiplano auf ueber 4000 m durch eine herrliche Landschaft, vorbei an gewaltigen Schluchten und vertraeumten Andendoerfern mit Gras bedeckten Huetten aus Adobesteinen fuehrt. Die von Steinmauern umgebenen einfachen Siedlungen liegen oft an abgelegenen Hanglagen und die dazu gehoerenden Minifelder sind nur durch lange, muehsame Maersche erreichbar. Hier oben wird niemand reich! Die karge Gegend ernaehrt die Starken und laesst die Schwachen betteln. So kommt es, dass Kinder an der Passtrasse auf Almosen warten muessen. Wir sind keine Wohltaeter, aber hier koennen wir einfach nicht tatenlos vorbeifahren! 10 Bolivianos sind etwa 1.30 CHF. Fuer den Knaben mit der "Schnudernase" aber.., fast ein kleines Vermoegen. Er schaut Ulla unglaeubig an und fragt: "para mi.." und einige Sekunden spaeter, haben beide feuchte Augen! Manchmal fuehlt man sich auch auf Reisen ohnmaechtig, elend hilflos und "beschissen"! Erfreulicher ist dann der 13.09.2012. Wir feiern Elsbeth's 65-igster Geburtstag in Bolivien's Hauptstadt, in Sucre. Grieder's laden uns zu einem Nachtessen in ihrem Womo ein. Paul's Kochkunst ist ja mittlerweile bekannt und das Ambiente und die servierten Weine im Chalet "Dalanuma" fein. Schade nur, dass jetzt schon beide Grieder-Geburtstage ueber die Buehne sind! Ab Sucre geht es ueber Potosi nach Villazon und kurz nach Argentinien. Der Grenzuebertritt ist wegen der fehlenden Haftpflichtversicherung ein mittleres "Cabaret", aber nach zwei Tagen sind wir auch hier, wieder versichert unterwegs!  Der 500 km lange Abstecher nach Argentinien, ueber Purmamarca und den "Paso de Jama" waere allein eine Story wert und ueber die Bolivianische Laguna "Colorado" mit den Flamingos auf 4300 m, sind schon unzaehlige Berichte geschrieben worden. Wir traeumen noch ein wenig hier oben bei den rosa Voegel,  verbringen im Laenderdreieck Argentinien, Bolivien und Chile, die letzte Nacht bei minus 15 ° C auf Boliviens Terrain und wissen, dass uns am andern Tag die neue Faszination "Chile" erwartet.       

GRAZIAS
"Cara Bolivia", du bist die Schoenste! Du hast nicht nur fuer den Anstieg unserer roten Blutkoerperchen gesorgt, du hast unsere Gefuehlswelt durcheinander gebracht, du hast uns mit deinen traumhaften, die Farbe wechselnden Lagunen, den schneebedeckten Sechstausender, dem genialen Salar de Uyuni, den armen, vertraeumten Altiplano-Doerfer, den beeindruckenden Wuesten und der einmaligen Landschaft um den tiefblauen Titicacasee gluecklich gemacht. Du weisst auch, was sich gehoert und fuehrst ein Nationalpark Namen's "Ulla Ulla" und mich ehrst du mit Potosi's Spezialitaet, der nahrhaften Suppe, "Kari Kari". Du hast auf unseren Festplatten nicht mehr loeschbare, unvergessliche Daten hinterlassen und dich in unserem Gedaechtnis bestimmt auf ewig, angenehm eingenistet. Wir sind froh, dass es dich gibt und wir dich besuchen und erleben durften.

Dankbar grüssen dich,
Ulla & Kari