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BRASILIEN
Anfangs Februar pilgern wir von Argentinien nach Foz do Iguazu in Brasilien. Nur ein paar Kilometer trennen die Staedte Puerto Iguazu und Foz do Iguazu aber
der Unterschied ist frappant! Frau Kirchner scheint nicht so ein glueckliches Haendchen zu haben wie ihre brasilianische Kollegin oder sie schaufelt zu viel in die eigenen Taschen! In Argentinien hatten wir immer das Gefuehl von, "rien ne va plus"!  Hier ist das anders! Brasilianisch klar, aber es wird gepflegt und investiert. Wir besuchen nur die "Regiao Sul" welche die Provinzen Parana, Santa  Catarina und Rio Grande do Sul umfasst und als kleinste Region lediglich 7% des riesigen Landes abdeckt! Der Sueden ist nicht das typische Brasilien mit heisser Samba Musik und dunkelhaeutigen Menschen. Er ist die Heimat der "Sulistas", der europaeischen Einwanderer die vorwiegend aus Italien und Deutschland stammen. Architektur, Brauchtum, Lebensart und Kueche weisen noch heute klar auf ihre Wurzeln. Auch landschaftlich ist der Sueden sehr speziell und abwechslungsreich. Die sanften Huegel und unendlichen Weiten vom Rio Uruguay bis an die "Serra do Mar", eine Bergkette mit gruenen Bergen, werden von Grossbauern fast ausschliesslich mit der Produktion von Soja intensiv bewirtschaftet. Zum Glueck haben noch einige, der von uns so bewunderten "Araukarien" den Raubbau ueberlebt und stehen heute wie grosse Mahnfinger in den eintoenigen Monokulturen. Interessant ist die Fahrt durch "Curitiba" weil die Stadt angeblich die sauberste Stadt Brasiliens sein soll, weil sie wegen ihren vorbildlichen Nahverkehrs- und Umweltschutzprogrammen schon oefters wichtige Preise erhalten hat und weil unser Sohn Reto, kuerzlich hier geabeitet hat! In Gedanken an Daheim verlassen wir die 2 Mio. Stadt und steuern der "Serra do Mar" entgegen. Die positive Ueberrraschung ist die "Estrada da Graciosa", eine aeusserst gepflegte, etwa 35 km lange Kopfsteinpflasterstrasse die von São João steil hinunter nach Morretes fuehrt. Grosse Baumfarne, bluehende Baeume, wilde Bananen und allerlei anderes Gruenzeug erfreuen unsere Gemueter! In Morretes unterschaetze ich den durchnaessten Boden des Campings und versenke "Friieda" so tief, dass uns der Besitzer mit seinem Traktor herausziehen muss. Nach dieser kleinen Schlammschlacht setzen wir uns mit einem Barcardi-Cola unter die Kaki-Baeume und spielen Halma!
Schroeder, Hamburgo oder Blumenau heissen die Ortschaften hier in der Gegend, Riedel, Schoenbaechler, oder Weber steht auf den Firmenschilder, blonde Menschen kreuzen die Strasse und wenn wir anhalten, werden wir oft mit: "alles gut" begruesst! Die ehemaligen Auswanderer vom Hunsrueck praegen die uns an Thailand erinnernde Landschaft mit den tropischen Pflanzen und den herrlich gruenen Reisfeldern so stark, dass wir uns auf der Strassenkarte und dem GPS immer wieder vergewissern, ob wir tatsaechlich in Brasilien unterwegs sind. Die Skyline von Florianopolis mit ihren gewaltigen Hochhaeusern ueberrascht uns genau so. Wir sind offensichtlich mit falschen Erwartungen in Brasilien eingereist und erleben nun ein Schock nach dem andern. Die idyllischen Sandstraende sind jetzt in der Zeit des Karnevals gerammelt voll, die Campingplaetze ueberfuellt und die Preise auf Rekordhoehe! Die Brasilianer stoert das nicht! Sie lieben den Laerm, den Fleischmarkt am Strand und das Gedraenge auf dem Camping! Naehe ist fuer sie kein Problem. Jeder parkt wo Platz ist! "Friieda" kann sich ueber mangelnde Nachbarschaft also nicht beklagen. Hier lernen wir Vater und Sohn, Gerson und Gustavo kennen. Die beiden Maenner aus Puerto Alegre sind stolze Gaucho's und Fans vom Fussballclub "Grêmio". Weil Gerson auch ein Sohn ehemaliger Auswanderer ist und Deutsch spricht erfahren wir von ihm viel ueber Land und Leute. Das ist gut so, denn ohne Portugiesisch ist es nicht einfach, sich in Brasilien zu verstaendigen. Die Sprache ist ein "Chauderwelsch", das wie eine Mischung aus Russisch und Hollaendisch toent. Sie wird ohne den Mund richtig zu oeffnen, durch die Nase gepresst und ist eine Art Spanisch in Kurzform! Die Menschen sind anders als die leutseeligen, Spanisch sprechenden Suedamerikaner! Sie sind trocken, kurz angebunden und sagen nur was sie muessen. In den aermeren Laendern wurden wir immer mit einem Laecheln begruesst und den besten Wuenschen verabschiedet. Hier ist es anders! Hier hoert man den Preis und ein "obrigado". Wir merken erst jetzt wie schoen es ist, wenn man unterwegs Menschen trifft, die man versteht und haben deshalb schon nach zwei Wochen Brasilien, Heimweh nach der "Pampa"!

GAROPABA
Ist ein kleines, ehemaliges Fischerdorf südlich von Florianopolis. Obwohl an seinem Strand jetzt Restaurants, Ferienhaeuser und Villen stehen und ein riesiger Campingplatz mit 400 Plaetzen fuer zusaetzlichen Betrieb sorgt, ist die Stimmung hier aufgeraeumt und ruhig! Beidseitig des Ortes liegen menschenleere, weisse Sandstraende die uns lange Spaziergaenge machen und beim Baden wie kleine Kinder mit den Wellen spielen lassen! Seit der Termin unserer  Heimreise mit dem Frachter "Grande Costa D'Avorio" steht, ist die Luft bei uns draussen! Iguazu, "grosses Wasser", war das letzte wichtige Ziel dieser Reise. Nun ist "baedele" und "suennele" angesagt. Ferien machen, mit unseren Reisefreunden Elsbeth und Paul die in den letzten Tagen auch wieder zu uns gestossen sind, die verbleibenden Wochen und die Straende von Brasilien und Uruguay geniessen, Buecher lesen, jassen und die Fluegel haengen lassen! Unsere Gedanken sind oefter daheim als frueher, wir lassen unsere Reise Revue passieren, wir philosophieren, machen uns Gedanken ueber unsere Zukunft, arbeiten an der bevorstehenden Integration und lassen im Hinterkopf bereits neue Plaene reifen! Vielleicht ist es deshalb angenehm sich mit der Vergangenheit und der Zukunft zu beschaeftigen, weil sie uns traeumen lassen und uns nicht wie die Gegenwart, mit realen Problemen belasten! Lasst uns also noch ein wenig traeumen, Badehosen tragen und die Beine hochlagern!

Herzliche, brasilianische Sonnengruesse senden
Ulla & Kari