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EL CHALTÉN
An der Grenze von Chile, in der Argentinischen Provinz Santa Cruz, liegt der "Parque Nacional Los Glaciares". Schwimmende Eisberge, senkrecht in den Himmel ragende Felswaende, traumhafte Blumenwiesen, friedliche Bergseen, 60-100 Meter hohe Gletscher und feine Wanderwege sind kunstvoll verteilt auf 4500 km2, das sind mehr als 2 x der Kanton St. Gallen! Die Highlights sind aber klar, das "Fitz Roy" Massiv im Norden und der Gletscher "Perito Moreno" im Sueden. Die letzten 200 km auf der holprigen Piste "40" haben uns gestresst und "Friieda" gefordert. Die Asphaltstrasse nach El Chaltén, der Lago Viedma und der Blick auf die maejestaetischen Waende des "Cerro Torre" lassen aber alles schnell vergessen. Die Stimmung kippt in Freude, Neugier und Verwunderung! Erst waren wir noch in der "Pampa" in der halbariden Wueste Patagoniens in der hoechstens ein paar Guanacos, ein Graufuchs oder kleinblaettrige Bluemchen fuer Abwechslung sorgten und nun hat uns die Maerchenwelt "Los Glaciares". Wir richten uns auf dem oertlichen Camping ein und Barbara und Gero buchen ein Zimmer in einem modernen aber spartanisch eingerichteten Hotel im Zentrum der chaotischen, voellig verplanten und trotzdem sympathischen Ortschaft am Fusse des weltberuehmten "Fitz Roy". Spielabende, heisse Diskussionen, Spaziergaenge, feine Nachtessen, eine anstrengende Tour zum "Koenig" des Parks bei Kaiserwetter und die anschliessende wilde Übernachtung am Bach, machen auch "El Chaltén" zum erfolgreichen Kapitel in: "Mit Barbara & Gero unterwegs"

EL CALAFATE
Noch schoener gelegen ist El Calafate am Lago Argentino. Hier dreht sich alles um die Welt der Gletscher. Denn hier auf der Grenze zwischen Argentinien und Chile befindet sich die, abgesehen von den Polregionen, groesste zusammenhaengende Eismasse der Erde. Allein der "Upsala-Gletscher" hat eine Flaeche von 600 km2! Die Hauptattraktion aber ist der Gletscher "Perito Moreno". Er ist einer der wenigen, noch wachsenden Gletscher der Welt und seit vielen Jahren eines meiner Traumziele. Am 07.12.2012 ist es nun so weit. Wir stehen am Ufer des Lago Argentino vor der grossartigen Wand die schon von vielen Reisenden so begeistert beschrieben wurde. Die imposante, bei Sonnenschein in allen Blautoenen glaenzende, 4 km lange und 60 Meter hohe Eiswand macht es aber spannend und haelt sich vorerst bedeckt. Erst im Laufe des Nachmittags praesentiert sie sich unter blauem Himmel von ihrer schoensten Seite. Sie schimmert, glaenzt, sie strotzt vor Schoenheit, sie knackt, donnert, stoesst unter ohrenbetaeubendem Laerm riesige Eisbrocken ab und laesst sie als Eisberge ins milchig-truebe Wasser des Lago Argentino fallen. Es ist ein gewaltiges Naturspektakel, eine Demonstration der Kraefte, ein Schauspiel des Lichts und ein ergreifendes Erlebnis. Wir trennen uns nur ungern und ein wenig wehmuetig vom "Glaciar Perito Moreno"! Zurueck in El Calafate gehen wir mit Barbara, Gero und den Baslern Elsbeth und Paul in ein "Asado". Ein Salatbuffet, Gegrilltes à discrétion, ein feiner Malbec und ein Tango gehoeren zum National-Znacht der Argentinier. Es ist gut, es ist gemuetlich, aber Feinheiten sind fuer die Menschen Patagoniens ein Fremdwort. Sie sind gepraegt von der wilden Landschaft, dem andauernd uebers Land donnernden Wind und der Freiheit des duennbesiedelten Suedens. Das stundenlang, liebevoll gegrillte und koestlich zubereitete Lamm wird mit der Axt in Portionen gehackt und lieblos, auf einem Brett am Haufen serviert! Vom gut aussehenden Rindfleisch muessen wir die Haelfte wegschneiden und dem Salatbuffet fehlt die Pflege! Nun, den Einheimischen ist das egal. Fuer sie steht Quantitaet vor Qualitaet, sie lieben Fleisch in Massen und verputzen alles was nach Grill schmeckt!
Besuch ade! El Calafate ist auch Reise-Endstation fuer Barbara und Gero. Sie gehen nach sechs Wochen Suedamerika nun zurueck in den Winter, in ihre weihnaechtlich dekorierte, warme Stube, zurueck zu ihren Enten, zu den Huehner und den Enkelkinder. Noch ein gemeinsames, feines Fruehstueck und dann  verabschieden wir uns nach vier interessanten, abwechslungsreichen Reisewochen durch das wilde Patagonien auf dem Flugplatz kurz, aber nicht schmerzlos!
Es war fuer alle ein gelungenes Experiment! Obwohl Barbara eigentlich keine "Pfadfinder-Braut" ist, hat sie die harte Prüfung mit Bravour bestanden. Sie ist trotz ihrer Angst vor dem Puma und dem rauen, kalten, staendig am Zelt ruettelnden Wind, sowohl am Bach, als auch in der Schlucht, im Park, ja sogar in einer Sandgrube, ohne zu murren zu ihrem Gero unter die Plane gekrochen. Wir geben den pflegeleichten, die Natur liebenden Kandidaten 100 Punkte und danken ihnen herzlich fuer ihren Besuch!

