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CHUBUT
Zwischen dem 42igsten und dem 43igsten Breitengrad suedlich des Aequators liegt das, zur Provinz "Chubut" gehoerende Staedtchen "Puerto Madryn". Die touristische Ortschaft am Atlantischen Ozean ist im Winter und im Fruehling Treffpunkt der Tierfreunde und "Walewatcher". Im Golfo Nuevo und in Puerto Pyramides auf "Peninsula Valdes" ist von August bis Dezember der Suedkaper, eine Art der Glattwale, zuhause. Die riesigen Meeressaeuger die zu den Bartenwalen gehoeren, bewegen sich trotz ihrer beachtlichen Laenge von 13-14 Meter und dem enormen Koerpergewicht von um die 40 Tonnen, sehr elegant im Wasser und sind in der Walfamilie als die "Springer" bekannt. Die Suedkaper kommen in den Golfo Nuevo zur Paarung und um ihre Jungen zu werfen und deshalb, vom Ufer aus oder auf Bootstouren besonders gut zu beobachten.
Nach einem wohl bleibenden Erlebnis, dem Besuch der Seeloewen Kolonie "La Loberia" mit ueber 3000 Tieren, erreichen wir Puerto Madryn in den letzten Tagen des Oktobers. Wir brauchen ein Campingplatz, eine Dusche, eine Waescherei und ein Einkaufszentrum. Zehn Tage wildes Campen, im Busch, auf Tankstellen sowie am Strand, haben ihre Spuren hinterlassen! Der ACA, Argentinischer Automobilclub, betreibt landesweit freie und kostenpflichtige Plaetze verschiedenen Niveaus, die aber meistens gepflegt und sauber sind. Wir richten uns auf dem schoen, aber ohne Sicht aufs Meer gelegnen Platz ein und tun, was getan werden muss! Frisch geduscht und herausgeputzt feiern wir unser Zurueck in der Zivilisation mit einem feinen Nachtessen. Es gibt Bratkartoffeln, Filet und Broccoli, aus dem Keller ein Syrah und zum Schluss ein "Schnaepsli"! Auch Reisende haben in der Stadt immer etwas zu tun! Internet aufsuchen, Gasflaschen auffuellen lassen, Medikamente kaufen, Auto waschen, auf dem Touristbuero Unterlagen und Informationen besorgen oder einfach nur einkaufen um den Kuehlschrank zu fuellen. Alles Dinge die daheim kein Problem und schnell erledigt sind, weil man "die Leute kennt und den Weg weiss". In Argentinien ist das anders, hier hat und braucht man fuer alles viel Zeit!

PLAYA CASINO
Nachdem die Geschaefte erledigt sind, haben und nehmen wir uns auch viel Zeit fuer die Wale. El Doradillo ist ein cirka 25 km langes Naturreservat am Golfo Nuevo mit Aussichtspunkten und einsamen Buchten und Straenden. Wir machen es uns am Playa Casino gemuetlich. Langsames Reisen, viel Zeit haben und sie verbringen koennen wo und wann man will, erweist sich einmal mehr als ein Geschenk des Himmels. Wer Glattwale, ihr blubbernd, donnernd, zischendes Ausatmen, das Echo einer zweihundert Meter entfernt aufs Meer schlagenden Schwanzflosse schon gehoert oder ihrem sanften Spiel zugesehen hat, weiss bestimmt was wir meinen. Fuenf Tage stehen wir ganz allein an dem traumhaften Strand, hoeren und beobachten die faszinierenden Tiere. Ab und zu kommen eilige Touristen vorbei, einheimische Fischer oder Traveller mit "Womos" die auch ein feines Plaetzchen suchen. Am vierten Tag, es ist etwa 14.00 Uhr, bewoelkt und Bastelwetter, ich erledige gerade einige Dinge an "Friieda" und Ulla putzt und schrubbt unser Eigenheim, ruft "Mamma Wal" unueberhoerbar zur Showtime! Wir stehen etwa 20 Meter vom Wasser entfernt, windgeschützt hinter einer Sandduene. Unsere Stuehle stehen am Strand. Wir erreichen sie durch eine Luecke in der Duene und genau im Bereich dieser Luecke mit Sicht auf "Friieda" schwimmt, nur ein paar Meter vom Ufer entfernt, "Mamma Wal" mit ihrem Baby. Wir koennen es kaum glauben, aber sie ist gekommen um uns ihr ganzer Stolz zu zeigen! Sie schwimmt fuenfmal an uns vorbei , laesst ihr Kleines, das allerdings auch etwa fuenf Meter lang und 1500 kg schwer ist, ueber sich gleiten, hebt es mit ihrer Flosse sanft hoch oder dreht sich auf den Ruecken um uns ihr Baby auf ihrem Bauch liegend zu praesentieren. Wir sind aufgeregt, ich kann kaum ein gutes Bild schiessen und Ulla ruft, "bravo" und applaudiert wie im Theater! Nach zwanzig Minuten ist das unglaubliche Schauspiel vorbei. Es besteht kein Zweifel, sie hat gewusst, dass wir da sind und ist gekommen, um uns ihr Baby zu zeigen. Nadine, eine sehr interessante Frau und wertvolle Reisebekanntschaft hat mit ihrer Familie in Mexiko etwas aehnliches erlebt und meint: "Wer so etwas erlebt ist nachher ein anderer Mensch". Ob "Mamma Wal" uns und unser Leben veraendert wissen wir nicht, aber die Prioritaetenliste haben wir bereits neu geordnet. Es gibt sie eben doch, die Dinge der anderen Ebene und die Realitaet in der Worte nicht existieren und deshalb mit Worten auch nicht erklaert werden koennen!