CHILENISCHES PATAGONIEN
Wer durch das liebliche, huegelige Land mit den unendlich weiten, gruenen Weiden, mit tausenden von Schafen, kleinen Seen und vielen bunten Blumen reist,
denkt kaum an die heute, hier herrschenden, harten Lebensbedingungen und die duestere Geschichte die einige Einwandererfamilien zu Grossgrundbesitzer und die Ureinwohner zu Verlierer gemacht hat. Zeugnisse aus jener Zeit sind in Punta Arenas heute noch zu sehen. Die Palaeste der Schafwollbarone Brauns und Menendez sind ausschliesslich mit Materialien aus Europa gebaut worden, ihre Grabmaehler sind aus italienischem Marmor und Bilder zeigen, dass sie Indianer wie Tiere gejagt und abgeschossen haben. Heute leben hier aber etwa 125`000 Menschen verschiedenster Rassen friedlich zusammen. Hier, an der Magellanstrasse, an der Promenade von Punta Arenas machen wir Halt, sehen uns die Stadt an, goennen "Friieda" wieder einmal ein Service und tauschen Erfahrungen mit anderen Reisenden! Thierry aus Genf steht mit seinem Land Rover neben uns, eine Familie aus Frankreich parkt ihren Lastwagen ganz in der Naehe, Deutsche im Sprinter gesellen sich zur Runde und mit den Baslern Elsbeth und Paul verbringen wir die Abende. Wochenlang ist kaum ein Traveller aufgetaucht. Nun trifft man sich, weil es enger wird und es fast nur noch eine fahrbare Strasse gibt die zum Ziel des Suedens, der "Tierra del Fuego" fuehrt.

FEUERLAND
Ushuaia ist die suedlichste Stadt der Welt und wird deshalb viel besucht. Die chaotische, heruntergekommene Ortschaft in der landschaftlich traumhaften "Tierra del Fuego" und seine, fuer die Umwelt jede Sensibilitaet vermissende Fuehrungscrew, bekommt von uns 0 Punkte!  Aber die Umgebung ist einmalig. Schneebedeckte Berge, der blaue Lago Fagnano, Hochmoore, einmalige Spazierwege, Blumenwiesen und sich frei durch die Gegend schlaengelnde Baeche sind eben auch Feuerland! 25 km suedlich von Ushaia, an der Bahia Lapataia steht auf einem Schild: "Aqui finaliza la Ruta Nac. No.3". Hier hoert die Strasse auf! Wir erreichen diesen Punkt mit unseren Baselbieter Reisefreunden am fruehen Nachmittag des 18.12.2012. Das Ende der Welt, ist erreicht! Gemischte Gefuehle begleiten uns auf dem Spaziergang ueber den Steg mit Blick auf den "Beagle Kanal". Wir sind gluecklich, geruehrt, ja sogar ein wenig stolz diesen beruehmten Punkt auf der Landkarte erreicht zu haben. Obwohl wir beide Nichtraucher sind, goennen Paul und ich uns auf der herrlichen Wiese am Bach, zum Bier je eine dicke Zigarre!  "Auf der Alm und an der Bahia Lapataia gibt's eben kei Suend"!

DAS WEIHNACHTSGESCHENK
Drei Tage brauchen wir von Ushuaia bis in das Chilenische Puerto Natales. Dort erkundigen wir uns im Buero der Faehrschiffgesellschaft "Navimag" nach den Preisen bis Puerto Montt. Ein "Last Minute" Angebot mit einem zusaetzlichen extra "Feliz Navidad" Rabatt macht es moeglich! Am Heiligabend fahren wir auf das Schiff, feiern Weihnachten und erleben dann, die viertaegige Fahrt durch die engen Kanaele und eisigen Fjorde, vorbei an den scheebedeckten Gipfeln, als ein wunderbares Weihnachtsgeschenk! Navimag bringt uns aber auch ueber 1000 km nordwaerts, zu den Vulkanen von Chile und in etwas waermere Gefilde. Silvester verbringen wir am schoenen Lago Llanquihue, aber leider noch nicht im T-Shirt und in kurzen Hosen!

Ein glueckliches, ein erfuelltes und spannendes 2013 wuenschen
Ulla & Kari