MUTIGE VERWANDTE
Viele haben es uns versprochen, nur wenige haben es getan! So auch, Ulla's Schwester Barbara und ihr Partner Gero. Sie haben ihr Wort gehalten und sehen sich nach ihrer Kultur- und Staedtereise durch Suedamerika, nun mit uns noch fast vier Wochen Patagonien an. Wir freuen uns natuerlich auf den Besuch und sind schon ein Tag vor ihrer Ankunft in Trelew. Wir haben in und um Puerto Madryn gruendlich recherchiert, das Programm steht und wenn das Wetter mitspielt, besuchen wir die bekanntesten Sehenswuerdigkeiten Patagoniens gemeinsam und entlassen dann die beiden mutigen Verwandten in Calafate wieder!
Der Start ist gut! Am 12.11. landen sie bei schoenem Wetter und kaum Wind, das ist in Patagonien eine absolute Raritaet. Was jetzt abgeht ist herzlich und ruehrend. Wir haben uns fuenf Jahre nicht mehr gesehen! Alle haben sich veraendert, die Haare sind grauer geworden und ein paar Jahrringe sind deutlicher zu sehen. Aber, das ist unwichtig! Wir schauen uns an, halten uns fest und feiern Wiedersehen an unserem Strand, am "Playa Casino" bei unserer "Mamma Wal"
Es gibt viel zu erzaehlen. Wir geniessen in der Folge das wilde, windige aber abwechslungsreiche Patagonien, seine einmalige Tierwelt und lassean uns immer wieder von den landschaftlichen Schoenheiten ueberraschen. Nach ein paar Tagen Playa Casino mit eindruecklichen Bildern von den Glattwalen, besuchen wir eine Seeloewenkolonie und fahren dann zu den Magellan Pinguinen auf "Punta Tombo". Die Rancher sind sehr freundlich und lassen uns sogar neben ihrer Station im Park uebernachten. Barbara und Gero schlafen hier, wie immer auf wilden Plaetzen, im Zelt. Die Rufe der Pinguine begleiten uns die ganze Nacht und am Morgen weiden friedlich ein paar Guanaco's unweit von "Friieda". Wir wandern fast drei Stunden durch den Park, schiessen unzaehlige Bilder und beobachten die an Land etwas schwerfaellig wirkenden Meisterschwimmer. Dann verlassen wir den Atlantik und queren die Pampa in drei Tagesetappen von Trelew nach Esquel. Ohne den Rio Chubut waere diese Fahrt wohl eintoenig, mit und Dank ihm ist sie ein grosses Vergnuegen. Der ueber mehrere Hunderte Kilometer frei durchs Gelaende fliessende Fluss hat an seinen Ufern inmitten der Pampa ein gruenes Paradies und eindrucksvolle Schluchten geschaffen die nun Mensch und Tier nutzen und unsere Gemueter erfreuen. Es ist Fruehling, es gruent, die Blumen bluehen und die Temperaturen steigen allmaehlich. Das erleben wir eindruecklich im Parque National Los Alerces. Hier campen wir im gelbem Ginster und einem Meer von blauen und weissen Lupinen, direkt am See mit Blick auf die verschneiten Berge. Dann begleiten uns weitere schoene Bilder auf der Ruta 40 ueber Rio Mayo, Perito Moreno, Gregores, Tres Lagos bis El Chalten. Unterwegs besuchen wir die in einem malerischen Tal liegenden "Cuevas de las Manos", treffen die Basler Elsbeth und Paul und lassen uns von ihnen zum "Znacht" einladen. Die beiden Womo's und das kleine Zelt stehen einsam an einem Wasserloch in der Pampa. Wir prosten mit Rotwein und Paul serviert sein Eintopf. Uns geht es gut! Hier ist unser Spruch des Monats mehr als angebracht: "Das glaubt uns Keiner"!

Herzlich  gruessen
Barbara, Ulla, Gero & Kari